2.54.13 (k1952k): E. Neue Deutsche Wochenschau

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 5. 1952Das erste Kabinett Adenauer vor dem Palais SchaumburgPortrait Jakob KaiserFranz Böhm (nicht im Bild Nahum Goldmann und Moshe Sharett)Adenauer, Acheson und Schuman

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[E.] Neue Deutsche Wochenschau

Bundestagsabgeordneter Vogel berichtet über die Situation in der Neuen Deutschen Wochenschau 40. Das Unternehmen befände sich, obwohl von der Regierung finanziert, in den Händen der Opposition. Eine Bereinigung im Verwaltungsrat, Aufsichtsrat und der Geschäftsführung sei unbedingt notwendig 41.

Der Bundesminister des Innern übernimmt es, die entsprechenden Maßnahmen vorzubereiten. Es wird jedoch der ausdrückliche Vorbehalt gemacht, daß nach Rückkehr von Staatssekretär Dr. Lenz die ganze Angelegenheit noch mit diesem besprochen werden müsse 42.

Fußnoten

40

Die im Dez. 1949 als GmbH gegründete Neue Deutsche Wochenschau (NDW) war die einzige Wochenschau in der Bundesrepublik, die ohne Einfluß und materielle Hilfe der Besatzungsmächte hergestellt wurde. Die geschäftliche Überwachung der Gesellschaft, die sich (bis 1959) zu 100 Prozent im Besitz des Bundes befand, übte ein sechsköpfiger Aufsichtsrat aus. Die Kontrolle der politischen und persönlichen Unabhängigkeit der Chefredaktion erfolgte durch einen 15-köpfigen Verwaltungsrat, der sich aus Vertretern der Parteien, der Gewerkschaften, des Sports, des Films, des Rundfunks und der Presse zusammensetzte (Liste der Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsmitglieder in B 136/5904).

41

Vogel legte dar, daß die Amerikanische Hohe Kommission an den BMI und an ihn herangetreten sei, um über die Auflösung der von ihr betriebenen Wochenschau („Welt im Film") zu verhandeln. Sie wollte ihre Wochenschau mit der NDW verschmelzen und forderte, daß der Chefredakteur der NDW, Heinz Kunze-Just, ausscheide. Dies sei jedoch nicht gelungen. Der geschäftsführende Leiter und die Vorsitzenden des Aufsichts- und des Verwaltungsrates gehörten der SPD an. Dadurch käme die Bundesregierung nur selten und in unbefriedigender Weise zu Wort. Siehe Vermerk vom 19. Juli 1952 in B 106/959. - Zu wiederholten Beanstandungen der Bundesregierung an der Berichterstattung der NDW siehe Unterlagen in B 136/5904 und B 106/962.

42

Hintergrund dieses Vorbehaltes waren Kompetenzstreitigkeiten zwischen Lehr und Lenz, nach dessen Auffassung der BMI lediglich die Zuständigkeit für Fragen des Filmrechts besaß, während die filmpolitischen Angelegenheiten in die Zuständigkeit des BPA fielen. Siehe dazu den Vermerk von Lenz vom 27. März 1952 in B 136/5904. - Überlegungen des BMI und des BPA, durch eine Umorganisation oder eine Privatisierung der NDW der Bundesregierung einen stärkeren Einfluß auf die Gestaltung der Wochenschauen zu sichern, wurden ab Herbst 1953 nicht mehr weiterverfolgt (B 106/959 und B 136/5904).

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