1.28.6 (k1986k): 6. Internationale Lage

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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6. Internationale Lage

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(9.50 Uhr)

a) Abwertung des irischen Pfundes

BM Stoltenberg informiert das Kabinett über die Korrektur im Europäischen Währungssystem, die nach den Regeln des EWS einvernehmlich durchgeführt worden sei. Problematische Auswirkungen sehe er nicht.

b) OPEC-Einigung zur Ölfördermenge

(9.52 Uhr)

PSt Grüner sieht in der zwischen den OPEC-Staaten erzielten Einigung eine Überraschung, die er positiv einstuft, soweit sie zu einer allmählichen und begrenzten Preissteigerung des Rohöls als einer endlichen Energiequelle führe. Ob die Vereinbarung von den OPEC-Mitgliedern eingehalten werde, bleibe offen; die wirtschaftliche Vernunft spreche für das Ziel eines allmählichen Preisanstiegs. Es müsse jedoch gleichzeitig deutlich gemacht werden, daß jede abrupte Änderung des Ölpreises schädlich für alle Beteiligten sei.

BM Stoltenberg teilt diese Beurteilung. Der Rückgang von etwa 30 Dollar auf ca. 8 Dollar beim Öl habe nicht nur erfreuliche, sondern auch sehr problematische Aspekte, wie das Beispiel des Ölförderlandes Mexiko zeige. Eine gewisse Korrektur des Ölpreises sei weltwirtschaftlich wichtig. Nicht zuletzt träten in diesem Zusammenhang auch Folgen für die deutsche Kohle und deren Wettbewerbsfähigkeit auf.

c) Amerikanische Vorstellungen zur internationalen Konjunkturentwicklung

(9.57 Uhr)

BM Stoltenberg bewertet kurz die hauptsächlich in den Vereinigten Staaten geführte Debatte über die weltweite konjunkturelle Entwicklung. Angesichts der wirtschaftspolitischen Rolle anderer Staaten erstaune ihn die Verengung der Diskussion auf die Rolle der Bundesrepublik Deutschland und Japans. Für weitaus risikobehafteter halte er jedoch die gegenwärtige Diskussion in den USA über Maßnahmen des Protektionismus. Hier begrüße er die Haltung des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Er - BM Stoltenberg - sehe in der im Vorfeld der Wahlen in den USA festzustellenden Protektionismuswelle die Gefahr eines schweren Einbruchs im Weltwirtschaftssystem.

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