3.3 (k1960k): Sonstige in den Kabinettsprotokollen des Jahres 1960 namentlich erwähnte Personen

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 13. 1960Flugblatt des BeamtenbundesAm 16. August 1960 werden in Berlin neue Warenlisten und Vereinbarungen für den innerdeutschen Handel unterzeichnet Broschüre zur LebensmittelbevorratungSchreiben Adenauers betr. Salzgitter-Konzern

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Sonstige in den Kabinettsprotokollen des Jahres 1960 namentlich erwähnte Personen

Dr. Robert B. Anderson (1910-1989)

1952-1954 amerikanischer Marineminister, 1954-1955 stellvertretender Verteidigungsminister, 1957-1961 Finanzminister, 1964 Sonderbotschafter Präsident Johnsons für Verhandlungen mit Panama.

Franz Barsig (1924-1988)

Seit 1948 Mitarbeiter des „Neuen Vorwärts", 1954-1958 Leiter der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion, 1958-1965 Pressereferent und Sprecher beim SPD-Vorstand, 1966-1968 Chefredakteur des Deutschlandfunks, 1969-1978 Intendant des Senders Freies Berlin.

Prof. Dr. Julius Bartels (1899-1964)

1924-1936 Professor für Geophysik an der Forstlichen Hochschule in Eberswalde, 1936-1945 an der Universität Berlin, seit 1945 an der Universität Göttingen, 1956-1964 Direktor des Instituts für Stratosphären-Physik des Max-Planck-Instituts für Aeronomie in Lindau b. Northeim.

Dr. Max Becker (1888-1960)

Seit 1912 Rechtsanwalt in Hersfeld, später auch Notar, 1922-1933 Mitglied des Kurhessischen Kommunallandtages und des Provinziallandtages Hessen-Nassau (DVP), 1946-1949 MdL Hessen (LDP bzw. FDP), 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, dort Vorsitzender des Ausschusses für Wahlrechtsfragen, 1949-1960 MdB (1957 Vorsitzender der FDP-Fraktion), 1956-1960 Vizepräsident des Deutschen Bundestages, 1950 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats, 1955 Mitglied der Versammlung der WEU.

Fritz Berg (1901-1979)

Unternehmer, im Zweiten Weltkrieg Leiter der Abteilung Fahrrad- und Motorteile der Reichsgruppe Industrie, 1946 Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Eisen-, Blech- und Metallwaren, 1948 Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer in Hagen, 1949-1971 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Herbert Blankenhorn (1904-1991)

1929-1945 auswärtiger Dienst mit Stationen in Athen, Washington, Helsinki und Bern, 1946-1948 Deutsches Sekretariat des Zonenbeirates (der britischen Besatzungszone) in Hamburg, 1948-1949 Generalsekretär beim Zonenausschuss der CDU in der britischen Besatzungszone und persönlicher Referent des Präsidenten des Parlamentarischen Rates bzw. des Bundeskanzlers, 1949-1951 Leiter der Verbindungsstelle zur Alliierten Hohen Kommission im Bundeskanzleramt, 1951-1955 Leiter der Politischen Abteilung des AA, 1955-1958 Ständiger Vertreter bei der NATO in Paris, 1958-1963 Botschafter in Paris, 1963-1965 in Rom, 1965-1970 in London.

Prof. Dr.-Ing. Günther Bock (1898-1970)

Professor für Luftfahrttechnik 1931-1934 an der Technischen Hochschule Danzig, 1934-1937 an der Technischen Hochschule Aachen, 1936-1945 Direktor der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin, 1954-1965 Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt, Vorstandsmitglied der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt, seit 1956 Vorsitzender des Deutschen Luftfahrzeugausschusses des BMV.

Ernst Breit (geb. 1924)

1941 Eintritt bei der Deutschen Reichspost, 1942-1945 Kriegsdienst, 1945-1951 Postamt Heide (Holstein), 1951-1956 Oberpostdirektion Kiel, 1956-1959 Amtsvorsteher beim Postamt Neustadt (Holstein), 1953-1959 Mitglied des Hauptvorstands der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) und Vorsitzender der Bezirksverwaltung Kiel, 1959-1971 BMP, dort Vorsitzender des Hauptpersonalrats, 1971-1982 Vorsitzender der DPG, 1975 Vizepräsident und 1978-1982 Präsident der Weltorganisation der Postgewerkschaften, 1982-1990 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1985-1991 Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB).

Dr. Ewald Bucher (1914-1991)

1941-1945 Kriegsdienst und amerikanische Kriegsgefangenschaft, 1945 Rechtsanwalt, aufgrund Entnazifizierungsverfahrens 18 Monate Berufsverbot, 1951 Geschäftsführer des Landesverbandes der württembergischen Gewerbe- und Handelsvereine, 1953-1969 MdB (FDP), dort 1956-1961 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, 1957-1962 Stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses, 1962-1965 Bundesminister der Justiz, 1964 Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten, 1965-1966 Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau, 1971-1987 Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, 1972 Austritt aus der FDP, 1983 Eintritt in die CDU.

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (1894-1971)

1934-1966 Mitglied des ZK der KPdSU, 1938-1949 Erster Sekretär des ZK der KP der Ukraine, 1939-1964 Mitglied des Politbüros bzw. des Präsidiums des ZK der KPdSU, 1947 Regierungschef der Ukraine, seit 1949-1953 Sekretär, 1953-1964 Erster Sekretär des ZK der KPdSU, 1958-1964 zugleich auch Ministerpräsident der UdSSR, 1964 Absetzung als Parteisekretär und Ministerpräsident, 1966 Ausschluss aus dem ZK.

Dr. Seydou Conte (geb. 1925)

1957-1959 Chirurg (zuletzt Chefarzt) an Kliniken in Dakar und Conakry, 1959-1961 Botschafter Guineas in der Sowjetunion, 1961-1963 in den USA, 1963 Erziehungsminister, 1967 Justizminister Guineas, 1972 erneut Chefarzt und Universitätsprofessor in Conakry.

Prof. Dr. Werner Conze (1910-1986)

Historiker, 1943-1944 Privatdozent, dann a. o. Professor an der Universität Posen, 1946 Lehrauftrag an der Universität Göttingen, 1951-1957 Professor an der Universität Münster/Westf., 1957-1979 an der Universität Heidelberg, dort Direktor des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie des Historischen Seminars, Mitherausgeber der „Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte" (1953-1986) und der „Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte"(1979-1986), 1956-1962 Vorsitzender der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, 1972-1976 Präsident des Verbandes der Historiker Deutschlands.

Arved Deringer (geb. 1913)

1938-1939 Leiter eines Studentenwerkes, 1939-1947 Kriegsdienst und französische Kriegsgefangenschaft, seit 1953 Rechtsanwalt in Stuttgart und (seit 1962) in Bonn, 1957-1969 MdB (CDU), 1958-1970 MdEP.

D. Dr. Otto Dibelius (1880-1967)

1907-1925 Pfarrer in Crossen, Danzig, Lauenburg und Berlin, seit 1921 Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates, 1925-1933 Generalsuperintendent der Kurmark, 1933 Beurlaubung, seit 1934 Mitarbeit im Bruderrat der Bekennenden Kirche, wiederholte Inhaftierung, 1945-1966 Bischof von Berlin-Brandenburg, 1949-1961 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, 1954-1961 einer der Präsidenten des Ökumenischen Rats.

