1.10.4 (k1986k): 4. Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Fraktionen der CDU/CSU und FDP „Situation und Perspektiven des Studiums ausländischer Studierender in der Bundesrepublik Deutschland" (BT-Drs. 10/3635 (Az. IV A 4 - 4631 des BMBW vom 3.3.1986)

Zum Text. Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

4. Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Fraktionen der CDU/CSU und FDP „Situation und Perspektiven des Studiums ausländischer Studierender in der Bundesrepublik Deutschland" (BT-Drs. 10/3635 (Az. IV A 4 - 4631 des BMBW vom 3.3.1986)

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(10.10 Uhr)

Frau BM Wilms trägt kurz zum vorgelegten Antwortentwurf vor.

Der Bundeskanzler mißt dem Studium von Ausländern in der Bundesrepublik Deutschland große Bedeutung bei. Er bittet, über die vorgelegte Antwort hinaus weitere Verbesserungen der Situation der ausländischen Studierenden zu prüfen. Dies scheine ihm weniger eine Frage der verfügbaren Geldmittel, als vielmehr eine Frage der Betreuung dieser Studenten aus anderen Kulturkreisen; hier seien neben den Bundesländern auch freiwillige und caritative Organisationen gefordert. Er erwarte gelegentlich einen Bericht, der auch zwischen ausländischen Studierenden und sog. „Bildungsinländern" unterscheide. Letztere Gruppe umfasse Personen, die mit ihren Familien seit vielen Jahren in der Bundesrepublik Deutschland lebten und teilweise hier geboren seien. Ihre Berufsperspektiven unterschieden sich erheblich von denen der ersten Gruppe, deren Wirkungskreis nach Studienabschluß in den Heimatländern liege. Er empfehle, die Möglichkeit von Schwerpunktsetzungen etwa in Ländern Asiens, Afrikas oder Südamerikas zu überprüfen - also dort, wo uns eine umfassende Kenntnis des deutschen Kulturkreises von besonderer Wichtigkeit erscheine.

Frau BM Süssmuth verweist auf die Abhängigkeit zwischen Attraktivität einer Hochschule für ausländische Studierende und deren Individualbetreuung. Diese Individualbetreuung sei im Zuge der Entwicklung der Hochschulen zu Massenuniversitäten zusammengebrochen; sie beschränke sich derzeit auf Privatinitiativen. Sie rege daher Modellförderungen derartiger Individualbetreuungen durch den Bund an. BM Warnke begrüßt die Überlegungen des Bundeskanzlers, das Studium in der Bundesrepublik Deutschland den Landeskindern ausgewählter Entwicklungsländer zu ermöglichen. Dies stelle für in der Entwicklung fortgeschrittene Länder eine angemessene Form der Förderung dar.

Frau BM Wilms stimmt in der Sache mit dem Bundeskanzler überein, verweist aber in diesem Zusammenhang auf die vorrangige Zuständigkeit der Bundesländer. Den angeregten umfassenden Bericht werde sie vorbereiten.

Das Kabinett stimmt der Vorlage des BMBW zu.

Extras (Fußzeile):