2.61.1 (k1951k): A. Besprechung Adenauers mit Blücher

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 4. 1951Kabinettssitzung im Palais Schaumburg am 5. Juni 1951.Foto: Die Hochkomissare der drei Westmächte in Deutschland.Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - Verdienstkreuz am BandeFoto: Otto Lenz

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[A. Besprechung Adenauers mit Blücher]

Der Bundeskanzler unterrichtet das Kabinett über die am Vortage stattgefundene Unterredung mit Vizekanzler Blücher, in der über die schwebenden Fragen gesprochen und Einverständnis erzielt worden sei. Der Bundeskanzler beanstandet die Art und Weise, in der in letzter Zeit in unerträglicher Weise Gerüchte durch die Presse verbreitet worden seien. Das Presseamt werde gebeten, doch einmal mit den maßgeblichen Journalisten Verbindung aufzunehmen, um zu erreichen, daß auch in der Presse die Atmosphäre beruhigt werde 1.

Fußnoten

1

Der Bundeskanzler hatte die Zeit vom 17. Juli bis 17. Aug. 1951 auf dem Bürgenstock bei Luzern verbracht und u. a. am 8. und 9. Aug. 1951 die führenden Repräsentanten des DGB empfangen (vgl. 165. Sitzung am 2. Aug. 1951 TOP 1 und 169. Sitzung am 28. Aug. 1951 TOP B). - Daraufhin hatte Blücher am 9. Aug. 1951 telefonisch vergeblich um einen Besuchstermin gebeten und anschließend an den Bundeskanzler telegraphiert: „Meine Ankündigung eines Besuches am kommenden Mittwoch ist Ergebnis ernstester Besprechungen und Überlegungen. Halte vor jeder Entschließung in irgendwelcher Richtung eine gemeinsame Beratung für notwendig, falls nicht heutige Zusammensetzung, Mehrheit und Regierung gefährdet werden soll. Bin in keiner Weise von der Möglichkeit überzeugt, daß gestrige Verhandlungspartner politisch in dem von Ihnen gewünschten Sinn eingefangen werden können [...]" (NL Blücher/79 und NL Adenauer/12.32). Auf dieses Telegramm hatte Adenauer (mit Briefkopf: Der Vorsitzende der CDU) am 13. Aug. 1951 u. a. geantwortet: „Ebenso bedauerlich finde ich Ihr Vorgehen, weil Sie überhaupt nicht darüber unterrichtet sein konnten, was ich mit Vertretern der Gewerkschaften besprochen habe. Es ist schon mehr als ungewöhnlich, sich in dieser Weise an die Öffentlichkeit zu wenden, ohne zu wissen, was verhandelt worden ist [...]" (ebenda). - Vgl. dazu Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Aug. 1951 („Koalitionspartner warnen Adenauer"). - Lenz notierte dazu: „Kabinettssitzung in der der B[undes]k[anzler] es nicht einmal für nötig hielt auf die ganze Affaire mit Blücher überhaupt einzugehen [...]. Im übrigen war nicht herauszubekommen, woher Schumacher Kenntnis von dem Telegrammwechsel mit Blücher bekommen hatte und woher die Indiskretionen aus den Briefen des Kanzlers an Blücher stammten." (NL Lenz/Tagebuch). - Vgl. auch die Ausführungen Kruegers in der Pressekonferenz am 21. Aug. 1951 in B 145 I/18.

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