2.10.2 (k1963k): B. Interview des Generalstaatsanwalt Dr. Bauer

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 3). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 16. 1963Schreiben Adenauers zur Anwesenheit in KabinettssitzungenDas Kabinett Erhard bei Bundespräsident Lübke am 17. Oktober 1963Hans Krüger, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und KriegsgeschädigteDDR-Propaganda gegen die Strafrechtsreform

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Interview des Generalstaatsanwalt Dr. Bauer

Der Bundeskanzler unterrichtet das Kabinett über ein Interview des hessischen Generalstaatsanwalts gegenüber einer dänischen Zeitung 2. Er betont die weittragende Bedeutung der nach den Zeitungsberichten gemachten Äußerungen. Er hält es für erforderlich, daß das Kabinett hierzu Stellung nimmt und außerdem in einer Pressekonferenz den gemachten Äußerungen entgegengetreten wird 3.

Nach Erörterung beauftragt das Kabinett den Bundesminister der Justiz, mit dem Hessischen Ministerpräsidenten und Hessischen Justizminister, deren Besuch dieser für den Nachmittag des 28. Februar 1963 aus anderem Anlaß erwartet, zu sprechen und die Auffassung der Bundesregierung zur Kenntnis zu bringen.

Außerdem wird vorgesehen, daß der Bundeskanzler mit Herrn Dr. Marx sobald als möglich ein Gespräch führt 4.

Fußnoten

2

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der selbst 1936 nach Dänemark geflüchtet war, hatte am 27. Febr. 1963 in einem Interview gegenüber der Zeitung „Berlingske Tidende" die schleppende juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik kritisiert und ausgeführt, dass in der Gesellschaft der Bundesrepublik immer noch unterschwellige Sympathien für Adolf Hitler („Wenn Hitler heute in Deutschland auftaucht, würde er vom deutschen Volk nicht abgewiesen") und ebenso ein latenter Antisemitismus vorhanden seien. - Vgl. dazu den Text des Interviews mit weiteren Unterlagen in B 141/17423.

3

In der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung wies der Stellvertretende Leiter des BPA Werner Krueger die Äußerungen Bauers „mit Empörung als eine Unterstellung" zurück. Vgl. dazu Bulletin Nr. 39 vom 2. März 1963, S. 362 f.

4

Unterlagen zu dem Gespräch mit Karl Marx, dem Herausgeber der „Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland", nicht ermittelt.

Extras (Fußzeile):