2.12.2 (k1958k): B. Stand der Lohnverhandlungen

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[B.] Stand der Lohnverhandlungen

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung berichtet über die Besprechung mit den Herren Sohl 6 und Schmitz 7. Beide Herren hätten ihn über den letzten Stand der Lohnverhandlungen unterrichtet 8. Der Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen habe die Sozialpartner erneut zu einem Gespräch eingeladen 9. Auf Vorschlag des Bundeskanzlers ermächtigt das Kabinett den Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung für den Fall, daß er es für notwendig hält, die nötigen Schritte für ein Gespräch mit den Sozialpartnern einzuleiten 10.

6

Hans-Günther Sohl (1906-1989). 1939-1945 im Vorstand der Vereinigten Stahlwerke, nach Internierung 1947 Liquidator der Vereinigten Stahlwerke, 1953-1973 Vorsitzender des Vorstands und 1973-1981 des Aufsichtsrats der August-Thyssen-Hütte bzw. (seit 1977) Thyssen AG, 1956-1969 Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, 1972-1976 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

7

Kurt Schmitz (1895-1984). 1929-1930 Vorstandsmitglied der Rheinisch-Westfälischen Stahl- und Walzwerke AG, 1930-1942 der Ruhrstahl AG, Hattingen, seit 1942 und nach der Neugründung 1954-1960 Vorstandsvorsitzender, 1960-1970 Aufsichtsratsvorsitzender, zudem 1955-1963 Vorstandsmitglied der Rheinischen Stahlwerke, Essen, 1949-1964 Vorstandsmitglied der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, 1954-1961 Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Eisen- und Stahlindustrie,

8

Siehe 17. Sitzung am 12. März 1958 TOP C. - Bei den Verhandlungen am 14. März 1958 hatte der Arbeitgeberverband Eisen- und Stahlindustrie eine Lohnerhöhung um 2% bei einer Laufzeit bis Ende März 1959 angeboten, während die IG Metall ihre Forderungen auf 8% (Laufzeit bis Jahresende) reduziert hatte. Die Gewerkschaft hatte daraufhin die Verhandlungen als gescheitert erklärt und für den 27. März eine Urabstimmung angekündigt (vgl. Informations- und Nachrichtendienste des DGB 1958, S. 73 f. und „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 15. März 1958, S. 1). Gegenüber einem Vertreter des BMWi hatte der IG-Metall-Vorsitzende Otto Brenner am 14. März 1958 erklärt, dass die Verhandlungsführer der Gewerkschaft an die Vereinbarungen für die eisenverarbeitende Industrie als Mindestbedingungen gebunden seien und nur auf dieser Grundlage eine Einigung möglich sei (Vermerk des BMWi vom 17. März 1958 in B 102/36969). - Unterlagen zu dem Gespräch bei Blank nicht ermittelt.

9

Der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Heinrich Hemsath hatte mit den Tarifparteien am 20. März 1958 ein „unverbindliches Gespräch" geführt (vgl. den Vermerk des BMWi vom 21. März 1958 in B 102/42310). Ein hierbei von den Arbeitgebern eingebrachter Kompromissvorschlag, der zu einer Erhöhung der Ecklöhne um 3,7% geführt hätte, war von der Großen Tarifkommission der IG Metall als unzureichend abgelehnt worden (vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 22. März 1958, S. 1 und „Die Welt" vom 22. März 1958, S. 2).

10

Bei der Urabstimmung am 27. März 1958 stimmten 80,79% der gewerkschaftlich organisierten Stahl- und Hüttenarbeiter für den Streik (vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 29. März 1958, S. 3). Die fortgesetzten Vermittlungsbemühungen Hemsaths führten am 9. April 1958 zu einer Einigung. Der Kompromiss sah vor, den Ecklohn der Zeitlöhner um 5,3% und den Grundlohn der Akkordarbeiter um 4,3% zu erhöhen. Die Lohnerhöhung sollte rückwirkend zum 1. Febr. 1958 in Kraft treten und zum 31. März 1959 kündbar sein. Ferner wurde vereinbart, die Wochenarbeitszeit zum 1. Jan. 1959 auf 44 Stunden bei einem Tariflohnausgleich von 2,3% zu verkürzen (vgl. Informations- und Nachrichtendienste des DGB 1958, S. 93 und „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 10. April 1958, S. 1 und 4).

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