2.36.9 (k1966k): D. Harry Seidel

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 19. 1966Mende besichtigt die Berliner MauerMünchen wird Austragungsort für die Olympischen Spiele 1972Die Autobahnbrücke über die Saale wird für den Verkehr freigegebenCDU/CSU und SPD nehmen Koalitionsverhandlungen auf

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[D.] Harry Seidel

Bundesminister Dr. Mende teilt mit, daß am 13. September der bisher in der SBZ zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt gewesene Gewerkschaftsfunktionär Harry Seidel im Zuge der Austauschaktion Westberliner Stellen übergeben worden sei. Die Fraktionen und die Presse seien unterrichtet. Falls über Seidel, der sich zur Zeit nicht mehr in der Bundesrepublik aufhalte, Anfragen an die Bundesregierung gerichtet würden, schlage er vor, daß lediglich die Tatsache der Überstellung mitgeteilt und von der Bekanntgabe weiterer Einzelheiten abgesehen werde. Das Kabinett stimmt zu 23.

23

Zu früheren Häftlingsentlassungsaktionen siehe 177. Sitzung am 25. Aug. 1965 TOP 4 e (Kabinettsprotokolle 1965, S. 355). - Harry Seidel war unmittelbar nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. Aug. 1961 nach West-Berlin geflohen, nach der Beteiligung an mehreren Fluchthilfeaktionen am 14. Nov. 1962 beim Bau eines Fluchttunnels von DDR-Grenzposten in Klein-Machnow verhaftet und am 29. Dez. 1962 vom Obersten Gericht der DDR wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutze des Friedens vom 15. Dez. 1950 (GBl. DDR II 1199) zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Der Fall hatte öffentliches Aufsehen erregt. - Kurz nach seiner Freilassung trat Seidel auf Einladung des Schwedischen Roten Kreuzes einen Urlaub in Schweden an. Unterlagen in B 137/15668 und 32524 sowie DP 2/3782.

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