2.28.13 (k1966k): F. Farbfernsehkonferenz in Oslo

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 19. 1966Mende besichtigt die Berliner MauerMünchen wird Austragungsort für die Olympischen Spiele 1972Die Autobahnbrücke über die Saale wird für den Verkehr freigegebenCDU/CSU und SPD nehmen Koalitionsverhandlungen auf

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[F.] Farbfernsehkonferenz in Oslo

Bundesminister Stücklen berichtet über den Verlauf der gegenwärtig in Oslo stattfindenden Farbfernsehkonferenz 39. Eine Einigung über ein einheitliches europäisches Farbfernsehsystem habe sich, wie zu erwarten, nicht erzielen lassen. Frankreich habe weiterhin mit Nachdruck versucht, weitere Staaten für das Secam-System zu gewinnen. Als Kompromiß habe Frankreich neuerdings die Einführung einer Variante des Secam-Systems, als Secam IV bezeichnet, zur Diskussion gestellt. Dieses System stelle zwar eine gewisse Annäherung an das PAL-System dar. Bei der Entscheidung, welche Haltung Deutschland gegenüber dem französischen Kompromißvorschlag einnehmen solle, müsse aber berücksichtigt werden, daß das Secam IV-System bisher praktisch noch nicht erprobt sei, und daß sich daher bei seiner Einführung der für 1967 vorgesehene Beginn der Farbfernsehsendungen mit Sicherheit mindestens um 1 Jahr verzögern würde; daß ferner die Rundfunkanstalten, die Industrie und die Bundespost bereits Vorbereitungen auf der Basis des PAL-Systems getroffen hätten.

39

Siehe 173. Sitzung am 21. Juli 1965 TOP 4 (Kabinettsprotokolle 1965, S. 317). - Unterlagen zur Konferenz des Internationalen Beratenden Ausschusses für den Funkdienst (CCIR) vom 22. Juni bis 22. Juli 1966 in B 145/4513, weitere Unterlagen zum Farbfernsehen in B 136/10022 und B 145/2864.

Bundesminister Stücklen schlägt vor, daß Deutschland am PAL-System festhält, aber bereit wäre, auf Secam IV umzurüsten, wenn dieses System sich als gleichwertig und gleich praktikabel erweisen sollte.

Nach einer Erörterung, an der sich u. a. der Bundeskanzler, die Bundesminister Dr. Mende und Dr. Heck und die Staatssekretäre Bornemann, von Hase und Lahr beteiligen und in der auch Fragen des Verhältnisses zur sowjetischen Besatzungszone und der Investitionen der deutschen Industrie behandelt werden, beschließt das Kabinett entsprechend dem Vorschlag von Bundesminister Stücklen 40.

40

Zum Scheitern der Verhandlungen in Oslo vgl. die Stellungnahme der Bundesregierung vom 30. Juli 1966 im WDR, abgedruckt in Bulletin Nr. 101 vom 2. Aug. 1966, S. 801. - Fortgang 53. Sitzung am 9. Nov. 1966 TOP D.

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