2.27.4 (k1966k): D. Saalebrücke

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 19. 1966Mende besichtigt die Berliner MauerMünchen wird Austragungsort für die Olympischen Spiele 1972Die Autobahnbrücke über die Saale wird für den Verkehr freigegebenCDU/CSU und SPD nehmen Koalitionsverhandlungen auf

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[D.] Saalebrücke

Bundesminister Dr. Mende unterrichtet das Kabinett über die in einigen Wochen bevorstehende Fertigstellung der Saalebrücke und stellt die Frage nach Einweihungsfeierlichkeiten 12. Er ist der Auffassung, daß Feierlichkeiten nicht allein der kommunistischen Seite überlassen bleiben können. Er spricht sich dafür aus, daß von unserer Seite Bundesminister Dr. Seebohm etwa am Tage vor der Einweihung durch die SBZ von unserer Seite aus die Einweihung vornimmt. An der SBZ-Einweihungsfeier könnte von unserer Seite an die Teilnahme des zuständigen Landrates oder Regierungspräsidenten gedacht werden. Bundesminister Schmücker ist der Auffassung, daß in Richtung des Vorschlages von Bundesminister Dr. Mende von uns etwas getan werden sollte. Nach kurzer Erörterung schlägt Bundesminister Dr. Seebohm vor, in den Rahmen seiner ohnehin im September in diesem Gebiet stattfindenden Straßeninspektion die Saalebrücke mit einzubeziehen und dazu die Presse zu bitten 13. Das Kabinett nimmt zustimmend Kenntnis.

12

Siehe 145. Sitzung am 2. Dez. 1964 TOP B (Kabinettsprotokolle 1964, S. 524). - Der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Autobahnbrücke über die Saale an der innerdeutschen Grenze bei Hirschberg (Landkreis Hof) war durch das Verhandlungsprotokoll vom 14. Aug. 1964 geregelt. Exemplare in B 102/105897, B 136/3930 und B 356/72, weitere Unterlagen in B 108/9035, B 137/10472 und DY 30 IV A2/12/149, dazu Doßmann, Begrenzte Mobilität, S. 233-297. - Zu Mendes Sachstandsbericht vgl. den Vermerk des BMV vom 6. Juli 1966 in B 108/9035, weitere Unterlagen in B 102/105901 und 105902, B 136/3931, B 137/10472 und B 356/74.

13

Seebohm besichtigte die Baustelle an der Brücke am 21. Sept. 1966 (vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 22. Sept. 1966, S. 7). - Am 19. Dez. 1966 wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben. Die Bundesregierung verzichtete auf eine Einweihungsfeier. Vgl. den Vermerk des BMV vom 17. Nov. 1966 mit handschriftlichen Notizen Seebohms, wonach von Bonn niemand teilnehmen und von einer Teilnahme Berliner Persönlichkeiten abgesehen werden solle, in B 108/9035 und das Fernschreiben des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren vom 17. Dez. 1966 an die Ressorts BMWi, BMG, BMI und BMV sowie das Bundeskanzleramt und die Grenzschutzdirektion Koblenz in B 137/10472. - Der Regierende Bürgermeister Berlins Heinrich Albertz passierte als Erster den neuen Autobahngrenzübergang Saalebrücke Rudolphstein-Hirschberg. Vgl. „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 20. Dez. 1966, S. 1.

Auf Vorschlag von Bundesminister Dr. Mende soll der Leiter der Treuhandstelle in einer Besprechung bei seinem Gesprächspartner darauf hinwirken, daß auch nach der Eröffnung der Saalebrücke der Übergang Töpen-Juchhöh offen bleibt 14.

14

Das BMWi hatte mit Schreiben vom 22. Juni 1966 die Ressorts über Verhandlungen zwischen TSI und MAI informiert, in denen ein Vertreter des MAI die Schließung des Grenzübergangs Töpen-Juchhöh nach Öffnung der Saalebrücke angekündigt habe (vgl. den Auszug aus dem Vermerk der Treuhandstelle für den Interzonenhandel vom 14. Juni 1966 in B 102/105901, weitere Unterlagen zu den Verhandlungen in B 102/105902). - Eine Schließung der Grenzübergangsstelle Töpen-Juchhöh am Tag der Eröffnung der Saalebrücke konnte nicht verhindert werden.

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