2.52.3 (k1950k): C. Brotpreis

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 4). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[C.] Brotpreis

Der Vizekanzler gibt den Wortlaut eines Briefes des Deutschen Gewerkschaftsbundes bekannt, in dem die Rückgängigmachung der Verteuerung von Brot und Fett gefordert wird. Der DGB wendet sich auch gegen jede Qualitäts- und Quantitätsminderung bei Brot 15. Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berichtet dem Kabinett, daß in Verhandlungen mit dem Mühlen- und Bäckergewerbe am vergangenen Freitag die Lieferung einer Brotsorte zum alten Preise verlangt worden sei 16. Man sei dazu auch bereit gewesen, habe aber das Mehl stärker ausmahlen wollen. Damit habe man sich jedoch nicht einverstanden erklärt, sondern die Lieferung einer „marktgängigen" Sorte verlangt, d. h. einer bisher schon im Handel befindlichen Brotsorte in unverminderter Qualität. Daraufhin habe das Mühlengewerbe einen neuen Vorschlag gemacht: Der Roggenanteil für das Brot zum alten Preis soll in der bisherigen Qualität, der Weizenanteil aber nicht in der Type 1050, sondern in der Type 1200 geliefert werden. Die Lieferung einer anderen Weizenmehltype 17 sei damit begründet worden, daß nur auf diese Weise die Verwendung des für das verbilligte Brot gelieferten Weizenmehles zur Herstellung anderer nicht preisgebundener Backwaren verhindert werden könne. Das Bäckergewerbe werde zu diesem Vorschlag heute Stellung nehmen 18.

Bei der Aussprache ergibt sich, daß das Kabinett mit dem Vorschlag des Mühlengewerbes einverstanden wäre. Es wird festgestellt, daß die Mischbrotsorte zum alten Preise keine Qualitätsverschlechterung aufweisen würde; lediglich das Aussehen wäre etwas unansehnlicher.

Fußnoten

15

Zum Schreiben des DGB vom 10. Juli 1950 siehe 85. Sitzung am 21. Juli 1950 TOP A. - Weitere Proteste und Entschließungen von Kreisverbänden und Verbraucherorganisationen in B 136/2219.

16

Vgl. hierzu 83. Sitzung am 14. Juli 1950 TOP B.

17

Zu den einzelnen handelsüblichen Mehltypen und deren Rechtsgrundlage vgl. B 116/8976.

18

Fortgang 85. Sitzung am 21. Juli 1950 TOP A.

Extras (Fußzeile):