2.5.13 (k1960k): 4. Nationalhymne, BMI

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 13. 1960Flugblatt des BeamtenbundesAm 16. August 1960 werden in Berlin neue Warenlisten und Vereinbarungen für den innerdeutschen Handel unterzeichnet Broschüre zur LebensmittelbevorratungSchreiben Adenauers betr. Salzgitter-Konzern

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4. Nationalhymne, BMI

Der Bundeskanzler unterrichtet das Kabinett darüber, daß Unklarheit entstanden sei, ob das Deutschlandlied als Nationalhymne aus den Strophen 1 bis 3 oder nur aus der dritten Strophe bestehe. Akuten Anlaß zu dieser Frage habe die Tatsache gegeben, daß ein Beamter des Bundesministeriums des Innern einer Ausgabe des Grundgesetzes den Text des Deutschlandliedes mit den Strophen 1 bis 3 vorangestellt habe 24. Der Bundeskanzler verliest sein Schreiben vom 29.4.1952 an den damaligen Bundespräsidenten, Professor Dr. Heuss, worin der Bundeskanzler die Bitte der Bundesregierung zum Ausdruck brachte, das Deutschlandlied als Nationalhymne mit der Maßgabe anzuerkennen, daß bei staatlichen Anlässen die dritte Strophe des Deutschlandliedes gesungen werden solle 25. Der Bundeskanzler ist der Auffassung, daß eine Erörterung über die Frage der Nationalhymne in der Öffentlichkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zweckmäßig ist 26. Der Bundeskanzler hält es daher auch nicht für tunlich, daß ein Beamter in einem von ihm herausgegebenen Buch die Strophen 1-3 des Deutschlandliedes voranstellt.

Fußnoten

24

Siehe 88. Sitzung am 9. Dez. 1959 TOP A (Kabinettsprotokolle 1959, S. 410). - In einem 1959 im Verlag Lutzeyer als „Volks- und Schulausgabe" erschienenen Kommentar zum Grundgesetz hatte der Leiter der für Staatsrecht zuständigen Unterabteilung des BMI Dr. Werner Füßlein als Nationalhymne alle drei Strophen des „Deutschlandliedes" aufgeführt. Dies hatte zu Anfragen u. a. des SPD-Abgeordneten Ulrich Lohmar am 12. Nov. 1959 im Deutschen Bundestag und des Altbundespräsidenten Heuss am 6. Dez. 1959 bei Adenauer geführt. Vgl. Heuss' Schriftwechsel mit Adenauer vom 6., 10. und 22. Dez. 1959 in StBKAH 10.07 und Nachlass Heuss N 1221/62, abgedruckt in Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 292-295, zur Beantwortung der Anfrage durch Schröder vgl. Stenographische Berichte, Bd. 44, S. 4877 f.

25

Vgl. den Abdruck von Adenauers Schreiben an Heuss und dessen zustimmender Antwort vom 2. Mai 1952 in Bulletin Nr. 51 vom 6. Mai 1952, S. 537, sowie in Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 111-113.

26

Adenauer hatte Heuss in seinem Schreiben vom 10. Dez. 1959 versichert, dass keine Änderung bezüglich der Nationalhymne beabsichtigt sei; Heuss hatte sich jedoch in seiner Antwort vom 20. Dez. 1959 insbesondere über Schröders Erklärung im Bundestag wenig befriedigt gezeigt (vgl. Heuss-Adenauer, Unserem Vaterlande, S. 294 f.).

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