2.24.9 (k1963k): D. Fernsehsendung „Sind wir Revanchisten?"

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[D. Fernsehsendung „Sind wir Revanchisten?"]

Außerhalb der Tagesordnung weist der Bundesminister des Auswärtigen auf die Absicht des 1. Fernsehens hin, am 2. Juli 1963 eine Sendung mit der Bezeichnung „Sind wir Revanchisten?" auszustrahlen 22. Das Fernsehen sei an verschiedene Bundesminister mit dem Ansinnen herangetreten, in dieser Sendung zu sprechen. Der Bundeskanzler teilt mit, daß er eine Beteiligung abgelehnt habe. Er habe es nicht nötig, sich zu der Frage zu äußern, ob er ein Revanchist sei. Im übrigen müsse er sagen, daß das Auftreten des Fernsehreporters Neven-du Mont auf dem Schlesiertreffen als Taktlosigkeit angesehen werden müsse. Er habe die Versammelten unnütz provoziert 23. Der Bundesminister des Auswärtigen schlägt vor, daß, falls notwendig, die Stellungnahme der Bundesregierung zu den in der Sendung aufgeworfenen Fragen vom Bundespressechef abgegeben werden solle. Hiergegen erhebt sich kein Widerspruch 24.

Fußnoten

22

Der Fernseh-Chefreporter des NDR Jürgen Neven-du Mont bereitete damit einen weiteren Beitrag zum Themenbereich Oder-Neiße-Grenze und deutsche Ostgebiete vor, nachdem bereits eine unter dem Titel „Polen in Breslau" am 7. Mai 1963 ausgestrahlte erste Sendung beim Bund der Vertriebenen und bei der Landsmannschaft Schlesien z. T. heftige Kritik erregt hatte. Unterlagen hierzu in B 136/6792 und B 145/2858, vgl. auch die Artikel „Polenschau" und „Böhmischer Wind" im „Spiegel" Nr. 20 vom 15. Mai 1963, S. 83, und Nr. 28 vom 10. Juli 1963, S. 69.

23

Während der Abschlusskundgebung des Deutschlandtreffens der Schlesier am 9. Juni 1963 in Köln, bei der auch Adenauer geredet hatte, war Neven-du Mont, der über die Veranstaltung berichtete, von Kundgebungsteilnehmern tätlich bedroht und beschimpft und schließlich unter Polizeischutz vom Platz geführt worden. Vgl. dazu die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 10. Juni 1963, S. 1, sowie den Artikel „Zorn im Fackelschein" im „Spiegel" Nr. 25 vom 19. Juni 1963, S. 17 f.

24

In der am 2. Juli 1963 im Programm der ARD ausgestrahlten Sendung legte von Hase den Standpunkt der Bundesregierung dar, wonach das Potsdamer Abkommen alle territorialen Regelungen einem späteren Friedensvertrag vorbehalten, der völkerrechtliche Gebietsstand Deutschlands durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung östlich der Oder-Neiße-Linie keinerlei Veränderung erfahren habe und man dem deutschen Volk das Selbstbestimmungsrecht nicht verwehren könne. Vgl. die Unterlagen zur Stellungnahme von Hases in B 145/2858 sowie den Text der Sendung in B 145/227.

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