Douglas C. Dillon (1909-2003)

1931-1953 Tätigkeit bei den Kreditinstituten U.S. and Foreign Securities Corporation sowie U.S. and International Securities Corporation, seit 1946 deren Präsident, 1938-1953 gleichzeitig Vizepräsident und Direktor des Bankhauses Dillon, Read & Co, 1953-1957 US-Botschafter in Paris, 1957-1959 Unterstaatssekretär für Wirtschaftsfragen im Außenministerium, 1959-1960 stellvertretender Außenminister, 1961-1965 Finanzminister, zugleich Gouverneur des IWF und der Weltbank, 1966 Direktor der Chase Manhattan Bank.

Dr. Julius Kardinal Döpfner (1913-1976)

1948-1957 Bischof von Würzburg, 1957-1961 Bischof von Berlin, seit Dezember 1958 Kardinal, 1961-1976 Erzbischof von München und Freising, seit 1961 Vorsitzender der Bayerischen, seit 1965 auch der Fuldaer Bischofskonferenz.

Dr. Hans Ehard (1887-1980)

Seit 1919 Mitglied der BVP, 1919-1932 und 1924-1933 Bayerisches Staatsministerium der Justiz, dort u. a. 1925-1928 Mitarbeit an der Strafrechtsreform im Reichsjustizministerium, 1923-1924 als Staatsanwalt beim Landgericht München Anklagevertreter beim Hitler-Prozess, 1933-1945 Senatspräsident am Oberlandesgericht München (Zivilsenat), seit 1945 Mitglied der CSU, 1945-1946 Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Justiz, 1946 Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung, 1946-1966 MdL Bayern, 1946-1954 Bayerischer Ministerpräsident, 1949-1955 Landesvorsitzender der CSU, 1954-1960 Präsident des Bayerischen Landtags, 1960-1962 erneut Bayerischer Ministerpräsident, 1962-1966 Bayerischer Staatsminister der Justiz.

Dwight D. Eisenhower (1890-1969)

1942-1945 Oberbefehlshaber der US-Truppen, ab 1943 der alliierten Invasionsstreitkräfte (SHAEF) auf dem europäischen Kriegsschauplatz, 1945 (Mai bis November) US-Militärgouverneur in Deutschland, 1945-1947 Generalstabschef der US-Armee, 1950-1952 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa (SACEUR), 1952-1961 Präsident der USA.

Elisabeth II. Alexandra Marie (geb. 1926)

Älteste Tochter des damaligen Herzogs Albert von York und späteren Königs Georg VI., seit 1952 Königin von Großbritannien und Nordirland.

Dr. Hasso von Etzdorf (1900-1989)

1928-1945 auswärtiger Dienst mit Stationen in Tokio (1931-1934), Rom (1937-1938), Palermo (1938) und Genua (1945), 1939-1944 Vertreter des AA beim Oberkommando des Heeres, 1946-1948 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1948-1950 Deutsches Büro für Friedensfragen in Stuttgart und Bonn, seit 1950 erneut im auswärtigen Dienst, 1950-1953 AA, 1953-1955 an der Botschaft in Paris, dort stellvertretender Leiter der deutschen Delegation beim Interimsausschuss für die EVG, 1955-1956 stellvertretender Generalsekretär der Westeuropäischen Union, 1956-1958 Botschafter in Ottawa, 1958-1961 in der Zentrale Leiter der Abteilung West II, 1961-1965 Botschafter in London.

Kurt Feldmann (geb. 1920)

1947-1963 Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets bzw. BMF, dort 1950-1954 Leiter des Referats II 4 (u. a. Preis- und Handelspolitik, Bewirtschaftungsfragen, finanz- und kreditpolitische Auswirkungen der europäischen Integration), 1954-1956 zum Stab des Internationalen Währungsfonds nach Washington beurlaubt, 1956-1958 Hilfsreferent im Referat II C 1 (Generalreferat für Volkswirtschaft und Statistik), 1958-1963 in der „Finanzpolitischen und Volkswirtschaftlichen Gruppe" Leiter des Referats 2 (Grundsatzfragen der europäischen politischen und wirtschaftlichen Zusammenschlüsse, finanzpolitische Entwicklung in den Mitgliedstaaten, später u. a.: Europäische und internationale Angelegenheiten der Finanzpolitik).

Leopold Figl (1902-1965)

1934-1938 Direktor des Niederösterreichischen Bauernbundes, 1938-1945 Inhaftierung in mehreren Konzentrationslagern, 1945 Vizekanzler und Landeshauptmann von Niederösterreich, Mitbegründer und 1945-1951 Bundesobmann der ÖVP, 1945-1953 Bundeskanzler, 1953-1959 Außenminister, 1959-1962 Präsident des Nationalrats, 1962-1965 erneut Landeshauptmann von Niederösterreich.

Alfred Frenzel (1899-1968)

Bis 1938 in Reichenberg (Sudetenland) politische Tätigkeit für die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei (DSAP), 1938-1945 Emigration in Großbritannien, 1945 Rückkehr in die Tschechoslowakei, dort Leiter einer Aussiedlungsstelle für ehem. DSAP-Mitglieder, 1946 Übersiedlung nach Bayern, 1950-1953 MdL Bayern (SPD) 1953-1960 (4. Nov.) MdB, dort 1958-1960 Vorsitzender des Ausschusses für Wiedergutmachung, 1960 (28.Okt.) Verhaftung wegen Verdachts des Landesverrats zugunsten der Tschechoslowakei und Parteiausschluss, 1961 (28. April) Verurteilung zu 15 Jahren Zuchthaus, 1966 Begnadigung und Abschiebung in die Tschechoslowakei.

Dr. Ernst Fromm (1917-1992)

1942-1945 Kriegsdienst, seit 1949 Chefarzt der Bakteriologisch-serologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-Harburg, seit 1958 Präsident der Ärztekammer Hamburgs, 1955 Vizepräsident und 1959-1973 Vorsitzender der Bundesärztekammer.

Peter Paul Fuchs (1899-1984)

1927-1945 Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht Düsseldorf, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945-1946 Beigeordneter der Stadt Düsseldorf, 1946-1948 Zentralamt für Arbeit in der Britischen Zone, 1948 Ministerium für Wiederaufbau des Landes Nordrhein-Westfalen, 1948-1952 Deutsches Obergericht für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet in Köln, 1952-1955 Deutsches Mitglied des Board of Review (Britische Zone) Nachprüfungsausschuß in Herford, 1955-1964 Richter beim Obersten Rückerstattungsgericht in Herford bzw. Nürnberg und Rastatt, 1966-1967 Richter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dabei wiederum tätig als Richter beim Obersten Rückerstattungsgericht.

Charles de Gaulle (1890-1970)

1932-1936 Generalsekretär des Nationalen Verteidigungsrates, 1940 Chef des Nationalen Verteidigungskomitees und der Freien Französischen Streitkräfte, 1943 Chef der französischen Exilregierung, ab 1944 der Provisorischen Regierung der Französischen Republik, 1944-1946 und 1958 französischer Ministerpräsident, 1959-1969 Präsident der Republik.

