2.49.19 (k1952k): J. Europäische Zahlungsunion und Untersuchungsausschuß über die Personalpolitik im Auswärtigen Amt

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[J. Europäische Zahlungsunion und Untersuchungsausschuß über die Personalpolitik im Auswärtigen Amt]

Der Bundesminister für den Marshallplan gibt bekannt, daß die Europäische Zahlungsunion nur um ein Jahr verlängert worden sei 71. Er teilt weiter mit, daß der Journalist Gerold 72 in der „Frankfurter Rundschau" im Zusammenhang mit dem Ausschußbericht 73 über die Personalverhältnisse im Auswärtigen Amt, den er - wie er wahrheitsgemäß in Berlin versichert habe - überhaupt nicht kenne, Angriffe gegen ihn gerichtet habe 74. Der Bericht ist - wie festgestellt wird - der Bundesregierung noch nicht zugeleitet worden. Es soll versucht werden, zu ermitteln, wem Gerold seine Informationen über den Inhalt des Berichtes verdankt.

Fußnoten

71

Vgl. 226. Sitzung am 10. Juni 1952 TOP D. - Siehe Mitteilung des BPA Nr. 652/52 vom 1. Juli 1952 und „Bericht des BMM über die Ratsbeschlüsse der OEEC zur Fortsetzung der Europäischen Zahlungsunion (EZU)" vom 10. Juli 1952 in NL Blücher/289.

72

Karl Gerold (1906-1973). ab 1922 Tätigkeit für die SPD und Mitarbeiter verschiedener Zeitungen, u. a. „Volkswacht" (Freiburg/BR.); 1933-1945 Emigration in der Schweiz, Tätigkeit als Schriftsteller und Korrespondent schweizerischer Zeitungen, 1942 Gründer des „Bund Deutscher Revolutionärer Sozialisten"; 1946-1973 Lizenzträger, Mitherausgeber und Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau".

73

Vgl. 212. Sitzung am 1. April 1952 TOP B c. - Siehe schriftlicher Bericht des Untersuchungsausschusses vom 18. Juni 1952 (BT-Drs. Nr. 3465).

74

Gerold hatte in einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 28. Juni 1952 („Das schiefe Bild") die Entsendung des Legationsrates I. Kl. Dr. Heinz Trützschler von Falkenstein zu den Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel (vgl. 234. Sitzung am 11. Juli 1952 TOP D) kritisiert, nachdem der Untersuchungsausschuß sich gegen seine Verwendung im Ausland ausgesprochen hatte, weil er während des Krieges im Auswärtigen Amt u. a. die „Sprachregelungen" entworfen hatte, deren sich die deutschen diplomatischen Vertretungen im Ausland bedienen sollten. Auf den Artikel hatte Blücher in einer Rede in Berlin mit der Feststellung reagiert, er halte es für „unerträglich", wenn verdiente Beamte in der Öffentlichkeit diffamiert würden, ohne daß die offiziellen Untersuchungen abgeschlossen wären. In der Frankfurter Rundschau vom 30. Juni 1952 hatte Gerold den Äußerungen Blüchers widersprochen und auf den Abschluß des Untersuchungsberichts hingewiesen („Blücher und Hallstein zur Entsendung von Trützschlers nach Den Haag").

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