2.12.7 (k1949k): 7. Allgemeines

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Kabinettsprotokolle 1949 - TitelblattDas Bundeskabinett am Tage der Vereidigung (20. Sept. 1949)Konrad Adenauer im Gespräch mit Theodor HeussFaksimile der Vorlage der Edition: die Kurzprotokolle der KabinettsitzungenAntrittsbesuch des Bundeskanzlers  bei den Hohen Kommissaren

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7. Allgemeines

a. Volltagung sämtlicher Industrie- und Handelskammern

Der Chef des Bundespräsidialamtes teilt mit, daß der Herr Bundespräsident beabsichtigt, an der Volltagung sämtlicher Industrie- und Handelskammern am 28. 10. teilzunehmen. (Zum Gewerkschaftskongreß in München war der Herr Bundeskanzler nicht eingeladen 19).

Das Kabinett kommt überein, die Teilnahme von Bundesministern an dieser Tagung noch abzusprechen 20.

b. Empfang einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes

Eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes wird am Montag, dem 17. 10, nach Bonn kommen und voraussichtlich vom Herrn Bundeskanzler empfangen werden 21. Bei der Erörterung der Kriegsgefangenenfrage soll auch auf die Lage der in westeuropäischen Ländern noch im Anklagezustand festgehaltenen Kriegsgefangenen hingewiesen werden 22.

[c.] Briefmarken

Der Bundespostminister: Eine Neuausgabe von Briefmarkenserien werde vorbereitet. Es sei angeregt worden, dafür das Bild des Herrn Bundespräsidenten zu verwenden 23. Andere Möglichkeiten werden erwogen 24.

[d.] Siegel, Stempel, Dienstflagge

Der Bundesinnenminister: Es sei erforderlich, eine provisorische, einfache Regelung für Dienstflagge, Siegel und Stempel zu finden. Um Diskussionen über Embleme zu vermeiden, werde es sich empfehlen, ein Textsiegel zu wählen, in dessen Mitte „Bundesrepublik Deutschland" und in dessen Rundumschriftung die Bezeichnung der das Siegel führenden Behörde angebracht werde, z. B. „Bundesministerium des Innern" 25.

[e.] Personalausweise [für Bundesminister]

Das Bundeskanzleramt wird gebeten, für die Bundesminister Personalausweise auszustellen.

Fußnoten

19

Böckler hatte den Bundeskanzler mit Schreiben vom 27. Sept. „ergebenst" eingeladen. Adenauer bedauerte in seinem Antwortschreiben vom 6. Okt. 1949, daß er wegen „dringender Arbeiten in Bonn" der Einladung nicht folgen könne, begrüßte es gleichzeitig „aufrichtig, daß die Gewerkschaften nunmehr einen gemeinsamen Spitzenverband, den Deutschen Gewerkschaftsbund für das Gebiet der Bundesrepublik schaffen werden". (B 136/6583).

20

Vgl. 9. Sitzung am 4. Okt. 1949 TOP 8 e und 13. Sitzung am 18. Okt. 1949 TOP 6 d.

21

Der Besuch einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes in Bonn ging auf eine Anregung des Vizepräsidenten des IRK, Martin Bodmer, zurück (Schreiben vom 21. Sept. 1949 an Adenauer in B 136/5549). Eine vorbereitende Aufzeichnung in B 150/509. Unterlagen über den Verlauf des Besuches nicht ermittelt. Der Besuch stand im Zusammenhang mit den Bemühungen des IRK um die Deutschen in Polen und der Tschechoslowakei. - Vgl. 7. Sitzung am 26. Sept. 1949 TOP B. - Fortgang 16. Sitzung am 28. Okt. 1949 TOP G.

22

Vgl. 30. Sitzung am 13. Dez. 1949 TOP A e Anm. 49.

23

Mit Schreiben vom 26. Okt. 1949 an den Bundeskanzler (B 136/4615) lehnte der Bundespräsident zunächst die Verwendung seines Bildes zur Briefmarkengestaltung ab. Heuss argumentierte so: „... Nun möchte ich Sie und die Herren des Kabinetts bitten, von diesem Gedanken Abstand zu nehmen. Ich bitte Sie, das nicht für eine Koketterie der Bescheidenheit zu halten, sondern es ist eine sehr ernsthafte Überlegung. Mein Bemühen muß sein und ist es, in dem Stil der sogenannten Repräsentation und in der Aufgabe, den Staat im Volksgefühl zu integrieren, von all den Formen mich zu distanzieren, die in der nationalsozialistischen Zeit üblich gewesen sind. Ich möchte nie als der Nachfolger Hitlers wirken und also auch nicht jetzt gleich beim Beginn meines Amtes die Gewöhnung dieser Zeit übernehmen. Ich weiß gut genug, daß sozusagen technisch ein Bild von mir ein verhältnismäßig bequemer Ausweg wäre, da ein unmittelbar wirksames und nicht bestreitbares Symbol uns leider noch fehlt. Daß die kommende gemeinsame Briefmarke als Leistung graphischer Kunst besser sein mag als manches Beispiel deutscher Vergangenheit, ist auch mein lebhaftester Wunsch. Ich persönlich würde keine Bedenken haben, in einer guten Gestaltung den traditionellen Adler zu verwenden, aber es mag auch etwas anderes gefunden werden; bloß soll niemand sagen: gerade wie bei Hitler."

24

Seebohm notierte dazu: „Kopf Heuss oder Länderwappen oder Allegorien oder?" (NL Seebohm/6). - Fortgang 16. Sitzung am 28. Okt. 1949 TOP 9.

25

Fortgang 16. Sitzung am 28. Okt. 1949 TOP A.

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