Dr. Nahum Goldmann (1895-1982)

Seit 1918 Tätigkeit in der zionistischen Bewegung, Mitbegründer und Mitherausgeber der „Encyclopaedia Judaica", 1926-1933 Leiter der Zionistischen Vereinigung in Deutschland, 1933 Emigration, 1935-1940 Vertreter der Jewish Agency beim Völkerbund in Genf, seit 1940 als amerikanischer Staatsbürger zusammen mit Ben Gurion erfolgreicher Einsatz für die Gründung des Staates Israel, 1949-1978 Präsident des jüdischen Weltkongresses, 1952 maßgebliche Beteiligung an der Aushandlung des Wiedergutmachungsabkommens der Bundesrepublik mit Israel, 1956-1968 Präsident der Zionistischen Weltorganisation.

Dr. Johann Baptist Gradl (1904-1988)

1926-1930 Redaktionstätigkeit bei der Zentrums-Zeitung „Germania" in Berlin, 1931-1945 Mitglied der Geschäftsführung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes bzw. (ab 1938) der Reichsgruppe Banken, 1945 Mitbegründer der CDU in Berlin, seit 1947 Verleger der Zeitung „Der Tag", 1954 Gründungsmitglied des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, 1957-1980 MdB, dort 1957-1965 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für gesamtdeutsche und Berliner Fragen, 1969-1972 Vorsitzender des Ausschusses für innerdeutsche Beziehungen, 1958-1975 Vorsitzender des Forschungsbeirats für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands, 1965-1966 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, 1966 (8. Nov.-1. Dez.) zugleich Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1970-1987 Vorsitzender der Exil-CDU, 1973-1987 Vorsitzender des Geschäftsführenden Präsidiums des Kuratoriums Unteilbares Deutschland.

Giovanni Gronchi (1889-1978)

1919-1926 Mitbegründer der Partito Populare Italiano und Abgeordneter im Parlament, 1922-1923 Unterstaatssekretär im Industrie- und Handelsministerium, seit 1923 in Opposition gegen die Faschisten, 1943-1944 Mitbegründer der Democrazia Cristiana und deren Vertreter im Nationalen Befreiungskomitee, 1944-1946 Minister für Industrie und Handel, 1948-1955 Präsident der italienischen Kammer, 1955-1962 Staatspräsident, danach Senator auf Lebenszeit.

David Ben Gurion (1886-1973)

Israelischer Politiker, Mitbegründer und 1921-1934 Generalsekretär der Gewerkschaft Histadrut, 1930-1965 Vorsitzender der Arbeiterpartei Mapai, 1935-1948 Vorsitzender der Jewish Agency for Palestine, 1948-1953 und 1955-1963 israelischer Ministerpräsident, zugleich mehrfach Verteidigungsminister.

Prof. Dr. Walter Hallstein (1901-1982)

1929 Privatdozent, 1930-1941 Professor für Privat- und Gesellschaftsrecht, 1946 Lehrstuhl für Internationales Privatrecht, Völkerrecht, Rechtsvergleichung und Gesellschaftsrecht an der Universität Frankfurt/Main, 1950 Leiter der deutschen Verhandlungsdelegation für den Schuman-Plan, 1950-1951 Staatssekretär im Bundeskanzleramt, 1951-1958 im AA, 1958-1967 Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel, 1968 Präsident des Rates der Europäischen Bewegung, 1969-1972 MdB (CDU).

Dr. Fritz Hellwig (geb. 1912)

1933-1939 in der Geschäftsführung der IHK Saarbrücken, 1939-1940 in der Geschäftsführung der Bezirksgruppe Nordwest und 1940-1943 Geschäftsführer der Bezirksgruppe Südwest der Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie, 1943-1947 Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft, seit 1947 in den wirtschaftspolitischen Ausschüssen der CDU, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Deutschen Saarbundes, 1951-1959 Geschäftsführender Direktor des Deutschen Industrieinstituts in Köln, 1953-1959 (30. Nov.) MdB, dort 1956-1959 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftspolitik bzw. des Wirtschaftsausschusses, 1959 (25. Febr.-14. Sept.) MdEP, 1959 (15. Sept.)-1967 Mitglied der Hohen Behörde der EGKS in Luxemburg, 1967-1970 Vizepräsident der Europäischen Gemeinschaften in Brüssel.

Dr. Andreas Hermes (1878-1964)

1918-1920 Reichswirtschaftsministerium, 1920-1922 Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, 1922-1923 Reichsfinanzminister, 1924-1928 MdL Preußen (Zentrum), 1928-1933 MdR und Präsident des Verbandes deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften, 1933 verhaftet, 1936-1939 Wirtschaftsberater der kolumbianischen Regierung in Bogotá, 1944 wegen Beteiligung am Widerstand gegen Hitler zum Tode verurteilt, 1945 stellvertretender Oberbürgermeister von Berlin und Leiter des Ernährungsamtes, Mitbegründer und Vorsitzender der CDU in der sowjetischen Besatzungszone, 1947-1949 Mitglied des Wirtschaftsrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1948-1954 Präsident des Deutschen Bauernverbandes und 1948-1961 Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Prof. Dr. Theodor Heuss (1884-1963)

Ab 1905 Redakteur der Wochenschrift „Die Hilfe" (Hrsg. Friedrich Naumann), 1912-1918 der „Neckar-Zeitung", 1920-1933 Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik, 1924-1928 und 1930-1933 MdR (DDP bzw. seit 1930 DStP), 1933-1945 nach Entzug der Dozentur schriftstellerische Tätigkeit, u. a. 1933-1936 Herausgeber der „Hilfe", 1945-1946 Kultminister des Landes Württemberg-Baden, dort Mitbegründer der DVP bzw. der aus ihr hervorgegangenen FDP, 1946-1949 MdL Württemberg-Baden (DVP/FDP), 1948-1949 Vorsitzender der FDP, Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1949 (7. bis 15. Sept.) MdB, dort Vorsitzender der FDP-Fraktion, 1949-1959 Bundespräsident.

Prof. Dr. Josef Hölzl (1901-1975)

1928-1941 Stadtsyndikus bei der Stadt München, 1941-1945 rechtskundiger Stadtdirektor, 1944-1945 Kriegsdienst, 1945-1948 Tätigkeit in der Wirtschaft und als Rechtsanwalt, 1948-1950 erneut rechtskundiger Stadtdirektor bei der Stadt München, 1950-1952 Regierungsvizepräsident bei der Regierung von Oberbayern in München, 1952-1960 Regierungspräsident von Unterfranken in Würzburg, seit 1958 Honorarprofessor für Verwaltungsrecht an der Universität Würzburg, 1960 (September)-1965 BMI, dort (ab 1. Nov. 1960) Staatssekretär mit Zuständigkeit für die Abteilungen I (Verfassung, Staatsrecht und Verwaltung), VI (Öffentliche Sicherheit) und VII (Ziviler Bevölkerungsschutz) bzw. (ab 1963) Staatssekretär I mit Zuständigkeit für die Abteilungen Z (Personal-, Haushalts- und Organisationsangelegenheiten), III (Kulturelle Angelegenheiten des Bundes), VI (Öffentliche Sicherheit) und VII (Ziviler Bevölkerungsschutz), 1965-1966 Vertretung des Bundes im Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Eugen Huth (1901-1976)

Buchdrucker, Verleger, vor 1933 Mitglied des Christlich-Sozialen Volksdienstes, 1939-1945 Kriegsdienst, 1945 Eintritt in die CDU, seit 1946 Mitglied des Stadtrates in Wuppertal, 1947 CDU-Kreisvorsitzender, 1949-1961 MdB.

