2.10.10 (k1961k): H. Beobachter der Bundesregierung beim Eichmann-Prozeß

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 14. 1961Abriegelung des Ost-Sektors in BerlinPortrait Hermann HöcherlDas Katholische Büro Bonn an den BundeskanzlerBundestagswahlen 1961

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[H.] Beobachter der Bundesregierung beim Eichmann-Prozeß

Staatssekretär Dr. van Scherpenberg teilt mit, daß auf Vorschlag des Bundesministers des Auswärtigen Rechtsanwalt von Preuschen 18, Wiesbaden, als Beobachter der Bundesregierung an dem am 11. April beginnenden Eichmann-Prozeß 19 teilnehmen wird. Dieser Beobachter soll das moralische Interesse der Bundesregierung bekunden und den politischen Ablauf des Prozesses beobachten. Staatssekretär Dr. van Scherpenberg unterrichtet das Kabinett über die weiteren von deutscher Seite am Prozeß teilnehmenden Personen. Das Kabinett nimmt Kenntnis 20.

Fußnoten

18

Korrigiert aus „Bäuschen".

19

Adolf Eichmann war im Reichssicherheitshauptamt für die Deportation der Juden in die Vernichtungslager zuständig. 1950 war er nach Argentinien geflüchtet und 1960 durch den israelischen Geheimdienst nach Israel entführt worden, wo er sich vor einem israelischem Gericht zu verantworten hatte. - Unterlagen zum Prozess in All. Proz. 6, B 305/953 bis 987, B 141/12686 bis 12692 und AA B 12, Bde. 1037 bis 1039.

20

Die Bestellung zum Beobachter der Bundesregierung erfolgte mit Schreiben van Scherpenbergs vom 24. März 1961 (AA B 1, Bd. 88), Unterlagen zur förmlichen Bestellung in B 141/21884 und B 305/1126. - Begleitet wurde von Preuschen von Legationssekretär Dr. Friedrich Kroneck als Vertreter, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und sieben weiteren Personen. Vgl. dazu den Reisebericht vom 29. März 1961 in B 305/1026 sowie den Bericht der Zentralen Rechtsschutzstelle vom 29. März 1961 in AA B 12, Bd. 1037, telegraphische Berichte von Preuschens über den Prozessverlauf in B 136/1884 und 1885, B 141/12685, B 305/1000 und 1001 sowie AA, B 12, Bd. 1037 und 1038. - Der Prozess dauerte bis zum 14. Aug. 1961, das Todesurteil wurde am 11. Dez. 1961 verkündet, von einem Revisionsgericht am 29. Mai 1962 bestätigt und in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 vollstreckt. Dazu Bericht von Preuschens vom 30. Sept. 1961 über den Prozessverlauf in AA B 7, Bd. 12 sowie Bericht (o. D.) über die Revisionsverhandlungen in AA B 81, Bd. 409. - Zur Bestellung und Tätigkeit von Preuschens vgl. auch Grosse, Eichmann-Prozeß, S. 154-169.

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