4.1 (x1958e): Die Bundesminister

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Kabinettsausschuß für Wirtschaft. Band 4. 1958-1961Erhard überreicht am 20. Dez. 1957 Karl Blessing und Dr. Heinrich Troeger die Ernennungsurkunden zum Präsidenten bzw. Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank.Die Bundesrepublik gewährt Finanzhilfe für den Bau eines Staudammes am Euphrat in Syrien. Bundesfinanzminister Franz Etzel zeigt sich Mitte 1961 besorgt angesichts der hohen Überschüsse in der Handelsbilanz.Im Rahmen des Regionalen Förderungsprogramms 1959 billigt der Kabinettsausschuss das vom Bundeswirtschaftsminister vorgeschlagene Schwerpunktprogramm für die Industrialisierung ländlicher Gebiete.

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Text

Die Bundesminister

Der Stellvertreter des Bundeskanzlers und Vorsitzender des Kabinettsausschusses für Wirtschaft

Dr. Ludwig Erhard (1897-1977)

1928-1942 wissenschaftlicher Assistent und Mitglied der geschäftsführenden Leitung des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware, Nürnberg, 1942-1945 Leiter des Instituts für Industrieforschung, 1945-1946 Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, 1947 Honorarprofessor der Universität München, 1947-1948 Vorsitzender der Sonderstelle Geld und Kredit bei der Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1948-1949 Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1977 MdB (CDU), 1949-1963 Bundesminister für Wirtschaft, 1957-1963 zugleich Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1963-1966 Bundeskanzler, 1966-1967 Bundesvorsitzender der CDU.

Der Bundesminister der Finanzen

Dr. Franz Etzel (1902-1970)

1930-1952 Rechtsanwalt und Notar in Duisburg, 1939-1945 Kriegsdienst, 1947-1949 Vorsitzender des Wirtschaftspolitischen Ausschusses der CDU in der britischen Zone, 1949-1953 und 1957-1965 MdB (CDU), dort 1949-1952 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftspolitik, 1952-1957 Vizepräsident der Hohen Behörde der EGKS, 1957-1961 Bundesminister der Finanzen.

Seit 14. November 1961:

Dr. Heinz Starke (1911-2001)

1940-1945 Kriegsdienst, 1945-1946 Industrie- und Handelskammer Halle/S., 1946-1947 Zentralamt für Wirtschaft in der britischen Zone bzw. Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden, 1947-1950 Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1950-1961 Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken in Bayreuth, 1953-1980 MdB (FDP, seit 1970 CSU), 1961-1962 Bundesminister der Finanzen, 1958-1961 und 1963-1979 MdEP.

Der Bundesminister für Wirtschaft

Dr. Ludwig Erhard siehe Der Stellvertreter des Bundeskanzlers

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Heinrich Lübke (1894-1972)

1923-1933 Geschäftsführer des Reichsverbands landwirtschaftlicher Klein- (seit 1925) und Mittelbetriebe, 1927-1933 Geschäftsführer (Direktor) der Deutschen Bauernschaft, 1929-1933 Vorstandsmitglied der Wirtschafts- und Treuhandstelle der Deutschen Bauernschaft und 1930-1934 der Siedlungsgesellschaft Bauernland, 1932-1933 MdL Preußen (Zentrum), 1934-1935 Untersuchungshaft, 1937-1939 Leitender Mitarbeiter der Niedersächsischen Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft in Berlin, 1939-1945 Vermessungsingenieur und Bauleiter, 1944 stellvertretender Leiter der „Baugruppe Schlempp" (Projekte u. a. in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde), 1945-1946 „Baubüro Lübke", 1946 Mitglied des Beratenden Westfälischen Provinzialrats in Münster (CDU), 1946-1954 MdL Nordrhein-Westfalen, 1947-1952 Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Nordrhein-Westfalen, 1949-1950 und 1953-1959 MdB, dort 1949-1950 Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1953-1959 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1959-1969 Bundespräsident.