Dr. Franz Jung (geb. 1911)

Seit 1937 im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 1948 Büro für Währungsfragen beim Verwaltungsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1948-1949 Rechtsamt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949-1976 BMJ, dort 1949-1960 Leiter des Referates IV 3 bzw. (ab 1953) IV 2 (Finanz- und Steuerrecht, Besatzungskostenrecht, Lastenausgleichsrecht, 1960 (März)-1976 Leiter der Unterabteilung IV B bzw. (ab 1962) IV C bzw. (ab 1966) erneut IV B, zugleich 1960 (März)-1964 Leiter des Referates IV 8 bzw. (ab 1962) IV C 1 (Finanzverfassungsrecht, Finanz-, Steuer- und Abgabenrecht, Lastenausgleichsrecht, Recht der Statistik), 1964-1967 des Referats IV C 1 a bzw. (ab 1966) IV B 4 (u. a. zuständig für Finanzverfassungsrecht, Grundsatzfragen des Finanzrechts.

Wilhelm Kaisen (1887-1979)

1918 politischer Redakteur der Bremer „Volkszeitung", 1921-1933 Mitglied der Bremer Bürgerschaft (SPD), 1927-1933 Senator für Wohlfahrt in Bremen, in der NS-Zeit wiederholt verhaftet, 1945 erneut Bremer Senator für Volkswohlfahrt, 1945-1965 Bürgermeister und seit 1946 Präsident des Senats der Hansestadt Bremen, 1946-1950 Mitglied des Parteivorstands der SPD.

Karl Kaißling (geb. 1900)

1925-1929 Reichsbahnausbesserungswerke Glückstadt, Krefeld-Oppum, Opladen und Köln Nippes, zwischenzeitlich 1927 Reichsbahndirektion Köln, 1930-1933 Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn, 1933-1937 Direktor des Reichsbahnausbesserungswerkes Potsdam, 1937-1944 Reichsbahndirektion Berlin, 1944-1945 Reichsverkehrsministerium, 1945 Angehöriger der Transport Advisory Committees in Frankfurt/Main, 1945-1956 Tätigkeit als Ingenieur, 1956-1957 Vizepräsident des Bundesbahnzentralamtes Minden, 1957-1960 BMV, dort Leiter des Referates A 9 (Bau- und Maschinentechnik), 1960 (Mai)-1963 BMAt, dort 1960-1963 Leiter der Abteilung II (Kernforschung, Kerntechnik; Strahlenschutz) und (bis Juni 1961) zugleich Leiter der Gruppe II B (Nutzung der Kernenergie).

Prof. Dr. Erich Kaufmann (1880-1972)

1908-1913 Privatdozent und außerordentlicher Professor in Kiel, 1913 Ordinarius für öffentliches Recht in Königsberg, 1917 in Berlin, 1920 in Bonn, 1927 als Honorarprofessor in Berlin, dort gleichzeitig bis 1933 Rechtsberater des AA und der Reichsregierung, 1934 Entlassung als Universitätsprofessor aufgrund seiner jüdischen Herkunft, 1939 Emigration in die Niederlande, 1946-1950 Professor des Internationalen und Verfassungsrechts sowie der Rechtsphilosophie in München, 1950-1958 Rechtsberater des Bundeskanzleramtes und Berater des AA in völkerrechtlichen Angelegenheiten, seit 1957 Leiter der deutschen Delegation bei den deutsch-niederländischen Ausgleichsverhandlungen.

John Fitzgerald Kennedy (1917-1963)

1941-1945 Marineoffizier, 1947-1953 Abgeordneter der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus, 1953-1961 Senator für Massachusetts, 1961-1963 35. Präsident der USA, am 22. Nov. 1963 ermordet.

Dr. Arnulf Klett (1905-1974)

1930-1944 Rechtsanwalt in Stuttgart, 1933 zweimonatige Haft im Konzentrationslager Heuberg, 1944 notdienstverpflichtet bei der Feststellungsbehörde für Kriegsschäden der Stadtverwaltung Stuttgart, 1945-1974 Oberbürgermeister von Stuttgart (parteilos), 1963-1965 Präsident des Deutschen Städtetages.

Dr. Georg Kliesing (1911-1992)

1953-1976 MdB (CDU), seit 1958 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der WEU, dort 1962-1968 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Versammlung der WEU, 1968-1970 in beiden Versammlungen Vorsitzender der christlich-demokratischen Fraktion, 1963-1964 Präsident der Nordatlantischen Versammlung.

Erwin Klotz (geb. 1907)

Nach Tätigkeit als Tiefbauingenieur bei privaten Baufirmen seit 1929 in der Haupttiefbauverwaltung Berlin, seit 1946 Leiter der Abteilung Tiefbau im Bezirksamt Wilmersdorf, später Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen, dort seit 1955 mit der Leitung der Abteilung „Schnellstraßenbau" beauftragt, 1959 (10. April) Verurteilung zu vier Wochen Gefängnis durch das Berliner Landgericht wegen schwerer passiver Bestechung und (27. Okt.) Bestätigung des Urteils durch den 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes.

Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961)

1919 Eintritt in die SPD, 1920-1923 Preußisches und Thüringisches Innenministerium, 1924-1928 Geschäftsführer mehrerer Versicherungsunternehmen in Berlin und Hamburg, 1928-1932 Landrat des Kreises Hadeln, 1932-1933 Leiter der Feststellungsbehörde beim Oberpräsidenten in Oppeln, nach Entlassung aus dem Staatsdienst 1933 Kaufmann und Landwirt, 1940-1943 Haupttreuhandstelle Ost (HTO), 1945-1946 Oberpräsident der Provinz Hannover, 1946 Ministerpräsident des Landes Hannover, 1946-1955 Niedersächsischer Ministerpräsident, 1957-1959 Niedersächsischer Minister des Innern, 1959-1961 erneut Niedersächsischer Ministerpräsident.

Alfred Krause (geb. 1922)

Seit 1937 bei der Reichs- bzw. später Bundesbahn, 1941-1945 Kriegsdienst, anschließend Tätigkeiten auf Bezirksebene der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED), 1951 Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes, 1955 stellvertretender und 1959-1987 Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes.

Dr. Heinz L. Krekeler (1906-2003)

1930-1934 Chemiker in Berlin, 1934-1945 bei der IG-Farben-Industrie AG in Ludwigshafen, 1946-1947 MdL Lippe (FDP), 1947-1950 MdL Nordrhein-Westfalen, stellv. Vorsitzender des FDP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, 1950-1951 Generalkonsul in New York, 1951-1955 Geschäftsträger und 1955-1958 Botschafter in Washington, 1958-1964 Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft in Brüssel.

Hans Krüger (1902-1971)

1938 Landgerichtsrat in Stargard (Pommern), 1940 Oberamtsrichter in Konitz (Westpreußen), 1943-1945 Kriegsdienst, seit 1948 Mitglied des Bundes vertriebener Deutscher, seit 1952 Rechtsanwalt und seit 1956 Notar in Olpe, 1957-1965 MdB (CDU), 1958-1964 Präsident des Bundes der Vertriebenen, 1963-1964 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte.

Alfred Kubel (1909-1999)

Seit 1924 in der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung, bis 1933 Industriekaufmann in Braunschweig, nach 1933 Prokurist in der Gummiindustrie, 1937 Verurteilung durch den Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr Gefängnis, 1946 MdL Braunschweig (SPD), 1946 Ministerpräsident von Braunschweig, 1946-1975 MdL Niedersachsen, 1946-1948, 1950-1951 und 1957-1959 Niedersächsischer Minister für Wirtschaft und Verkehr bzw. (1950-1951) für Wirtschaft und Arbeit, 1948-1950 Niedersächsischer Minister für Arbeit, Aufbau und Gesundheit, 1951-1955 und 1965-1970 Niedersächsischer Minister der Finanzen, 1959-1965 Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 1970-1976 Niedersächsischer Ministerpräsident.

