2.19.5 (k1955k): 1. Verkauf der Howaldtswerke Hamburg AG, Hamburg, BMF

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 8. 1955Theodor Heuss und Franz-Josef StraußBundestagspräsident Eugen Gerstenmaier vereidigt Hans-Joachim von MerkatzPlakat: Wir wollen ein ehrliches Europa. CDU SaarBundesverteidigungsminister Blank, die Generäle Adolf Heusinger und Hans Speidel

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1. Verkauf der Howaldtswerke Hamburg AG, Hamburg, BMF

Der Bundesminister der Finanzen gibt eine mündliche Begründung zu seiner Kabinettsvorlage vom 18.4.1955 40. Er schlägt vor, die Howaldtswerke an die von der Dortmund-Hoerder Hütten-Union A.G. geführte Gruppe 41 für 25 Mio. DM zu verkaufen. Der Vizekanzler fragt, ob die Gründe für diese Entscheidung der anderen interessierten Gruppe (Gutehoffnungshütte usw.) 42 bekanntgegeben worden seien. Dies wird vom Bundesminister der Finanzen bejaht. Der Vizekanzler führt weiter aus, der Kaufpreis von 25 Mio. DM sei angesichts des gesicherten Werks- und Auftragsbestandes der Howaldtswerke nicht günstig. Auch der Bundesminister für Wohnungsbau äußert Bedenken gegen die vorgeschlagene Form der Veräußerung und tritt für freihändigen Verkauf ein; 30 bis 35 Mio. DM seien dann höchstwahrscheinlich zu erzielen. Hiergegen wird vom Bundesminister der Finanzen, unterstützt vom Bundesminister des Innern, geltend gemacht, man könne bei einem freihändigen Verkauf nicht kontrollieren, in welche Hände das Werk gelange. Das Kabinett beschließt bei Stimmenthaltung des Bundesministers für Verkehr (,der diese Entscheidung durch Staatssekretär Dr. Bergemann bekannt geben läßt) und gegen die Stimmen des Vizekanzlers und des Bundesministers für Wohnungsbau den Verkauf der Howaldtswerke an die Gruppe der Dortmund-Hoerder-Union A.G. nach dem Vorschlage des Bundesministers der Finanzen 43.

Fußnoten

40

Vgl. 43. Sitzung am 8. Sept. 1954 TOP 7 (Kabinettsprotokolle Bd. 7, S. 376 f.). - Vorlage des BMF in B 136/2344 und B 102/75929.

41

Dieser Gruppe gehörten neben der Dortmund-Hoerder Hütten-Union A.G. mit 48% die Siemens-Schuckertwerke A.G. (26%) und die Norddeutsche Bank A.G. für die Gruppe Deutsche Bank A.G. (26%) an; gegebenenfalls sollte die DEMAG A.G. hinzutreten.

42

Zu dieser Gruppe gehörten die MAN Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg A.G., die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, die Gutehoffnungshütte Sterkrade A.G., die Ferrostaal A.G. und die Gutehoffnungshütte Aktienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb.

43

Am 3. Juni 1955 beantragte der BMF bei BT und BR die Zustimmung zum Verkauf der Werft an die Dortmund-Hoerder-Gruppe für 26,25 Mio. DM (BT-Drs. 1433 und BR-Drs. 180/55), die der BR am 8. Juli 1955 auch erteilte. Der Verkauf kam wegen der nicht zum Abschluß geführten Beratung im BT in der 2. Legislaturperiode nicht mehr zustande.

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