2.25.12 (k1963k): 12. Deutscher Entwicklungsdienst (DED), BMZ

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 16. 1963Schreiben Adenauers zur Anwesenheit in KabinettssitzungenDas Kabinett Erhard bei Bundespräsident Lübke am 17. Oktober 1963Hans Krüger, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und KriegsgeschädigteDDR-Propaganda gegen die Strafrechtsreform

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12. Deutscher Entwicklungsdienst (DED), BMZ

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit gibt zusammenfassend einen Überblick über die geplante Einrichtung eines Deutschen Entwicklungsdienstes 21. Er betont die Unterschiede dieser Organisation gegenüber dem US-Friedenskorps und weist darauf hin, daß eine befriedigende Lösung gefunden sei, um die zahlreichen einschlägigen Organisationen im DED zusammenzufassen 22. Er erläutert die Organisation dieser Gesellschaft, insbesondere die ihres Beirates 23. Er sichert dem Bundesminister des Auswärtigen, der wegen der Verflechtung der Tätigkeit des Deutschen Entwicklungsdienstes mit der Außenpolitik die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit hervorhebt, zu, daß das Auswärtige Amt im Beirat der Gesellschaft vertreten sein wird. Der Bundesminister für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung betont die Notwendigkeit, bei der Gründungsveranstaltung klar zum Ausdruck zu bringen, daß der Deutsche Entwicklungsdienst keine Nachbildung des amerikanischen Friedenskorps, sondern eine eigenständige Einrichtung sei, in der bereits bestehende Bestrebungen und Kräfte zusammengefaßt werden. Der Bundesminister für Wirtschaft äußert den Wunsch, daß auch sein Ressort in dem Beirat der Gesellschaft vertreten sein soll. Über die übrige Besetzung der der Bundesregierung zustehenden Sitze im Beirat wird Endgültiges nicht festgelegt. Der Bundesminister für Verkehr und der Bundesminister für Gesundheitswesen betonen die Notwendigkeit, von Fall zu Fall dann zu den Beratungen zugezogen zu werden, wenn ihre Zuständigkeit gegeben ist. Im übrigen besteht Einvernehmen dahin, daß die Vertretung der Bundesregierung im Beirat einen interministeriellen Ausschuß der beteiligten Ressorts nicht überflüssig mache 24. Das Kabinett nimmt von dem Bericht des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit zustimmend Kenntnis 25.

Fußnoten

21

Siehe 48. Sitzung am 4. Okt. 1962 TOP D (Kabinettsprotokolle 1962, S. 454). - Vorlage des BMZ vom 6. Juni 1963 in B 136/2928, weitere Unterlagen in B 126/25626 und B 213/1523 und 3141. - Der BMZ hatte vorgeschlagen, neben dem am 21. Dez. 1962 gegründeten Verein „Lernen und Helfen in Übersee" die Deutsche Entwicklungsdienst GmbH einzurichten, die die Projekte der Bundesregierung zur Entsendung freiwilliger Entwicklungshelfer als Mandatar des Bundes realisieren sollte. Vom vorgesehenen Stammkapital der Gesellschaft in Höhe von 20 000 DM sollten der Bund 19 000 DM und der Verein 1000 DM einbringen. Für die Durchführung der einzelnen Vorhaben waren Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt vorgesehen.

22

Während die amerikanischen Peace Corps zentral organisiert waren, sollten am Entwicklungsdienst staatliche und nichtstaatliche, bereits aktive Entwicklungshelferdienste, wie z. B. die kirchlichen „Dienste in Übersee" und „Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe", gleichermaßen beteiligt sein und deren Ausbildungseinrichtungen genutzt werden. Als freiwillige Helfer sollten überwiegend Handwerker, Landwirte und Gesundheitspersonal entsandt werden. Vgl. dazu das Protokoll des Ausschusses für Entwicklungshilfe vom 20. Juni 1963 in B 213/1523 und B 136/2928.

23

Der Beirat sollte aus jeweils fünf Vertretern des Vereins und des Bundes sowie einem neutralen Mitglied als Vorsitzenden bestehen. Zur späteren personellen Besetzung vgl. das Schreiben des BMZ an den BMF vom 23. Juli 1963 in B 126/25626.

24

Angesprochen ist der Interministerielle Ausschuss für Entwicklungspolitik, in dem AA, BMWi, BMF, BMBes, BMA und BML sowie die Deutsche Bundesbank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vertreten waren. Vgl. 129. Sitzung am 15. Nov. 1960 TOP 7 (Kabinettsprotokolle 1960, S. 392 f.).

25

Am 24. Juni 1963 wurde die Deutsche Entwicklungsdienst GmbH mit Sitz in Bonn in Anwesenheit von Kennedy, Lübke und Adenauer gegründet. Vgl. die Texte der Ansprachen von Lübke, Scheel und Kennedy in Bulletin Nr. 108 vom 25. Juni 1963, S. 962-964.

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