2.20.9 (k1950k): 9. Konfessionsstatistik der Ministerien und Besetzung der Konsularvertretungen im Ausland

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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9. Konfessionsstatistik der Ministerien [und Besetzung der Konsularvertretungen im Ausland]

Bei der Besprechung über die konfessionelle Zusammensetzung 22 der Bundesministerien bringt der Bundeskanzler zum Ausdruck, daß es im Interesse der Zusammenarbeit liege, wenn auch auf die konfessionelle Zusammensetzung der Bundesministerien geachtet werde. Die Frage, wie die Verhältnisse in den Ländern liegen, stehe hier nicht zur Debatte. Bei dem Personal der im Aufbau befindlichen konsularisch-wirtschaftlichen Vertretungen zeige sich das gleiche Bild, das sich aus der Konfessionsstatistik der Bundesministerien ergebe.

Der Bundesminister für Verkehr erwähnt die Pressenotiz 23 über die angebliche Ernennung des FDP-Abgeordneten Dr. Oellers 24 zum Generalkonsul in London 25. Der Bundeskanzler teilt in diesem Zusammenhang mit, daß die britische Regierung einen Fachmann und nicht einen Politiker als Generalkonsul in London wünsche. Offenbar solle jeder Anschein vermieden werden, als ob dem deutschen Generalkonsul eine diplomatische Funktion zukomme. Das gleiche Bestreben habe man anscheinend auch in den USA. Deswegen solle das deutsche Generalkonsulat nicht in Washington, sondern in New York errichtet werden. Er beabsichtige, den Hohen Kommissaren zur Klarstellung die Frage vorzulegen, ob die Konsulate einen ausgesprochen fachlichen Charakter tragen sollen 26.

Der Bundeskanzler fordert die Bundesminister auf, Personalvorschläge für die Besetzung der konsularisch-wirtschaftlichen Vertretungen im Ausland zu machen. Die zu besetzenden Stellen werde er ihnen im einzelnen mitteilen 27. Er spricht ferner die Erwartung aus, daß auf der anderen Seite auch die Bundesminister mit ihm und dem Kabinett Fühlung aufnehmen, wenn Zweifel wegen der Besetzung einer Stelle in ihrem Geschäftsbereich bestehen.

Das Presse- und Informationsamt soll Nachforschungen über die Presseagentur Fuchs anstellen, die falsche Meldungen verbreitet 28.

Fußnoten

22

Vgl. 34. Sitzung am 10. Jan. 1950 TOP D. - Globke hatte den Bundesministern mit Schreiben vom 31. Jan. 1950 eine Aufstellung über die konfessionelle Zusammensetzung der Bediensteten der Bundesministerien als Vorlage für die Behandlung im Kabinett zugesandt und um vertrauliche Behandlung gebeten, „damit eine Beunruhigung der katholischen Bevölkerung vermieden wird" (NL Heinemann/24). - Siehe dazu auch Morsey S. 226-229.

23

Siehe dazu Die Welt vom 13. März 1950 („Dr. Oellers bestätigt"). - Zum Vorschlag der FDP, Oellers nach London zu entsenden, siehe Schreiben Schäfers vom 2. März 1950 in NL Adenauer/12.32; vgl. auch Schreiben Oellers' vom 26. April 1950 in NL Adenauer/10.04.

24

Dr. Fritz Oellers (1903-1977). 1949-1951 MdB; 1951-1956 Generalkonsul und Botschafter in Brasilien, 1956-1959 Botschafter in der Türkei.

25

Adenauer wandte sich am 16. März 1950 an Wilhelm Vocke und an Hans Schlange-Schöningen mit der Frage, ob sie als Generalkonsul nach London gehen wollten (NL Adenauer/10.02). Siehe dazu auch Schreiben Blüchers vom 3. Mai 1950 wegen der Entsendung Krekelers als Generalkonsul in New York in NL Adenauer/21. - Erster Generalkonsul der Bundesrepublik in London wurde Hans Schlange-Schöningen.

26

Adenauer erörterte diese Fragen mit den Hohen Kommissaren am 22. März 1950 (Foreign Office 1005/1126). - Nach Art. IV des Petersberger Abkommens vom 22. Nov. 1949 konnte die Bundesregierung schrittweise die Wiederaufnahme von konsularischen und Handelsbeziehungen „mit den Ländern in Angriff nehmen, mit denen derartige Beziehungen als vorteilhaft erscheinen." - Unterlagen zum Aufbau der konsularischen Vertretungen in AA 105-07 und 106-00; vgl. dazu auch Haas S. 21-64 und 60. Sitzung am 25. April 1950 TOP 4.

27

Fortgang 83. Sitzung am 14. Juli 1950 TOP F.

28

Es handelte sich nicht um eine Presseagentur, sondern um den von Dr. Hans Fuchs, Bad Godesberg, herausgegebenen Informationsdienst „Bonner Privat-Informationen". - Unterlagen zu den Nachforschungen des BPA nicht ermittelt.

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