2.9.8 (k1950k): B. Elektrifizierung des Ruhrgebietes

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 1). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Titelblatt: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1950Portrait Walter StraußPortrait Hans LukaschekSchreiben Adenauers zur Entlassung von Heinemann.Portrait: Robert Lehr

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Elektrifizierung des Ruhrgebietes

Das Kabinett erörtert eingehend den Vorschlag des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen für die Elektrifizierung des Ruhrgebietes. Der Bundeskanzler weist darauf hin, daß dieser Vorschlag große Beachtung gefunden habe. Besonders eindrucksvoll sei das Argument, daß durch die Elektrifizierung eine Auflockerung der Menschenzusammenballungen in den Großstädten des Ruhrgebietes und damit eine großzügige Siedlung ermöglicht werde 31.

Der Bundesminister für Verkehr hebt die Schwierigkeiten und Bedenken hervor, die von der Bundesbahn geltend gemacht werden.. Die Bundesbahn sei nur dort an einer Elektrifizierung interessiert, wo die Kohlen hingebracht werden müssen. Er macht weiter geltend, daß infolge der zahlreichen Werksanschlüsse im Ruhrgebiet erhebliche Schwierigkeiten entstehen würden. Ferner sei zu bedenken, daß bei einer Elektrifizierung zwar die Notwendigkeit entfalle, die Arbeiter in der Nähe ihrer Arbeitsstätte anzusiedeln, dafür aber das Problem der Heranführung der Arbeiter von den Haltestellen zu den Arbeitsstätten entstehe; schließlich befürchtet der Bundesminister für Verkehr eine Schmälerung der Ertragslage der Zechen. Die Verwirklichung dieses Planes werde sehr viel Zeit und Geld kosten.

Der Bundeskanzler hält alle Argumente gegenüber dem Argument des Siedlungsgedankens nicht für stichhaltig und empfiehlt, daß sich die zuständigen Stellen des Verkehrsministeriums den Anregungen des Ministerpräsidenten nicht verschließen und wenigstens an die Planungen herangehen sollen.

Fußnoten

31

Ministerpräsident Arnold, der auch Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen war, hatte dem Bundeskanzler mit Schreiben vom 24. Jan. 1950 die bisher erschienenen Hefte der Schriftenreihe des Verkehrsministeriums zugeleitet und dabei zu Heft 2 betont, daß die Arbeiten des Herrn Dr. Schwering über die Elektrifizierung an Rhein und Ruhr zu „ganz vorzüglichen Ergebnissen geführt haben". (B 136/1493). - Fortgang 52. Sitzung am 14. März 1950 TOP C.

Extras (Fußzeile):