1.20.2 (k1986k): ‹A. Entführung von acht Deutschen in Nicaragua›

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A. Entführung von acht Deutschen in Nicaragua›]

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

BM Genscher informiert das Kabinett über die Bemühungen um die acht in Nicaragua entführten Deutschen. Auf Bitten der Angehörigen habe MdB Hans-Jürgen Wischnewski sich als Vermittler eingeschaltet.

BM Genscher betont zunächst die Notwendigkeit, dem Willen der Angehörigen Geltung zu verschaffen, und hebt dann hervor, daß der Vermittler die Verhandlungen in Nicaragua mit voller Unterstützung des Auswärtigen Amtes führe. BM Genscher nennt sodann die Modalitäten des Geiselaustausches und den für die Übergabe in Aussicht genommenen Zeitpunkt.

BM Warnke gibt zu bedenken, daß der Entführungsfall - abgesehen von den Bemühungen zur Rettung der acht Deutschen - noch eine andere Seite habe. Es sei Tatsache, daß von maßgeblichen politischen Kräften in der Bundesrepublik Deutschland für ein Tätigwerden in Nicaragua ungeachtet der damit verbundenen Gefahren geworben werde. Nach seiner Auffassung hätten diejenigen eine Mitschuld an den Entführungen, die von einem derart gefährlichen Einsatz nicht abhalten würden, sondern vielmehr hierzu ermutigten. Eine wesentliche politische Aufgabe der Bundesregierung müsse es deshalb sein, diese Verantwortlichkeiten aufzuzeigen und dabei offensiv vorzugehen.

‹Das Kabinett nimmt den Bericht von BM Genscher und die ergänzenden Ausführungen von BM Warnke zur Kenntnis.›

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