Heinz Kühn (1912-1992)

1928 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands, 1930 Beitritt zur SPD, 1933 Vorsitzender der Sozialistischen Studentenschaft in Köln, 1933-1945 Emigration, ab 1945 Ressortleiter der „Rheinischen Zeitung", später deren Chefredakteur, 1948-1954 und 1962-1980 MdL Nordrhein-Westfalen, dort 1962-1967 Vorsitzender der SPD-Fraktion, 1953-1963 MdB, dort 1953-1961 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Fragen der Presse, des Rundfunks und des Films bzw. (ab 1957) des Ausschusses für Kulturpolitik und Publizistik, 1957-1962 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der Versammlung der WEU, dort jeweils SPD-Fraktionsvorsitzender, 1962-1973 Landesvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen, 1966-1978 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, 1979-1984 MdEP.

Rolf Lahr (1908-1985)

1934-1935 und 1939-1942 Reichswirtschaftsministerium, 1935-1939 Reichsgruppe Industrie, 1949 Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1949-1953 BMWi, dort Leiter des Referats V B 4, später: V B 6 und V B 11 (Außenwirtschaft: Frankreich mit Kolonialreich, Saarland, Italien), 1953-1973 AA, dort u. a. seit 1956 Delegierter bei deutsch-französischen Verhandlungen, Leiter der deutschen Delegation für die Saarverhandlungen, 1957-1960 Botschafter z.b.V., u. a. Delegationsleiter 1957 bei den deutsch-sowjetischen Verhandlungen über ein Handels- und Konsularabkommen sowie über die Rückführung der deutschen Staatsangehörigen aus der Sowjetunion und 1958 bei den deutsch-niederländischen Ausgleichsverhandlungen, 1960-1961 Vertreter der Bundesrepublik bei der EWG in Brüssel, 1961-1969 Staatssekretär, 1969-1973 Botschafter in Rom.

Dr. Pierre Olivier Lapie (1901-1994)

Ab 1925 Tätigkeit als Rechtsanwalt, 1936-1958 Abgeordneter des Departements Meurthe-et-Moselle in der französischen Nationalversammlung, 1939 Kriegsdienst, Juni 1940 Leiter der Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten im Nationalen Befreiungskomitee unter General de Gaulle, 1940-1942 Generalgouverneur des Tschad, ab 1943 bei der provisorischen Französischen Regierung in Algier, 1946-1947 Staatssekretär im Außenministerium, 1947-1949, 1951 und 1954 Delegierter bei der UNO, 1949-1959 Delegierter beim Europarat, 1950-1951 Erziehungsminister, 1956 Delegierter bei der UNESCO, 1959-1967 Mitglied der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.

Dr. Helmut Lemke (1907-1990)

1933 Bürgermeister von Eckernförde, 1937 von Schleswig, 1939-1945 Marineoffizier, 1945-1948 im Minenräumdienst im Auftrag der alliierten Streitkräfte, seit 1948 Rechtsanwalt und Notar in Lübeck, 1954-1955 Kultusminister, 1955-1963 Innenminister und 1963-1971 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, 1971-1983 Landtagspräsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags.

Dr. Kurt Leopold (1900-1973)

1923-1937 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Industrie- und Handelskammer Berlin, 1937 Berufung zum Mitglied der Geschäftsführung der Reichswirtschaftskammer, dort zuletzt Leiter der Abteilung Außenwirtschaft, 1947-1949 stellvertretender Leiter der Berliner Vertretung der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, 1949 stellvertretender Leiter des Berliner Büros der Treuhandstelle für den Interzonenhandel, 1953-1965 Leiter der Treuhandstelle für den Interzonenhandel.

Emil Linnebach (1901-1981)

1924-1928 Landesfinanzamt und Finanzgericht Karlsruhe, 1928-1935 Leitender Buch- und Betriebsprüfer für gewerbliche Großbetriebe beim Landesfinanzamt Karlsruhe, Finanzamt Stadt in Freiburg i. Br. und Reichsfinanzministerium, 1936-1945 Rechnungshof des Deutschen Reiches, 1940-1944 Luftgaukommando III, Berlin, 1944-1945 Hauptamt für Kriegsschäden des Magistrats von Berlin, 1945-1949 Rechnungshof des Deutschen Reiches (Britische Zone) und Rechnungshof für Sonderaufgaben, Hamburg, 1949-1967 Rechnungshof des Vereinigten Wirtschaftsgebietes bzw. Bundesrechnungshof, dort Leiter verschiedener Prüfungsgebiete im Bereich Verteidigung.

Dr. Hans Lukaschek (1885-1960)

1914 Reichspatentamt in Berlin, 1916 Bürgermeister, 1919 Landrat in Rybnik, 1927 Oberbürgermeister der Stadt Hindenburg (Zentrum), 1929-1933 Oberpräsident von Oberschlesien und Regierungspräsident in Oppeln, anschließend Anwaltstätigkeit in Breslau, 1945 Mitbegründer der CDU in Thüringen, 1946 Minister für Land- und Forstwirtschaft des Landes Thüringen (CDU), 1948 Vizepräsident des Deutschen Obergerichtes für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet in Köln, 1949-1953 Bundesminister für Angelegenheiten der Vertriebenen.

Dr. Joseph Luns (1911-2002)

Seit 1938 im niederländischen diplomatischen Dienst mit Stationen in Bern (1940), Lissabon (1941-1943) und London (1944-1949), dort seit 1945 Erster Botschaftssekretär, 1949-1952 stellvertretender Ständiger Vertreter bei der UNO, Mitglied der Katholieke Volkspartij (KVP), 1952-1956 Minister ohne Geschäftsbereich (betraut mit den laufenden Geschäften des niederländischen Außenministeriums zusammen mit Außenminister Johan Willem Beyen), 1956-1971 niederländischer Außenminister, 1971-1984 Generalsekretär der NATO, 1972 Austritt aus der KVP.

Sir Harold Macmillan, Earl of Stockton (1894-1986)

1924-1929 und 1931-1964 Mitglied des britischen Unterhauses (Konservative Partei), 1942 Parlamentarischer Unterstaatssekretär im Kolonialministerium, 1942-1945 Vertreter der britischen Regierung (Minister-Resident) im alliierten Hauptquartier in Nordwestafrika, gleichzeitig 1943-1944 britischer diplomatischer Vertreter beim Französischen Nationalkomitee de Gaulles in Algier, 1945 (Mai bis Juli) Luftfahrtminister, 1951-1954 Minister für Wohnungsbau, 1954-1955 Verteidigungsminister, 1955 Außenminister, 1955-1957 Schatzkanzler, 1957-1963 Premierminister und Vorsitzender der Konservativen Partei.

Günter Malikowski (geb. 1928)

Nach Kriegsdienst und sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1949 Eintritt in die Deutsche Volkspolizei in der Sowjetischen Besatzungszone, 1951 Aufnahme in die SED, Tätigkeit als politischer Kommissar, 1957 Hauptmann in der Nationalen Volksarmee der DDR, zuletzt leitender Mitarbeiter der Politischen Abteilung in der 1. motor. Schützendivision in Potsdam-Eiche, 1960 (August) Übertritt nach West-Berlin.

