2.26.10 (x1958e): C. Bevorstehende Währungsmaßnahmen in Jugoslawien

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Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 4. 1958-1961Erhard überreicht am 20. Dez. 1957 Karl Blessing und Dr. Heinrich Troeger die Ernennungsurkunden zum Präsidenten bzw. Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank.Die Bundesrepublik gewährt Finanzhilfe für den Bau eines Staudammes am Euphrat in Syrien. Bundesfinanzminister Franz Etzel zeigt sich Mitte 1961 besorgt angesichts der hohen Überschüsse in der Handelsbilanz.Im Rahmen des Regionalen Förderungsprogramms 1959 billigt der Kabinettsausschuss das vom Bundeswirtschaftsminister vorgeschlagene Schwerpunktprogramm für die Industrialisierung ländlicher Gebiete.

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[C.] Bevorstehende Währungsmaßnahmen in Jugoslawien

Ministerialdirektor Dr. Henckel erklärt, daß - nach Vorstellungen des Internationalen Währungsfonds - Jugoslawien zur Durchführung in Aussicht genommener Währungsmaßnahmen Hilfen in Höhe von insgesamt 250 Mio. US-Dollar gegeben werden sollten 44. Hiervon wolle der Internationale Währungsfonds selbst 60 Mio. US-Dollar aufbringen; die restlichen 190 Mio. US-Dollar sollten bilateral von einzelnen westlichen Ländern gegeben werden. Die Fragen würden voraussichtlich anläßlich eines Essens angeschnitten, das der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds, Per Jacobsson, am kommenden Sonntag, dem 25. September 1960, in Washington geben wolle.

44

Siehe 77. Kabinettssitzung am 9. Sept. 1959 TOP 2 (Hermes-Bürgschaften und -Garantien für Jugoslawien; Aufhebung der Hermes-Sperre für neue Jugoslawiengeschäfte: Kabinettsprotokolle 1959, S. 286-288). - Jugoslawien beabsichtigte zum 1. Jan. 1961 eine Vereinheitlichung des Dinar-Kurses, was allgemein als Wendepunkt in der Außenhandelspolitik Jugoslawiens in Richtung einer außenhandelspolitischen Anlehnung an die westlichen Länder bewertet wurde, um Voraussetzungen für eine Vollmitgliedschaft im GATT zu schaffen. Dieser Schritt beinhaltete eine Reihe von Maßnahmen wie die Ablösung des Koeffizientensystems durch Einführung eines einheitlichen Zolltarifs, neue Devisenbestimmungen, Änderungen der Kredit- und Bankenpolitik, größere Freiheit der wirtschaftlichen Unternehmungen u. a. Vgl. den Drahtbericht des Konsulats der Bundesrepublik in Zagreb vom 11. Aug. 1960 in AA B 12, Bd. 605.

Die Mitglieder des Kabinettsausschusses werden sich darüber einig, daß die BRD Jugoslawien keine bilaterale Hilfe zu der beabsichtigten Währungsmaßnahme leisten sollte und daß sich an dem vom geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds gegebenen Essen am kommenden Sonntag kein Vertreter der Bundesregierung beteiligen sollte, da zwischen der BRD und Jugoslawien keine diplomatischen Beziehungen bestehen; es bestehen aber keine Bedenken dagegen, daß der deutsche Direktor beim Internationalen Währungsfonds, Herr Guth, in dieser Eigenschaft an dem Essen teilnimmt 45.

45

Das Essen fand am Vorabend der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der International Finance Corporation in Washington statt. Zu Dr. Wilfried Guths Teilnahme vgl. den Vermerk des AA vom 19. Sept. 1960 in AA B 12, Bd. 605. - Dem Internationalen Währungsfonds wurde eine Kreditzusage für Jugoslawien über 35 Millionen Dollar gegeben. Vgl. den Vermerk des BMWi vom 20. Dez. 1960 über die zweite Sitzung des Interministeriellen Lenkungsausschusses für Entwicklungshilfe am gleichen Tag in B 136/2918.

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