2.28.17 (k1960k): 5. Briefmarken mit gesamtdeutschen Motiven, BMG/BMP

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 13. 1960Flugblatt des BeamtenbundesAm 16. August 1960 werden in Berlin neue Warenlisten und Vereinbarungen für den innerdeutschen Handel unterzeichnet Broschüre zur LebensmittelbevorratungSchreiben Adenauers betr. Salzgitter-Konzern

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5. Briefmarken mit gesamtdeutschen Motiven, BMG/BMP

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen begründet seine Vorlage 40 und trägt ergänzend vor, daß der Bundespräsident es abgelehnt habe, sein Porträt für eine neue Briefmarke verwenden zu lassen 41. Der Bundeskanzler wendet sich gegen den Vorschlag, Länderwappen auf die Briefmarken zu bringen, weil damit der nach seiner Ansicht ohnehin schon zu sehr betonte Föderalismus noch weiter unterstrichen werde. Der Bundesminister des Innern ist ebenfalls der Meinung, daß die Briefmarken besser Bundessymbole tragen sollten. Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen glaubt aber, daß die Bundessymbole (Farben schwarz-rot-gold und Bundesadler) aus künstlerischen Gründen für die Marken wenig geeignet seien. Das Kabinett beschließt, daß die neue Briefmarkenserie Persönlichkeiten aus der deutschen Vergangenheit darstellen soll. Sie sollen so ausgewählt werden, daß der ganze deutsche Raum erfaßt wird 42.

40

Siehe 282. Sitzung am 13. März 1953 TOP 10 (Kabinettsprotokolle 1953, S. 223). - Gemeinsame Vorlage des BMG und des BMP vom 6. Juli 1960 in B 136/10009, weitere Unterlagen in B 137/5999 und B 257/479. - Die Bundesregierung hatte 1953 beschlossen, auf die Verwendung gesamtdeutscher Motive für eine geplante Briefmarkenserie zu verzichten, um Behinderungen im Postverkehr mit der DDR zu vermeiden. Anlässlich einer für den Herbst 1960 angekündigten neuen Dauerserie mit den Wappen der Bundesländer hatte das Kuratorium Unteilbares Deutschland eine Wiedervereinigungsmarke mit dem Brandenburger Tor und der Beschriftung „Deutschland Bundespost" (anstelle von „Deutsche Bundespost") vorgeschlagen, während der Ostdeutsche Kulturrat angeregt hatte, in die Wappenserie auch die ehemaligen mitteldeutschen Länder und ostdeutschen Provinzen einzubeziehen. In ihrer Vorlage hatten sich BMG und BMP für diese Vorschläge ausgesprochen. Die Gefahr der Zurückweisung von Postsendungen sei geringer als bei Verwendung von Landschafts- oder Städtebildern. Im Falle der Wiedervereinigungsmarke könne bei Schwierigkeiten auf einen Parallelwert aus der ebenfalls geplanten Bundespräsidentenserie zurückgegriffen werden. Die Wappen seien „rein historische Reminiszenzen" und trügen keinen erkennbaren propagandistischen Charakter.

41

Der Bundespräsident hatte dies abgelehnt, weil in einer demokratischen Republik das Bild des in regelmäßigem Turnus wechselnden Staatsoberhauptes nicht „zur Bildung einer staatspolitischen Tradition und einer wachsenden Anhänglichkeit des Bürgers an den Staat" beitragen könne (vgl. die Mitteilung der Pressestelle des Bundespräsidenten in Bulletin Nr. 126 vom 12. Juli 1960, S. 1258).

42

Die neue Dauerserie, die ab Juni 1961 eingeführt wurde, sollte Albertus Magnus, Elisabeth von Thüringen, Johannes Gutenberg, Albrecht Dürer, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Balthasar Neumann, Immanuel Kant, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven, Heinrich von Kleist, Annette von Droste-Hülshoff, Gerhart Hauptmann und Albert Einstein umfassen (vgl. Bulletin Nr. 82 vom 3. Mai 1961, S. 788). Mit Schreiben an das BMP vom 24. Juli 1961 sprach sich der Testamentsvollstrecker Einsteins gegen dessen Einbeziehung in die Serie aus, die im August 1964 mit dem Nationalökonomen und Soziologen Franz Oppenheimer abgeschlossen wurde. Schreiben in B 257/43122, weitere Unterlagen in B 257/43121.

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