Seit 30. September 1959:

Werner Schwarz (1900-1982)

Nach Besuch der Landwirtschaftlichen Hochschulen Hohenheim und München seit 1926 selbstständiger Landwirt, 1933-1945 ehrenamtliche Tätigkeit im Reichsnährstand, 1945-1957 Leiter der Kreisbauernschaft, später Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Stormarn, seit 1948 Zweiter Landesvorsitzender des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, 1952 Eintritt in die CDU, 1953-1965 MdB, 1959-1965 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

Theodor Blank (1905-1972)

1930-1933 Sekretär im Zentralverband Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter, 1939-1945 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1945 Mitbegründer der CDU Westfalen und des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1945 Stadtverordneter in Dortmund, 1945-1950 Mitglied des Vorstandes der IG Bergbau, 1946-1947 MdL Nordrhein-Westfalen, 1947-1949 Mitglied des Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1972 MdB, dort 1965-1969 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 1950-1955 Beauftragter des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen, 1951 Leiter der deutschen Delegation beim Interimsausschuss für die Organisation der EVG, 1955-1956 Bundesminister für Verteidigung, 1957-1965 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

Der Bundesminister für Verkehr

Dr.-Ing. Hans-Christoph Seebohm (1903-1967)

1931-1950 Tätigkeit in verschiedenen leitenden Funktionen im Bergbau und in der Industrie, 1946-1951 MdL Niedersachsen, 1946-1948 Niedersächsischer Minister für Aufbau und Arbeit bzw. (ab 1947) für Arbeit, Aufbau und Gesundheitswesen, 1947-1963 Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates (DP), 1949-1967 MdB (DP, 1957 DP/FVP, 1957 DP, 1960 fraktionslos, 1960 CDU), 1949-1966 Bundesminister für Verkehr, 1959-1967 Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, 1964-1967 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Hannover, 1967 Bundesschatzmeister der CDU.

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen

Richard Stücklen (1916-2002)

Elektroingenieur, 1940-1943 Kriegsdienst, 1949-1990 MdB (CSU), dort 1953-1957 geschäftsführender und 1966-1976 Vorsitzender der Landesgruppe der CSU sowie 1953-1957 und 1967-1976 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 1953-1957 Vorsitzender des Ausschusses für Sonderfragen des Mittelstandes, 1957-1966 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, 1976-1979 Vizepräsident, 1979-1983 Präsident, 1983-1990 erneut Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes

Dr. Hermann Lindrath (1896-1960)

Bis 1926 Tätigkeit im Bankgeschäft, 1926-1945 Stadtverwaltung Halle a.d.S., dort u. a. 1927-1929 Neuorganisation der Städtischen Betriebe, 1930-1939 Direktor der städtischen Steuerverwaltung, 1939-1941 Stadtoberverwaltungsrat, 1941-1945 Beigeordneter, 1945 Stadtkämmerer, 1945-1951 Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Halle, 1951 nach wiederholter Inhaftierung Flucht in die Bundesrepublik, dort Tätigkeit in der Zementindustrie, 1953-1960 MdB (CDU), 1957-1960 Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes, Mitglied des Verwaltungsrats der Lastenausgleichsbank in Bad Godesberg und des Forschungsbeirats für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands in Berlin.

Seit 12. April 1960:

Dr. Hans Wilhelmi (1899-1970)

Seit 1924 Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt am Main, 1934 Mitbegründer der Bekennenden Kirche in Hessen und Nassau, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Mitbegründer der CDU, 1946-1970 Präses der Synode der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau, 1957-1969 MdB, dort 1964-1969 Vorsitzender des Rechtsausschusses, 1960-1961 Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes.

Der Bundesminister für Wohnungsbau

Paul Lücke (1914-1976)

Nach Schlosserlehre und Tätigkeit in der katholischen Jugendbewegung 1935-1945 Wehr- und Kriegsdienst, 1945 Mitbegründer der CDU im Oberbergischen Kreis, 1947-1949 Amtsdirektor von Engelskirchen, 1949-1972 MdB, dort 1950-1957 Vorsitzender des Ausschusses für Wiederaufbau und Wohnungswesen, 1954-1965 Präsident des Deutschen Gemeindetages, 1957-1965 Bundesminister für Wohnungsbau bzw. (seit 1961) für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, 1965-1968 Bundesminister des Innern, 1969-1976 Leiter der Deutschen Wohnungsgesellschaft in Köln.

