1.31.4 (k1986k): ‹4. Bericht über den Stand der Erkenntnisse zu Ursachen und Auswirkungen der Waldschäden (Az. 325-7276-21-10/86 des BMFT vom 26.8.1986 mit Ergänzungsschreiben vom 2.9.1986 unter dem gleichen Aktenzeichen)›

Zum Text. Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

‹4. Bericht über den Stand der Erkenntnisse zu Ursachen und Auswirkungen der Waldschäden (Az. 325-7276-21-10/86 des BMFT vom 26.8.1986 mit Ergänzungsschreiben vom 2.9.1986 unter dem gleichen Aktenzeichen)›

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(10.16 Uhr)

BM Riesenhuber gibt einen Überblick über den in diesem Problembereich insgesamt eingesetzten Forschungsaufwand. Das Fazit des Berichts gehe dahin, daß sich die Landschaft der möglichen Ursachenvermutungen für Waldschäden kläre. Viele Vermutungen der letzten Jahre seien widerlegt. Übrig blieben vor allem die Luftschadstoffe. Trotz dieser Erkenntnisse zeichne sich derzeit noch kein abschließendes Modell für eine umfassende Schadensminderung ab, da die einzelnen Luftschadstoffe sehr unterschiedliche Schadensmechanismen bewirkten. Deutlich erkennbar sei allerdings, daß der Ansatz der Bundesregierung - Minderung der Luftschadstoffe - richtig sei. Hier sei in den nächsten Jahren mit erheblichen Absenkungen zu rechnen. Diese Erfolge beschränkten sich allerdings in erster Linie auf den nationalen Bereich; die wirksame Einbeziehung der europäischen Staaten bleibe eine vorrangige Aufgabe. Diese Bemühungen hätten mit dem gemeinsamen Symposium der EG und des Kernforschungszentrums Karlsruhe begonnen, aus dem ein Netz der europäischen Zusammenarbeit entwickelt werden könne. Ein weiterer Ansatzpunkt biete sich im Rahmen von EUREKA durch ein Projekt zur Untersuchung der Entstehung von Schadstoffen. Schließlich seien auch die Anstöße umzusetzen, die sich aus „EUROSILVA" ergeben hätten.

Insgesamt halte er - BM Riesenhuber - die Entwicklung schadstoffmindernder Technologien für weit fortgeschritten; diese seien großenteils marktreif. Der Bericht führe zu zwei Kernaussagen: Zum einen seien die Waldschäden ohne die Luftschadstoffe nicht erklärbar; hier setze die Politik der Bundesregierung konkret an. Zum anderen belege der Bericht, daß eine Entwaldung oder Versteppung Deutschlands nicht zu befürchten sei, wenn die Schadstoffminderung konsequent fortgeführt werde. Allerdings müsse nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die erkennbaren positiven Ansatzpunkte zunichte gemacht würden, wenn jetzt durch eine Umstellung der Energiepolitik eine weitere Belastung durch Luftschadstoffe erfolge.

Der Bundeskanzler bittet BMU und BMFT, bei der öffentlichen Erläuterung der heutigen Kabinettbeschlüsse insbesondere um eine dem Laien verständliche Darstellung bemüht zu sein. Darüber hinaus solle geprüft werden, ob im September oder Oktober die heute behandelten Punkte Gegenstand einer parlamentarischen Berichterstattung der Bundesregierung sein könnten.

BM Warnke bittet darum, in der öffentlichen Darstellung der Kabinettbeschlüsse die Vorteile nachdrücklich vor Augen zu führen, die aus der von der Bundesregierung verfolgten Fortsetzung einer Verminderung des Kohle- und Ölanteils bei der Energiegewinnung erwachsen.

‹Das Kabinett beschließt gemäß Vorlage des BMFT.

Extras (Fußzeile):