2.5.18 (k1950k): J. Bericht über die Tagung des Rates der evangelischen Kirche in Halle

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[J.] Bericht über die Tagung des Rates der evangelischen Kirche in Halle

Nach dem Bericht des Bundesministers des Innern vollzog sich die Tagung 54 in Halle ohne Sensationen. Russische Offiziere, die ihre Zulassung zur Tagung forderten, konnten von ihrem Vorhaben abgebracht werden und erklärten später ihre Forderung als Irrtum. Der Bundesminister des Innern übergibt den Kabinettsmitgliedern die vom Rat gefaßte Resolution 55 und den Grüberbericht 56 und erläutert beide Dokumente. Der Grüberbericht sei ohne vorherige Abrede unter Umständen zustande gekommen, die durch einen Zufall bestimmt waren und eine Täuschung durch die Russen ausschließen. Der Bericht habe auf die sowjetische Besatzungsmacht zweifellos beruhigend gewirkt und zur Ankündigung der Freilassung von 15.000 Lagerinsassen geführt. Der Kampf um die weiterhin festgehaltenen 15.000 müsse fortgesetzt werden.

Der Bundesminister für Angelegenheiten des Marshall-Plans dankt dem Bundesminister des Innern für den Bericht.

An den Bericht schließt sich eine Aussprache über das Verhältnis der beiden Konfessionen und über die Rolle Gerstenmaiers 57 an.

Fußnoten

54

Die Tagung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, dessen Mitglied Heinemann war, hatte am 17. und 18. Jan. stattgefunden.

55

Resolution in NL Heinemann/283. Sie enthält eine Stellungnahme zu den Äußerungen Niemöllers (vgl. 34. Sitzung am 10. Jan. 1950 TOP E); die von Dibelius vorbereitete Stellungnahme wurde vom Rat so abgeändert, daß der direkte Bezug zu Niemöllers Äußerung nicht mehr sichtbar war (ebenda). Schriftwechsel zur Resolution in NL Heinemann/24.

56

Zum Bericht des Propstes Grüber (ebenda) vgl. 34. Sitzung am 10. Jan. 1950 TOP E.

57

Im Protokolltext: „Gerstenmeiers". - D. Dr. Eugen Gerstenmaier (geb. 1906). Oberkonsistorialrat, Mitglied des Kreisauer Kreises und nach Beteiligung am Staatsstreich vom 20. Juli 1944 zu Zuchthausstrafe verurteilt; 1945-1951 Leiter des Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Mitglied der Synode der EKD; 1949-1969 MdB (CDU), 1954-1969 Präsident des Deutschen Bundestages. Zur Rolle Gerstenmaiers in den Anfangsmonaten der Bundesrepublik vgl.: Eugen Gerstenmaier, Streit und Friede hat seine Zeit - Ein Lebensbericht, Frankfurt, Berlin, Wien 1981, insbes. S. 293-319.

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