2.4.10 (k1952k): F. Nationalhymne

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 5. 1952Das erste Kabinett Adenauer vor dem Palais SchaumburgPortrait Jakob KaiserFranz Böhm (nicht im Bild Nahum Goldmann und Moshe Sharett)Adenauer, Acheson und Schuman

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[F.] Nationalhymne

Unter Hinweis auf die Olympischen Spiele wird von dem Vizekanzler die Frage der Nationalhymne aufgeworfen 35. Er hält es für erforderlich, daß diese Frage noch vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Oslo 36 geklärt werde. Demgegenüber weist der Chef des Bundespräsidialamtes darauf hin, daß u. a. der deutsche Gesandte in Oslo gebeten habe, von dem Spielen des Deutschlandliedes wegen der besonderen Schwierigkeiten in Norwegen abzusehen 37. Der Bundespräsident beabsichtige deswegen, vor den Olympischen Winterspielen keine Entscheidung mehr zu treffen 38. Das Auswärtige Amt wird beauftragt, bei der norwegischen Regierung wegen des Deutschlandliedes Rückfrage zu halten 39. Der Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates spricht sich für sämtliche Strophen des Deutschlandliedes als Nationalhymne aus 40.

Fußnoten

35

Vgl. 167. Sitzung am 21. Aug. 1951 TOP C. - Die Nationalhymne hatte der Bundespräsident zu bestimmen. Heuss hatte wegen der Problematik der ersten Strophe des Deutschlandliedes als neue Nationalhymne die „Hymne an Deutschland" von Rudolf Alexander Schröder vorgeschlagen und damit eine politische und öffentliche Diskussion hervorgerufen (vgl. Pikart S. 95-98).

36

Die VI. Olympischen Winterspiele fanden vom 14. bis 25. Febr. 1952 in Oslo statt.

37

Der deutsche Gesandte in Norwegen hatte am 15. Nov. 1951 berichtet, der Präsident des norwegischen Olympischen Komitees sei an ihn mit der Bitte herangetreten, „daß statt des Deutschlandliedes - und sei es auch nur die dritte Strophe - nach einer anderen Lösung gesucht wird" (AA II 472-00 und B 106/1737).

38

Infolge der anhaltenden Ablehnung des Deutschlandliedes in Norwegen wurde als Ausweg die Melodie „Freude schöner Götterfunken" aus der Neunten Sinfonie Beethovens gewählt (Vermerk vom 5. Febr. 1952 in B 106/1737). Vgl. auch Bulletin vom 28. Febr. 1952 S. 231.

39

Siehe dazu das Schreiben von Heuss an Adenauer vom 24. Jan. 1952 in B 122/2242.

40

Die Äußerung des Bundesratsministers zu dieser Frage wurde am 12. Febr. 1952 in das Protokoll nachgetragen, nachdem Hellwege mit Schreiben vom 4. Febr. 1952 ausdrücklich um eine Ergänzung gebeten hatte (B 136/4799). - Fortgang 215. Sitzung am 29. April 1952 TOP 8.

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