Piero Malvestiti (1899-1964)

Journalist, während der Herrschaft Mussolinis Tätigkeit in der antifaschistischen Widerstandsbewegung, 1934 Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus, 1943 Finanzdirektor in der von Partisanen gebildeten provisorischen Regierung, Mitbegründer der Democrazia Cristiana, 1945-1958 Leiter der Zeitung „Democrazia", 1946-1964 Abgeordneter der Kammer, 1948-1950 Unterstaatssekretär im Finanzministerium, 1950-1951 im Schatzamt, 1951-1953 Minister für Verkehr, 1953-1954 für Industrie und Handel, 1958-1959 einer der drei Vizepräsidenten der EWG-Kommission, 1959-1963 Präsident der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.

Dr. Ulrich Mann (1915-1989)

Seit 1935 Berufsoffizier und 1939-1944 Kriegsdienst, 1944-1946 Kriegsgefangenschaft, nach Studium der evangelischen Theologie 1951-1958 Religionslehrer an einem Ulmer Gymnasium, 1957-1962 Dozent bzw. (seit 1962) apl. Professor an der Universität Tübingen, 1963-1980 Erster Ordinarius für evangelische Theologie an der Universität Saarbrücken.

Sicco Leendert Mansholt (1908-1995)

Seit 1936 Mitglied der Sociaal-Democratische Arbeiderspartij in Nederland (SDAP) bzw. seit 1946 der Partij van der Arbeid (PvdA), 1945-1958 niederländischer Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, 1958-1967 Vizepräsident der EWG-Kommission, 1967-1972 der Kommission der EG, 1968 Verfasser des „Memorandums zur Reform der Landwirtschaft in der EWG" (Mansholt-Plan), März bis Dezember 1972 Interims-Präsident der Kommission der EG.

Adnan Menderes (1899-1961)

Seit 1936 Abgeordneter der türkischen Nationalversammlung, 1946 Mitbegründer der Demokratischen Partei, 1950 deren Vorsitzender, 1950-1960 türkischer Ministerpräsident, am 27. Mai 1960 durch einen Militärputsch unter General Gürsel gestürzt und verhaftet, 1961 wegen Bruchs der Verfassung zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Dr. Franz Meyers (1908-2002)

Rechtsanwalt, 1940-1945 Kriegsdienst, 1948 Beitritt zur CDU, 1950-1970 MdL Nordrhein-Westfalen (CDU), 1952 Oberbürgermeister von Mönchengladbach, 1952-1956 Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1957-1958 MdB (CDU), 1958-1966 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, zugleich 1958-1959 Minister für Bundesangelegenheiten und 1966 Justizminister sowie Innenminister.

Prof. Dr. Philipp Möhring (1900-1975)

1925-1945 Rechtsanwalt beim Kammergericht Berlin, 1945-1948 Rechtsanwalt und Notar, 1948-1950 Anwalt beim Obersten Gerichtshof für die Britische Zone in Köln, 1950-1975 Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof, Honorarprofessor an den Universitäten Köln (1952) und Heidelberg (1955).

Dr. Theobald Mosheim (1895-1970)

1923-1924 Regierung in Wiesbaden, 1924-1928 in Merseburg, 1928-1933 Preußisches Ministerium des Innern, 1933-1939 Regierung in Erfurt, 1939-1945 in Köln, 1945-1951 Oberpräsidium der Nordrhein-Provinz bzw. Ministerium für Wirtschaft und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, 1951-1960 BMI, dort 1951 Leiter der Unterabteilung I C (Öffentliche Sicherheit), 1951-1954 Leiter der Unterabteilung VI A (Verwaltung und Recht, ab Juli 1953: Polizeiverwaltung u. -recht, Staatsschutz), 1954-1960 Leiter der Unterabteilung VI B (Verwaltung und Recht im BGS und in der Bereitschafts-Polizei der Länder, ab November 1958 zusätzlich: Polizeirecht), 1960 (1. April-30. Sept.) nach Ruhestand Weiterbeschäftigung als Angestellter.

Dr. Gebhard Müller (1900-1990)

1929-1938 Amtsrichter in Tübingen, Waiblingen und Göppingen, 1939-1945 Amts- und Landgerichtsrat in Stuttgart, 1945 Oberstaatsanwalt in Stuttgart, 1946-1948 Justizministerium des Landes Württemberg-Hohenzollern, 1947-1955 Landesvorsitzender der CDU in Württemberg-Hohenzollern, 1947-1952 MdL Württemberg-Hohenzollern, dort 1947-1948 Fraktionsvorsitzender, 1948-1952 Staatspräsident sowie Finanzminister und Justizminister des Landes Württemberg-Hohenzollern, 1952-1959 MdL Baden-Württemberg, dort 1953 Fraktionsvorsitzender, 1953 MdB, 1953-1958 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, 1959-1971 Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Gamal Abd el-Nasir, gen. Nasser (1918-1970)

1952 maßgebliche Beteiligung am Sturz des ägyptischen Königs Faruk durch das „Komitee der freien Offiziere", ab 1953 Oberbefehlshaber der Streitkräfte, 1953-1954 stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, 1954 Ministerpräsident, im November auch Staatsoberhaupt, 1956-1970 Staatspräsident, 1958-1961 Staatsoberhaupt der aus Ägypten und Syrien gebildeten Vereinigten Arabischen Republik.

Hans Nätscher (1896-1980)

Fleischer, 1920-1933 Bezirksleiter im Zentralverband der Fleischer und des Getränke- und Nahrungsmittelarbeiterverbandes in Bayern, 1946-1951 Sekretär der Konsumgenossenschaft in Nürnberg, 1951-1962 Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten.

Prof. Dr. Otto Neuloh (1902-1993)

Nach Tätigkeit im Arbeitsamt Hagen 1938-1939 Referent für Berufsberatung in der Zweigstelle Wien des Reichsarbeitsamtes, 1939-1941 Direktor des Arbeitsamtes Eisenstadt (Burgenland), 1941-1945 Abteilungsleiter des Landesarbeitsamtes Sudetenland, 1944-1945 Kriegsdienst, 1946 Gründer der Gesellschaft Sozialforschungsstelle an der Universität Münster e.V. in Dortmund und dort 1947-1961 wissenschaftlicher Geschäftsführer und Abteilungsleiter für Soziologie und Sozialpolitik, 1961-1962 Lehrbeauftragter an der Universität Köln, 1961-1967 Professor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule des Saarlandes in Saarbrücken, 1962 Gründer und bis 1974 Leiter des Instituts für empirische Soziologie, später: Institut für angewandte Wirtschafts- und Sozialforschung, in Saarbrücken.

Prof. Dr. Hans Peters (1896-1966)

1925 Privatdozent für Rechtswissenschaft an der Universität Breslau, 1926-1928 Preußisches Ministerium des Innern, seit 1928 außerordentlicher Professor an der Universität Berlin, 1928-1932 Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, 1933 Mitglied des Preußischen Landtags (Zentrumspartei), 1940-1966 Präsident der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft, 1946-1948 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Berlin, 1946 ordentlicher Professor des öffentlichen Rechts an der Universität Berlin, seit 1949 an der Universität Köln, 1952-1961 Mitglied des Rats der Stadt Köln.

