2.24.2 (k1960k): 5. Kartoffelpreise

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 13. 1960Flugblatt des BeamtenbundesAm 16. August 1960 werden in Berlin neue Warenlisten und Vereinbarungen für den innerdeutschen Handel unterzeichnet Broschüre zur LebensmittelbevorratungSchreiben Adenauers betr. Salzgitter-Konzern

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5. Kartoffelpreise

Der Bundeskanzler gibt den Inhalt eines Briefes bekannt, der an der Entwicklung der Gemüsepreise Kritik übt 3. Die Erzeugerpreise für Gemüse seien sehr niedrig (1 Kopf Salat koste 3 Pf), dennoch müßte das Gemüse zum Teil vernichtet und verfüttert werden, da es auf dem Markt wegen der überhöhten Marktpreise nicht verkauft werden könne. Auch habe er gehört, daß deutsche Kartoffeln zu einem niedrigeren Preis nach Holland verkauft würden als an den deutschen Verbraucher. Das BML käme mit seinen Maßnahmen immer zu spät. Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gibt einen kurzen Bericht über die Entwicklung der Kartoffelpreise 4. Er weist darauf hin, daß die Preise für Frühkartoffeln sich in den letzten Tagen schon merklich ermäßigt hätten, und daß die italienischen Frühkartoffeln zum größten Teil Kommissionsware seien. Hier liege sicher ein Systemfehler vor. Jeder versuche, bei diesem System so viel wie möglich zu verdienen. Der Bundeskanzler bemerkt, daß in jedem Jahr die landwirtschaftlichen Preise den gleichen Ärger bereiteten. Die Arbeit der Bundesregierung im Bundestag bleibe politisch ohne Wirkung, wenn die Agrarpreise ein ständiges Ärgernis bildeten 5.

Fußnoten

3

Siehe 87. Sitzung am 26. Nov. 1959 TOP C (Agrarpreise: Kabinettsprotokolle 1959, S. 397 f.). - Schreiben nicht ermittelt.

4

BMWi und BML hatten die Preiserhöhungen bei Kartoffeln mit hohen Preisforderungen italienischer Exporteure (1958 lagen die Preise bei 28 bis 30 Dollar je t, vor Pfingsten 1960 waren 45 bis 48 Dollar verlangt worden) und spekulativen Gewinnabsichten der Kartoffelhändler begründet. Die Preise für je 30 kg Kartoffeln betrugen in der Bundesrepublik am 25. Mai 1960 10,75 DM, am 2. Juni 17 bis 18 DM. Nach Pfingsten waren die Preise auf 15,50 bis 16,25 DM gesunken. Aus Sicht des BML waren genügend Einfuhrmöglichkeiten eröffnet worden (vgl. den Vermerk des Bundeskanzleramtes vom 7. Juni 1960 in B 136/8684, weitere Unterlagen in B 116/11039, 11040, 11048 und 11049).

5

Schwarz verwies in seinem Schreiben an Adenauer vom 8. Juli 1960 darauf, dass trotz befristeter Aussetzung des 18%igen Kartoffelzolls die Importware nicht billiger angeboten und in Nordrhein-Westfalen die billigeren, aber auch mehligeren und größeren Kartoffeln aus Südbayern von den Verbrauchern nicht abgenommen worden waren (Schreiben vom 8. Juli 1960 in B 136/8684). - Fortgang 151. Sitzung am 14. Juni 1961 TOP D (Preise für Frühkartoffeln: B 136/36124).

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