2.23.8 (k1952k): A. Attentatsversuch

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 5. 1952Das erste Kabinett Adenauer vor dem Palais SchaumburgPortrait Jakob KaiserFranz Böhm (nicht im Bild Nahum Goldmann und Moshe Sharett)Adenauer, Acheson und Schuman

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[A.] Attentatsversuch

Der Bundeskanzler teilt mit, daß die Meldungen über die hinter dem Attentat 20 stehende Gruppe durchaus ernst zu nehmen seien 21. Es müsse mit der Möglichkeit einer Wiederholung und Erstreckung auf Minister sowie ihnen nahestehende Personen gerechnet werden. Der Bundeskanzler warnt besonders vor dicken Briefen. Das Motiv für die Tat sei die Hintertreibung einer Verständigung zwischen Deutschland und Israel 22.

20

Am 27. März 1952 war in München der Versuch unternommen worden, ein Postpaket mit einer Sprengladung an den Bundeskanzler aufzugeben. Diese Absicht war von zwei Jungen vereitelt worden, die bei der Postaufgabe mißbraucht werden sollten und die Sendung der Polizei übergeben hatten. Bei der Öffnung des Paketes war ein Sprengmeister getötet und drei Polizeibeamte verletzt worden. Siehe dazu die Ausführungen Egidis in der Pressekonferenz am 28. März 1952, die Mitteilungen des BPA Nr. 342/52 und Nr. 345/52 vom 28. März 1952 sowie Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. März 1952 („Noch keine Spur von dem Attentäter"). Siehe auch Fox Tönende Wochenschau 49/52 und Neue Deutsche Wochenschau 114/52. Vgl. ferner die Sammlung der Glückwunschschreiben zu dem mißlungenen Attentat in B 136/427 und 428.

21

Zu dem Attentat hatte sich eine „Organisation jüdischer Partisanen" bekannt und weitere Anschläge angekündigt. Siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. April 1952 („Ein mysteriöser Brief zum Attentat"). - Nach Erklärungen Goldmanns war der Attentäter ein jüdischer Fanatiker, dessen Identität auf Wunsch Adenauers nicht bekanntgegeben wurde (Weymar S. 645, Osterheld S. 107). Vgl. auch das Schreiben des Bundeskriminalamtes vom 24. Mai und die Vermerke vom 26. und 29. Mai 1952 in VS-B 106/260.

22

Vgl. 204. Sitzung am 26. Febr. 1952 TOP B.

Ministerialdirektor Blankenhorn berichtet über eine telefonische Durchsage des Botschafters in Den Haag, daß auch gegen den Chefdelegierten der deutschen Verhandlungskommission mit Israel ein Attentat versucht worden sei 23.

23

Die deutsche Delegation hatte am 31. März 1952 eine mit Sprengstoff gefüllte Briefsendung erhalten, die von einer „Organisation des Partisans Juifs" unterschrieben war. Die holländische Polizei hatte die Sendung entschärft. Siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. April 1952 („Wieder ein Sprengstoffanschlag") und die Aufzeichnung des AA vom 2. April 1952 in AA II 244-13 Bd. 2.

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