2.26.28 (k1950k): H. Pfingsttreffen der FDJ

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[H.] Pfingsttreffen der FDJ

Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen bezeichnet die FDJ 70-Veranstaltung zu Pfingsten dieses Jahres als eine sehr ernst zu nehmende Angelegenheit, deren Verlauf nicht übersehen werden könne. Auch von alliierter Seite sei ihm gesagt worden, daß die daraus entstehenden Gefahren nur abgewehrt werden können, wenn alle erforderlichen Vorbereitungen getroffen werden. Es sei von alliierter Seite insbesondere angeregt worden, noch vor Pfingsten in Berlin eine Ausstellung unter dem Motto: „Das freie Deutschland schützt die freie Stadt Berlin" zu veranstalten. Da dies aus technischen und finanziellen Gründen nicht mehr möglich sei, habe er die laufende Veranstaltung von sportlichen Wettbewerben, Kunstausstellungen und künstlerischen Veranstaltungen in Aussicht genommen. Alliierte Mitwirkung und Hilfe seien in Aussicht gestellt worden. Der Bundesminister für Verkehr erklärt, der Bundesbahn und der Bundespost die Anweisung gegeben zu haben, für das Pfingsttreffen keine Sonderzüge zur Verfügung zu stellen und bei der Gestellung von Sonderzügen zu größeren Grenzstädten äußerste Zurückhaltung zu üben. Dadurch werde der Propaganda der Sowjetzone, die unter zugkräftigen Parolen sich um die Teilnahme der deutschen Jugend bemühe, entgegengetreten.

Auf Antrag des Bundesministers für gesamtdeutsche Fragen beschließt das Kabinett, die Frage der Anwesenheit von Kabinettsmitgliedern zu Pfingsten in Berlin in der nächsten Kabinettssitzung zu entscheiden 71.

Fußnoten

70

Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) war 1946 in der sowjetischen Besatzungszone als „unabhängige und überparteiliche" Jugendorganisation gegründet worden und hatte sich auch auf die westlichen Besatzungszonen bzw. das Gebiet der Bundesrepublik ausgedehnt. Die FDJ wurde zentral aus Berlin (Ost) gelenkt, der erste Vorsitzende Erich Honecker war zugleich Kandidat des Politbüros der SED. 1951 wurde die FDJ in der Bundesrepublik verboten (siehe 155. Sitzung am 26. Juni 1951 TOP D). Unterlagen dazu in B 106/16018 und 16026 sowie B 141/214. - Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte mit Schreiben vom 21. Febr. 1950 den BMI gebeten, gemeinsam mit den Innenministern der Länder Maßnahmen gegen das Pfingsttreffen der FDJ zu ergreifen (NL Heinemann/25).

71

Fortgang 60. Sitzung am 25. April 1950 TOP 13.

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