2.3.8 (k1950k): A. Demontage

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[A.] Demontage

Der Bundeskanzler teilt aus den gestrigen Verhandlungen mit den Hohen Kommissaren 26 mit, daß sich diese in Bezug auf die Fischer-Tropsch-Anlagen, Salzgitter 27, Töggingen 28 und andere Werke 29 sehr ablehnend gezeigt hätten. Eine entsprechende Note 30 sei bereits unterwegs, solle aber nach der getroffenen Abrede weder von alliierter noch von deutscher Seite veröffentlicht werden.

Hinsichtlich der Fischer-Tropsch-Anlagen hätten die Hohen Kommissare der Bildung einer gemischten Technischen Kommission zugestimmt, die die Frage einer Umstellung der in Betracht kommenden 3 Werke mit dem Ziel prüfen soll, die Voraussetzungen für eine Fabrikationsgenehmigung zu schaffen. Die von dem Bundesminister für Arbeit aufgeworfene Frage, ob unter diesen Umständen eine weitere Beurlaubung der Belegschaft erforderlich sei, wird von dem Bundeskanzler bejaht 31.

Fußnoten

26

Vgl. Wortprotokoll der Besprechung der AHK mit dem Bundeskanzler am 12. Jan. 1950 (Foreign Office 1005/1126 und AA Büro StS Bd. 89).

27

Vgl. 25. Sitzung am 23. Nov. 1949 TOP A b. - Fortgang 51. Sitzung am 7. März 1950 TOP B.

28

Zu den Bemühungen der Bundesregierung, die Demontage bei den Aluminiumwerken in Töging (Bayern) abzuwenden vgl. insbesondere AA 244-04, Aluminiumwerke Töging, Bd. 1 und 2.

29

Zur Demontage weiterer Werke vgl. B 102/3862-3877.

30

In der Note vom 12. Jan. 1950 wies die AHK die von Adenauer vorgetragenen Argumente gegen eine Demontage des Schmelzofens III der Aluminiumwerke in Töging zurück (AA 244-04, Töging Bd. 1).

31

Gemäß Art. VI des Washingtoner Abkommens vom 19. April 1949 über verbotene und beschränkte Industrien sollte die Erzeugung von Benzin, Öl, Schmierstoffen und Hydrokarbonwachsen aus Kohle nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren bis zum 31. Dez. 1949 eingestellt werden (vgl. Harmssen, S. 169). Von der Betriebseinstellung waren betroffen die Gewerkschaft Victor in Castrop-Rauxel, die Krupp-Treibstoffwerke in Wanne-Eickel und die Katalysator-Fabrik der Ruhrchemie in Oberhausen. Zur Vermeidung der Betriebsschließung hatten die betroffenen Unternehmen Produktionsumstellungen vorgeschlagen, die auch Adenauer gegenüber der AHK - auch zur Verhinderung zusätzlicher Arbeitslosigkeit - befürwortet hatte. Den Unternehmen selbst hatte Adenauer empfohlen, keine Entlassungen vorzunehmen, die Belegschaft vielmehr bis zu einer Entscheidung der AHK zu beurlauben. (AA 244-04, Fischer-Tropsch, Bd. 1). - Fortgang hierzu 53. Sitzung am 17. März 1950 TOP 6.

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