2.61.6 (k1952k): 6. Postwertzeichen mit ostdeutschen Motiven, BMP

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 5. 1952Das erste Kabinett Adenauer vor dem Palais SchaumburgPortrait Jakob KaiserFranz Böhm (nicht im Bild Nahum Goldmann und Moshe Sharett)Adenauer, Acheson und Schuman

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6. Postwertzeichen mit ostdeutschen Motiven, BMP

Staatssekretär Dr. Schneider trägt die Kabinettsvorlage vom 16.8.52 und die Bedenken des Bundespostministeriums gegen die Verwendung von ostdeutschen Landschaftsbildern auf Postwertzeichen vor 14.

Der Bundesverkehrsminister teilt diese Bedenken nicht; es sei nicht einzusehen, warum allgemein bekannte deutsche Baudenkmäler wie der Zwinger in Dresden oder das Rathaus von Breslau nicht abgebildet werden sollten. Der befürchteten Beanstandung in der Sowjetzone und den Ländern des Ostblocks könne dadurch begegnet werden, daß solche Postwertzeichen, die üblicherweise bei Sendungen in das Ausland verwendet würden, nicht mit ostdeutschen Landschaftsbildern versehen würden. Auch der Bundesvertriebenenminister ist für Postwertzeichen mit ostdeutschen Motiven. Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen ist der Ansicht, daß zumindest gegen die Verwendung von Motiven aus der sowjetisch besetzten Zone keine Bedenken erhoben werden könnten.

Diesen Auffassungen schließen sich der Bundesfinanzminister sowie Staatssekretär Dr. Lenz nicht an. Der Bundesfinanzminister will zunächst die Frage beantwortet wissen, wieviel Serien überhaupt herausgegeben werden sollen. Dr. Lenz glaubt, daß die Gefahr eines Ausschlusses von der Beförderung nicht von der Hand gewiesen werden könne.

Die Angelegenheit wird ohne Entscheidung vertagt 15.

Fußnoten

14

Der BMP befürchtete, daß Postwertzeichen mit ostdeutschen Motiven, deren Verwendung vom BMG und Landsmannschaften der Ostvertriebenen angeregt worden war, in der DDR und den Ländern des Ostblocks als Ausdruck einer besonderen politischen Absicht betrachtet werden würde. Sendungen mit Briefmarken politischen Charakters könnten sich für Bewohner der DDR, die dort als nicht „linientreu" angesehen würden, sehr nachteilig auswirken und könnten die Lage der zurückgebliebenen Deutschen in den abgetrennten ostdeutschen Gebieten erschweren (Vorlage des BMP vom 16. Aug. 1952 in B 136/1590 und B 257/495).

15

Fortgang 252. Sitzung am 10. Okt. 1952 TOP 5.

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