2.27.22 (k1950k): E. Beteiligung des Bundesministers Heinemann an der Synode in Berlin

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[E. Beteiligung des Bundesministers Heinemann an der Synode in Berlin]

Der Bundesminister für Verkehr hält eine Aussprache über die Beteiligung des Bundesministers des Innern als Präsident der Synode an der in Berlin stattfindenden Tagung für erforderlich 65. Minister Heinemann hat in seiner Eigenschaft als Präsident der Synode zu einer Veranstaltung geladen, zu der auch Vertreter der ostzonalen Regierung gebeten worden sind. Sämtliche Kabinettsmitglieder vertreten den Standpunkt, daß eine Teilnahme des Ministers Heinemann an einer Veranstaltung, auf der offizielle Vertreter der Ostzone erscheinen, nicht möglich ist. Minister Heinemann weist auf den rein kirchlichen Charakter der Veranstaltung hin und hält es schlechterdings für ausgeschlossen, von seiner Teilnahme Abstand zu nehmen, nachdem er bereits die Einladungen versandt habe. Der Bundeskanzler bittet Minister Heinemann nachdrücklichst zu überprüfen, in welcher Weise den Schwierigkeiten aus dem Wege gegangen werden kann 66.

Fußnoten

65

Vgl. 58. Sitzung am 13. April 1950 TOP G.

66

Die Synode tagte vom 23.-27. April 1950 in Berlin-Weissensee. Am Eröffnungsgottesdienst nahm als Repräsentant der Regierung der DDR der stellvertretende Ministerpräsident Nuschke teil (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. April 1950). - Unterlagen zum Verlauf der Tagung in NL Heinemann/283. - Heinemann bot in diesem Zusammenhang erstmals seinen Rücktritt an. In einer Aktennotiz zu seiner Rücktrittserklärung vom 31. Aug. 1950 hielt er fest: „.... Zum ersten Mal sprach ich in der Kabinettssitzung vom 21. April von Rücktritt, als der Herr Bundeskanzler mich in dieser Sitzung aufforderte, meine als Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland für den 23. April ausgesprochene Einladung zu einem Empfangsabend in Berlin unter Einbeziehung beider Berliner Magistrate, aller Stadtkommandanten und beider Regierungen rückgängig zu machen. Diese Aufforderung war schon rein technisch nicht zu realisieren. Infolgedessen konnte ich einen Ausweg aus der vom Herrn Bundeskanzler befürchteten Kollision nur in einem Ausscheiden aus der Bundesregierung sehen......" (NL Heinemann/254). - Fortgang 62. Sitzung am 2. Mai 1950 TOP B.

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