2.64.16 (k1950k): G. Gemälde-Ausstellung in Berlin

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Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

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[G.] Gemälde-Ausstellung in Berlin

Der Bundesfinanzminister unterrichtet das Kabinett von der in Berlin im Zusammenhang mit der Industrieausstellung geplanten Gemäldeausstellung. Berlin habe um Überlassung der Bilder des früheren Kaiser-Friedrich-Museums gebeten, die sich augenblicklich im Zonenkunstgutlager Wiesbaden befinden. Wenn dem Ansuchen entsprochen werden sollte, könne dies nur unter folgenden Voraussetzungen geschehen:

1.

die Bilder müßten versichert werden,

2.

die Überlassung müsse auf einen Zeitraum von 6 Monaten beschränkt werden,

3.

Berlin müsse sich zur jederzeitigen Zurückgabe auf Abruf bereiterklären,

4.

Berlin müsse das Eigentum des Bundes an den Bildern anerkennen.

Der Bundeskanzler vertritt die Auffassung, daß im gegenwärtigen Augenblick eine Versendung unersetzbarer Kunstwerte nach Berlin nicht in Betracht komme. Er weist darauf hin, daß er schon im Sommer dieses Jahres ein ähnliches Ersuchen der britischen Regierung abgelehnt habe. Das Kabinett schließt sich dieser Auffassung gegen den Widerspruch des Bundesministers für gesamtdeutsche Fragen an. Berlin soll auf Vorschlag des Bundesministers für den Marshallplan mitgeteilt werden, daß der Bund eine repräsentative nationale Kunstausstellung im Sommer des nächsten Jahres beabsichtige und aus diesem Grunde dem Wunsche nicht nachkommen könne.

Bei dieser Gelegenheit gibt der Bundeskanzler bekannt, daß sich die Schweiz erboten habe, Kunstschätze im Falle der Gefahr in einem für diesen Zweck hergerichteten Bergstollen sicher unterzubringen, von wo aus sie im Bedarfsfalle nach Spanien und Nordafrika gebracht werden könnten. Die Frage einer Verlagerung soll federführend im Bundesinnenministerium bearbeitet werden. Der Bundesinnenminister wird Staatssekretär Dr. Wende mit dieser Aufgabe beauftragen 48.

Fußnoten

48

Zu den ersten Bemühungen um eine Rückführung des Preußischen Kulturbesitzes nach Berlin vgl. 53. Sitzung am 17. März 1950 TOP J. - Fortgang 97. Sitzung am 19. Sept. 1950 TOP A.

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