Robert Pferdmenges (1880-1962)

1920-1929 im Vorstand des A. Schaffhausen'schen Bankvereins in Köln, Finanz- und Wirtschaftsberater Brünings, 1931-1953 Teilhaber des Bankhauses Salomon Oppenheim jr. & Cie (1938 umbenannt in Pferdmenges & Co), 1945 Mitbegründer der CDP (CDU) des Rheinlandes, 1945-1946 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, 1947-1949 Mitglied des Wirtschaftsrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets (CDU), 1950 Vorsitzender im Bonner Ausschuss für Angelegenheiten des Schuman-Planes, 1950-1962 MdB.

Antoine Pinay (1891-1994)

1936-1938 und 1946-1958 Abgeordneter der französischen Nationalversammlung (Fraktion der Unabhängigen Radikalen bzw. ab 1946 Unabhängigen Republikaner), 1938-1940 Mitglied des Senats, 1950-1952 Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehrsminister, 1952 Ministerpräsident und Finanzminister, 1955-1956 Außenminister, 1958-1960 Finanz- und Wirtschaftsminister.

Prof. Dr. Hugo Preuß (1860-1925)

Staats- und Verwaltungsrechtslehrer, ab 1895 linksliberaler Stadtverordneter in Berlin, 1910-1918 Stadtrat, 1906-1918 Professor an der Handelshochschule Berlin, 1918 Mitbegründer der DDP, 1918-1919 Staatssekretär des Inneren bzw. (ab 13. Febr. 1919) Reichsminister des Innern, Verfasser des ersten Entwurfs zur Weimarer Reichsverfassung, 1919-1925 Mitglied der verfassungsgebenden preußischen Landesversammlung bzw. des Preußischen Landtages.

Dr. Maria Probst (1902-1967)

Lehrerin, 1946-1949 MdL Bayern (CSU), 1949-1967 MdB, dort 1957-1965 stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kriegsopfer- und Heimkehrerfragen, 1965-1967 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Mitglied des Hauptvorstandes des VdK, 1958-1967 MdEP, Präsidentin der Europäischen Frauen-Union.

Julius Raab (1891-1964)

1927-1934 und 1945-1961 Mitglied des österreichischen Nationalrats (Christlichsoziale Partei, ab 1945 ÖVP), 1934 Gründer des Gewerbebundes, Februar-März 1938 Minister für Handel und Verkehr, 1945 Mitbegründer der ÖVP, April-Dezember 1945 Staatssekretär des Ministeriums für Bauten und Wiederaufbau, 1952-1960 Bundesobmann der ÖVP, 1953-1961 Bundeskanzler, 1963 unterlegener Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten.

Edmund Rehwinkel (1899-1977)

1945 Kreislandwirt, dann Landrat des Kreises Celle, 1947 Präsident des Verbandes des niedersächsischen Landvolkes, 1949-1964 Präsident der Landwirtschaftskammer Hannover, 1959-1968 Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Dr. Hermann Reusch (1896-1971)

1927-1935 Leiter der Zeche „Fürst Leopold" in Dorsten, 1935-1942 Mitglied des Vorstands der Gutehoffnungshütte, 1942-1945 Generalinspekteur des Kohlenbergbaues in Serbien, 1945-1966 Vorstandsvorsitzender des Gutehoffnungshütte Aktienvereins und der Gutehoffnungshütte Sterkrade AG, (1945-1947 als Stellvertreter), 1947 Vorsitzender der neu gegründeten Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie.

Dr. Franz Josef Röder (1909-1979)

1937-1945 Auslandsschuldienst, 1946-1947 Leiter des Sprachendienstes und Chefdolmetscher in der Generaldirektion der Südwestdeutschen Eisenbahnen in Speyer, seit 1948 im höheren Schuldienst im Saargebiet, 1955-1979 MdL Saarland (CDU), 1957 MdB, 1957-1965 Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung des Saarlandes, 1959-1979 Ministerpräsident des Saarlandes, 1959-1973 gleichzeitig Landesvorsitzender der CDU.

Edward Michael Rose (1913-1986)

Seit 1937 im britischen diplomatischen Dienst mit Stationen in Oslo (1940), beim französischen Komitee der nationalen Befreiung in Algier (1944) und in Kopenhagen (1945-1948), 1949-1952 im Foreign Office, 1952-1955 bei der Kontrollkommision für Deutschland und stellvertretender britischer Stadtkommandant in Berlin, 1955-1958 Leiter der Abteilung Levante im Foreign Office, 1958-1960 Dozent am Center for International Affairs an der Universität Harvard, 1960-1963 Gesandter an der britischen Botschaft in Bonn, 1963-1965 britischer Botschafter im Kongo (Leopoldville), 1965-1967 Assistant Under-Secretary of State im Foreign Office, 1967-1968 stellvertretender Sekretär im Cabinet Office.

Friedrich Schaarschmidt (1900-1985)

1948-1954 Sekretär im Orts- und Kreisvorstand der IG Metall im FDGB in Döbeln, 1954-1961 Vorsitzender des Rates des Kreises Döbeln, 1961-1971 Abteilungsleiter im VEB Döbelner Beschläge und Metallwerke.

Prof. Dr. Theodor Schieder (1908-1984)

1940-1942 Dozent, 1942-1945 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Königsberg, 1948-1976 an der Universität Köln, 1978-1984 Mitherausgeber der „Historischen Zeitschrift".

Hans Schikora (geb. 1912)

1932-1945 Berufssoldat, 1947-1950 Bäckerei- und Cafébesitzer, 1952 Finanzangestellter in St. Goar, 1953 Angestellter beim Amtsgericht Ingelheim, 1950 bis zum Verbot 1952 Mitglied der SRP, 1956-1961 der DRP, ab 1958 Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, 1959-1963 MdL Rheinland-Pfalz (DRP, seit 1961 fraktionslos).

Dr. Heinrich Schild (1895-1978)

1925-1934 Geschäftsführer handwerklicher Fachverbände, 1933-1934 Generalsekretär des Reichsstands des deutschen Handwerks, 1934 entlassen; 1934-1944 Mitinhaber und kaufmännischer Leiter einer keramischen Werkstätte in Berlin, 1945-1948 selbständiger Wirtschaftsberater und Wirtschaftstreuhänder in Wuppertal, seit 1949 Generalsekretär des Rheinisch-Westfälischen Handwerkerbundes e.V. und Hauptschriftleiter der „Handwerks-Zeitung", Düsseldorf, 1953-1961 MdB (DP, ab 1. Juli 1960 fraktionslos, ab 20. Sept. 1960 CDU).

Prof. Dr. Hans-Joachim Schoeps (1909-1980)

1938-1946 Emigration in Schweden, 1947-1980 Professor für Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Erlangen, 1947-1963 Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte.

Antonio Segni (1891-1972)

1943-1944 Mitbegründer der Democrazia Cristiana (DC), 1944-1946 Unterstaatssekretär für Landwirtschaft, 1946-1953 italienischer Landwirtschaftsminister, 1955-1957 und 1959-1960 Ministerpräsident, 1958-1959 stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister, 1960-1962 Außenminister, 1962-1964 Staatspräsident.

Achmed Sekou Touré (1922-1984)

Postangestellter, Aufbau des Gewerkschaftswesens in Guinea, zeitweilig Generalsekretär der französischen Gewerkschaftsorgansiation CGT in Schwarzafrika, 1946 Mitgründer des Rassemblement Démocratique Africaine (RDA), 1952 Führer des Parti Démocratique de Guinée (PDG), 1956 Abgeordneter Guineas in der französischen Nationalversammlung, 1957 Vizepräsident der Regierung Guineas, 1958 Gegner der von de Gaulle vorgeschlagenen Verfassung der Französischen Gemeinschaft und damit Befürworter der sofortigen Entlassung Guineas in die Unabhängigkeit, ab 1960 Staatspräsident und Regierungschef.