Der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Prof. Dr. Dr. Theodor Oberländer (1905-1998)

1933 Direktor des Instituts für Osteuropäische Wirtschaft in Königsberg, 1933-1937 Leiter des Landesverbandes Ostpreußen des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA), 1934-1937 Reichsleiter des Bundes Deutscher Osten (BDO), 1934 Professur in Danzig, 1937 in Königsberg, anschließend in Greifswald, 1940 in Prag, 1940-1942 als Ostexperte Hauptmann der im deutschen Heeresverband ausgebildeten Ukrainer-Einheit „Nachtigall" und 1942-1943 des Kaukasier-Sonderverbandes „Bergmann", 1945-1946 amerikanische Kriegsgefangenschaft, 1946 Tätigkeit in der Landwirtschaft, 1950-1953 MdL Bayern (BHE) und Staatssekretär für Flüchtlingsfragen im Bayerischen Staatsministerium des Innern, 1951 Landesvorsitzender des BHE in Bayern, 1953-1961 und 1963-1965 MdB (bis 1955 GB/BHE, 1955 Gruppe Kraft/Oberländer, dann Gast der CDU/CSU-Fraktion, ab 1956 CDU), 1953-1960 Bundesminister für Vertriebene bzw. (ab 1954) für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1954-1955 Bundesvorsitzender des GB/BHE.

Seit 27. Oktober 1960:

Prof. Dr. Hans-Joachim von Merkatz (1905-1982)

1935-1938 Referent am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Berlin, 1938-1945 Generalsekretär des Ibero-Amerikanischen Instituts, Berlin, 1945 wissenschaftlicher Sachbearbeiter an der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Hannover, 1946-1949 juristischer Berater des Direktoriums der DP sowie der DP-Fraktionen im Niedersächsischen Landtag und im Parlamentarischen Rat, 1949-1969 MdB (DP, 1957 DP/FVP, 1957 DP, 1960 fraktionslos, seit 1960 CDU), dort 1950-1953 stellvertretender, 1953-1955 Vorsitzender der DP-Fraktion, 1949-1952 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs im BMBR beauftragt, 1951-1958 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und 1952-1958 der Gemeinsamen Versammlung der EGKS, 1952-1960 Mitglied des Direktoriums bzw. Parteivorstandes der DP, 1955-1962 Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates bzw. (ab 1957) des Bundesrates und der Länder, zugleich 1956-1957 Bundesminister der Justiz und 1960-1961 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1964-1968 deutscher Vertreter im Exekutivrat der UNESCO, 1967-1979 Präsident der Paneuropa-Union.

Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen

Ernst Lemmer (1898-1970)

1922-1933 Generalsekretär des Gewerkschaftsrings deutscher Arbeiter- und Angestelltenverbände (Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine), 1924-1932 und 1933 MdR (DDP/DStP), 1945 Mitbegründer und 1945-1949 stellvertretender Vorsitzender des FDGB, 1946-1947 stellvertretender Vorsitzender der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone, 1946-1949 MdL Brandenburg, 1951-1969 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, dort 1951-1956 Fraktionsvorsitzender, 1956-1961 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Berlin, 1952-1970 MdB, 1956-1957 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, 1957-1962 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1961-1970 Vorsitzender der Exil-CDU, 1963-1970 Bundesvorsitzender bzw. ab 1967 Präsident des Gesamtverbandes der Sowjetzonenflüchtlinge, 1964-1965 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1965-1969 Sonderbeauftragter des Bundeskanzlers für Berlin.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Walter Scheel (geb. 1919)

1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1953 Tätigkeit bei den Stahlwerken Solingen, zuletzt als Prokurist und Geschäftsführer, 1950-1953 MdL Nordrhein-Westfalen (FDP), 1953-1961 selbstständiger Wirtschaftsberater bzw. seit 1958 Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts „Intermarket" und der Finanzfirma „Interfinanz", 1953-1974 MdB, 1956-1961 MdEP, 1961-1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1967-1969 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1968-1974 Bundesvorsitzender der FDP, 1969-1974 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers, 1974-1979 Bundespräsident.

Der Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder

Prof. Dr. Hans-Joachim von Merkatz siehe Der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Der Bundesminister für Familien- und Jugendfragen

Dr. Franz Josef Wuermeling (1900-1986)

1926-1931 Preußisches Ministerium des Innern, 1931-1938 Landesrat im Provinzialverband Kassel, Finanzdezernent, später Brandversicherungsdezernent, 1939 aus politischen Gründen entlassen, 1940-1947 Tätigkeit in der Basalt-Industrie, 1945 Bürgermeister von Linz/Rhein, 1946-1951 MdL Rheinland-Pfalz (CDU), 1947-1949 Staatssekretär im Ministerium des Innern des Landes Rheinland-Pfalz, 1949-1969 MdB, 1949-1950 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs im Bundeskanzleramt beauftragt, 1953-1962 Bundesminister für Familienfragen bzw. (ab 1957) für Familien- und Jugendfragen.

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