2.61.9 (k1952k): A. Entsendung deutscher Facharbeiter nach Jugoslawien und Ausbildung jugoslawischer Arbeiter in Deutschland

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung Band 5. 1952Das erste Kabinett Adenauer vor dem Palais SchaumburgPortrait Jakob KaiserFranz Böhm (nicht im Bild Nahum Goldmann und Moshe Sharett)Adenauer, Acheson und Schuman

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[A.] Entsendung deutscher Facharbeiter nach Jugoslawien und Ausbildung jugoslawischer Arbeiter in Deutschland

Der Bundesarbeitsminister teilt mit, daß Jugoslawien deutsche Facharbeiter haben und jugoslawische Arbeiter zur Ausbildung nach Deutschland schicken wolle 19. Während der Tagung des Internationalen Arbeitsamtes habe er in Gegenwart des Präsidenten des Internationalen Arbeitsamtes mit dem jugoslawischen Arbeitsminister über dieses Anliegen gesprochen und erklärt, daß eine deutsche Bereitwilligkeit von der Freigabe der Kriegsgefangenen in Jugoslawien abhängig sein werde. Der jugoslawische Minister habe sich gegen die Verkoppelung beider Fragen gewandt, worauf er erklärt habe, daß die Kriegsgefangenenfrage völlig getrennt mit dem Auswärtigen Amt verhandelt werden könne 20. Inzwischen seien bereits 11 oder 18 Kriegsgefangene freigegeben worden 21. Der Präsident des Internationalen Arbeitsamtes komme Ende dieser Woche mit Tito 22 zusammen und habe telefonisch nach der endgültigen deutschen Haltung angefragt. Zunächst sei die Entsendung von 8 deutschen Spezialisten nach Jugoslawien und von 15 jugoslawischen Arbeitern nach Deutschland zur Ausbildung in Aussicht genommen. Der Austausch werde über das Internationale Arbeitsamt erfolgen. Der Bundesarbeitsminister bittet das Kabinett um Entscheidung, welche Erklärung er dem Präsidenten des Internationalen Arbeitsamtes abgeben solle.

Nach Ansicht des Kabinetts sollte auf den jugoslawischen Wunsch eingegangen werden. Man verspricht sich dadurch günstige Rückwirkungen auf die Freilassung der restlichen deutschen Kriegsgefangenen in Jugoslawien und möglicherweise auch der dort noch zurückgehaltenen volksdeutschen Kriegsgefangenen. Es wird begrüßt, daß sich das Internationale Arbeitsamt für die deutschen Kriegsgefangenen 23 einsetzen will. Der Bundesarbeitsminister wird somit ermächtigt, eine positive Erklärung abzugeben 24.

Fußnoten

19

Vgl. 226. Sitzung am 10. Juni 1952 TOP I.

20

Unterlagen zur Lage der Kriegsgefangenen in Jugoslawien und der Bemühungen der Bundesregierung um ihre Rückführung in B 150/7104-7110, 7112-7116, B 102/6194 und AA II 514-01/39 Bd. 1-4.

21

Ein Namensverzeichnis von 45 deutschen Kriegsgefangenen, die noch in Jugoslawien zurückgehalten wurden, war dem BMA vom AA am 19. April 1952 zugeleitet worden (B 149/6304 und AA II 514-01/39 E).

22

Josip Broz Tito (1892-1980). Ministerpräsident (1945-1953) und Staatspräsident (1953-1980) von Jugoslawien.

23

Die letzten deutschen Kriegsgefangenen kehrten im März 1953 aus Jugoslawien zurück. Zur Freilassung der noch in Haft befindlichen volksdeutschen Gefangenen erklärte sich die jugoslawische Regierung im Juni 1953 bereit (vgl. AA II 514-10 und B 149/6304).

24

Zur Durchführung des technischen Hilfsprogramms der Arbeitsorganisation für Jugoslawien mit Beteiligung der Bundesrepublik siehe B 149/6303 und 6304.

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