Josef Siemer (geb. 1906)

1936-1937 Staatliche Kreditanstalt Oldenburg (Staatsbank), 1937-1940 Arbeitseinsatzverwaltung, 1940-1943 Leiter des Arbeitsamtes Oldenburg, 1943-1950 des Arbeitsamtes Wilhelmshaven, 1950-1958 BMA, dort Leiter des Referates II a 2 (zuletzt zuständig u. a. für Arbeitsbeschaffung, Arbeitskräftebilanz, Automation sowie für die Einwirkungen der Wehrpolitik auf den Arbeitsmarkt), 1958 Verhaftung wegen des Verdachts schwerer passiver Bestechung (Kreditgewährung und unentgeltliche Inanspruchnahme eines Leihwagens), 1962 Verurteilung durch das Landgericht Bonn zu neun Monaten Gefängnis und Geldstrafe, 1963 Zurückweisung des Revisionsantrags durch den Bundesgerichtshof.

Andrej A. Smirnow (1905-1982)

Seit 1936 im sowjetischen diplomatischen Dienst, 1937-1941 Botschaftsrat in Berlin, 1941-1943 Botschafter in Teheran, als Experte für Fragen der Deutschland- und Osteuropapolitik u. a. Mitglied der sowjetischen Delegationen auf den alliierten Konferenzen von Teheran 1943, London 1947 und Paris 1949, 1949-1956 leitende Posten im sowjetischen Außenministerium, 1956 Botschafter in Wien, 1956-1966 in Bonn, 1966-1969 in Ankara, 1969-1973 einer der Stellvertretenden Außenminister.

Dirk Pieter Spierenburg (1909-2001)

1935-1945 niederländisches Wirtschaftsministerium, dort 1940-1945 Leiter des Amtes für Metallverarbeitung und Metallproduktion, 1945-1947 Leiter des Amtes für Handelsverträge mit den Ländern Westeuropas, 1947 Leiter der niederländischen Delegation bei der OEEC in Paris, 1948 stellvertretender Generalsekretär für den Marshall-Plan und Staatssekretär für den Außenhandel, 1950-1951 Leiter der niederländischen Delegation bei den Verhandlungen über den Schuman-Plan, 1952-1963 Mitglied und Vizepräsident (1958) der Hohen Behörde der EGKS, 1963-1971 ständiger Vertreter der Niederlande bei der EWG-Kommission und 1971-1974 bei der NATO.

Axel Cäsar Springer (1912-1986)

1937-1941 Chef vom Dienst und stellvertretender Chefredakteur der „Altonaer Nachrichten", nach 1945 Zeitungs-, Zeitschriften und Buchverleger u. a. der „Hör zu" (1946), des „Hamburger Abendblatts" (1948), der „Bild"-Zeitung (1952), der „Welt" und der „Welt am Sonntag" (1953), der „BZ" und „Berliner Morgenpost" (1960) und der „Funk Uhr" (1967)

Dr. Artur Sträter (1902-1977)

Rechtsanwalt, 1941-1945 Kriegsdienst, seit 1945 Mitglied der CDU, 1946-1947 und 1950-1970 MdL Nordrhein-Westfalen, 1946-1950 Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 1950-1954 Minister für Wirtschaft und Verkehr und Stellvertreter des Ministerpräsidenten, 1954-1956 Minister für Bundesangelegenheiten, 1958-1960 (6. Aug) Finanzminister, 1960 (6. Aug.)-1962 erneut Minister für Bundesangelegenheiten sowie jeweils (1958-1962) erneut Stellvertreter des Ministerpräsidenten, 1962-1966 erneut Justizminister.

Dr. Walter von Uklanski (1899-1969)

1926-1928 beim Deutschen Landwirtschaftsrat, 1929-1930 Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Kiel, 1930-1940 Landstelle Berlin, 1940-1945 Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 1939-1946 Kriegsdienst und Gefangenschaft, 1946-1950 Tätigkeit als Kaufmann und in der Flüchtlingsbetreuung, 1950-1964 BMVt, dort 1950-1953 Hilfsreferent im Referat IV 1 (Umsiedlung, Aussiedlung und Rückführung, Ostzonenflüchtlinge, Heimatlose, Ausländer, Lager), 1953-1961 Hilfsreferent im Referat II 7 bzw. (ab 1956) II 3 und (ab 1958) IV 5 (zuständig u. a. für Verteilung und Unterbringung der SBZ-Flüchtlinge und der Aussiedler, Rückführung der Evakuierten, Umsiedlung, Lagerauflösung, Räumungsmaßnahmen), 1961-1964 Leiter des Referates III 3 (Gesamterhebung der Vertreibungsverluste, Suchdienste mit Internationalem Suchdienst in Arolsen, Betreuung und Rückführung der Kriegsgefangenen und verschleppten Zivilpersonen).

Walter Ulbricht (1893-1973)

Seit 1912 Mitglied der SPD, seit 1920 der KPD, 1926-1929 MdL in Sachsen, 1927 Mitglied des Zentralkomitees der KPD, 1928-1933 MdR, 1933-1945 Emigration (Frankreich, Tschechoslowakei, Sowjetunion), dort in führenden Positionen in der Exil-KPD und der Komintern, 1946-1950 Mitglied des Zentralsekretariats des Parteivorstandes der SED, 1946-1950 Stellvertretender Vorsitzender der SED und Leiter der Abteilung Wirtschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik, ab 1949 Mitglied der Volkskammer der DDR, 1949-1973 Mitglied des Politbüros des Parteivorstandes bzw. des Zentralkomitees der SED, 1949-1960 Stellvertretender Ministerpräsident bzw. (ab 1955) Erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, 1950-1971 Generalsekretär bzw. (ab 1953) Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED, ab Mai 1971 Vorsitzender der SED, 1960-1973 Vorsitzender des Staatsrates der DDR, 1960-1971 Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates.

Max Wartemann (1905-1993)

1934-1939 Syndikus der Landesbrandkasse, 1939-1945 Kriegsdienst, 1946-1959 Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein, dort seit 1948 Amtschef, 1959-1970 Bürgermeister der Hansestadt Lübeck.

Karl Wienand (geb. 1926)

1944-1945 Kriegsdienst, 1952-1967 Bürgermeister bzw. (seit 1955) Gemeindedirektor in Rosbach (Sieg), 1953-1974 MdB (SPD), dort 1967-1974 Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, 1996 Verurteilung zu einer Haft- und Geldstrafe wegen geheimdienstlicher Tätigkeit für die DDR seit 1970, 1999 Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung.

Dr. Eduard Wolf (1903-1964)

1929-1933 Statistisches Reichsamt, 1934-1948 Institut für Konjunkturforschung bzw. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, 1947-1948 Mitglied der Sonderstelle für Geld und Kredit der Verwaltung für Finanzen des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, 1948-1950 Abteilungsleiter in der Bank deutscher Länder, 1951-1964 Mitglied des Direktoriums der Bank deutscher Länder bzw. ab 1957 des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank sowie jeweils Dezernent für Volkswirtschaft und Statistik, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des BMWi, Vizepräsident des Konjunkturpolitischen Ausschusses der EWG.

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