2.49.19 (k1951k): A. Besuch des Bundeskanzlers in Rom

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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[A.] Besuch des Bundeskanzlers in Rom

Der Bundeskanzler teilt mit, daß sein Besuch in Rom zur vollsten Zufriedenheit verlaufen sei. Er gibt dem Kabinett von seinen Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten und dem italienischen Außenminister sowie sonstigen Persönlichkeiten Kenntnis und schildert seine in Italien gewonnenen Eindrücke. Er empfiehlt die Entsendung von Fachleuten aus den Ministerien nach Italien zum Studium bestimmter Fragen, wie z. B. der Organisation der Feuerwehr, der Ablösung des Besatzungsstatuts sowie wirtschaftlicher Fragen. Der Bundeskanzler kommt sodann unter Herausstellung von Vergleichen mit italienischen Verhältnissen auf die innen- und außenpolitische Lage der Bundesrepublik zu sprechen und entwickelt die leitenden Gesichtspunkte, die in der gegenwärtigen Situation für die Gesamtpolitik maßgebend sein müssen 45.

Fußnoten

45

Unterlagen zur Vorbereitung des Staatsbesuches des Bundeskanzlers vom 14.-19. Juni 1951 in AA II 752 - 01 und NL Adenauer/12.42. - Vgl. dazu die Mitteilungen des BPA Nr. 426/51 vom 29. Mai 1951, Nr. 526/51 und 535/51 vom 24. Juni 1951 sowie die Ausführungen Adenauers bei dem Presse-Tee am 28. Juni 1951 in B 145 I/16 und Teegespräche S. 98. - Siehe auch Welt im Film Nr. 316 und Neue Deutsche Wochenschau Nr. 73/51 und 74/51. - Seebohm notierte vom Bericht des Bundeskanzlers: „Adenauer über Besuch in Italien. Sehr frisch zurückgekehrt. Je 2 Aussprachen mit de Gasperi und G[RA]f Sforza, je mehrere Stunden unter vier Augen. Kommunistisches Problem: kein nennenswerter Stimmenrückgang bei Gemeindewahlen. Vorbildliche innere Sicherung: Polizei, Kriminalbeamte, Militär, staatl[iche] Feuerwehr (als T[echnische] N[othilfe]!!). Ergebnis: gleiche Auffassung über Weltlage, Bedrohung Osten, gleiche Ausgangslage, Sicherung Europas durch Einigung und US-Hilfe auf Dauer. USA wird auf die Dauer keine Truppen in Europa halten. Daher eigene europäische Truppen, aber nicht auf Grund Pleven-Plan. Keine bilateralen Verhandlungen, sondern im Sinne Europas (Dreifuß: Italien, Frankreich, Deutschland). Allseits, auch von Bevölkerung, sehr herzlicher, freundschaftlicher Empfang. Keine Ressentiments wie in Frankreich. Keine Neigung für England, wenig für Frankreich, viel für uns und USA. Besuch beim Papst, über 1 St[UN]d[e] allein. Italien: Streik erlaubt bei Beamten pp, sehr störend; sehr kleine Beamtengehälter. Gegenbesuch der Italiener im Herbst. Österreich: guter Eindruck der Polizei (Bundesebene), sehr freundlicher Empfang durch Behörden." (NL Seebohm/7). - Vgl. auch die Unterlagen in NL Blankenhorn/7.

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