1.7.3 (k1986k): 3. Berufsbildungsbericht 1986 (Az. III B 1 - 6540 - 6 des BMBW vom 11.2.1986)

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3. Berufsbildungsbericht 1986 (Az. III B 1 - 6540 - 6 des BMBW vom 11.2.1986)

Zum vorliegenden Jahrgang der Kabinettsprotokolle der Bundesregierung wird ein editorischer Sachkommentar noch erstellt (siehe die Seiten „Start" und „Kabinett" dieser Online-Version).

(9.43 Uhr)

Frau BM Wilms trägt ausführlich zum Inhalt vor. Es sei gelungen, die hohe Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen weitgehend zu befriedigen. Bisher hätten 95 v. H. der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz gesucht haben, vermittelt werden können. Bis zum Frühjahr werde dieser Anteil sich voraussichtlich noch um 2 v. H. erhöhen.

Die gleichwohl noch bestehenden Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt beruhten auf strukturellen Verschiebungen. Zum einen müsse man hier die regionalen Unterschiede sehen, zum anderen sei auch eine zu geringe Nachfrage bei gewerblich-technischen Berufen festzustellen. Letzteres gelte besonders für Mädchen. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung weist Frau BM Wilms darauf hin, daß für Ende 1986 insgesamt ein ähnliches Ergebnis wie in den Vorjahren zu erwarten sei. Der Geburtenrückgang werde sich erstmals ab 1987/88 auf die Bewerberzahlen auswirken und sei dann bei den Planungen entsprechend zu berücksichtigen.

Abschließend hebt Frau BM Wilms hervor, daß das BMBW sich - auch in Gesprächen mit den Ländern - verstärkt um eine weitere Verbesserung der derzeitigen Situation bemühen werde. Zusätzliche Kapazitäten in den Regionen mit schlechtem Lehrstellenangebot müßten erschlossen werden. Hinzuwirken sei des weiteren auf eine größere Bereitschaft der Jugendlichen zur Mobilität. Darüber hinaus sollte der Zugang insbesondere von Mädchen zu technischen Berufen über Modellversuche weiter gefördert werden.

Auf Frage des Bundeskanzlers ergänzt Frau BM Wilms, daß die Zahl der Lehrstellenbewerber vom Stand 1986 bei 740 000 bis zum Jahre 1990 auf 600 000 absinken werde. Der Bundeskanzler bittet darum, der Presse die genannten Zahlen - und damit insbesondere die Prognose bis 1990 - auch schriftlich zur Verfügung zu stellen. Diese Zahlen machten besonders deutlich, wie sinnvoll es sei, daß derzeit über den aktuellen Bedarf hinaus ausgebildet werde. Frau BM Wilms sagt dies zu.

Der Bundeskanzler unterstreicht im Anschluß daran zunächst, daß die Situation auf dem Lehrstellenmarkt bereits in erheblichem Maße habe verbessert werden können. Für die Bundesregierung sei allerdings von entscheidender Bedeutung, daß es immer noch einzelne Bewerber gebe, die bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bisher noch keinen Erfolg hatten. Der Bundeskanzler äußert seine Betroffenheit hierüber und bittet Frau BM Wilms, dies bei der anstehenden Pressekonferenz gleichfalls deutlich hervorzuheben.

Das Kabinett entscheidet gemäß Beschlußvorschlag des BMBW.

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