2.26.2 (k1963k): B. Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 2). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 16. 1963Schreiben Adenauers zur Anwesenheit in KabinettssitzungenDas Kabinett Erhard bei Bundespräsident Lübke am 17. Oktober 1963Hans Krüger, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und KriegsgeschädigteDDR-Propaganda gegen die Strafrechtsreform

Extras:

 

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download

[B.] Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland

Der Bundeskanzler glaubt, daß der gestern zu Ende gegangene Besuch des Präsidenten Kennedy das deutsch-amerikanische Verhältnis günstig beeinflussen werde. Gewisse gefühlsmäßige Schwierigkeiten und Unklarheiten seien beseitigt worden. Der amerikanische Präsident habe sich davon überzeugen können, daß Berlin und ganz Deutschland mit ganzem Herzen zum Westen stünden. Kennedy habe sich niemals bisher so nachdrücklich und präzis für die deutsche Wiedervereinigung ausgesprochen. Die Reden, die er bei den verschiedenen Gelegenheiten gehalten habe, würden zur Zeit im Auswärtigen Amt analysiert. In den 21/2-stündigen Besprechungen, die er, der Bundeskanzler, mit dem Präsidenten unter vier Augen gehabt habe, seien hauptsächlich die Verhältnisse in Europa erörtert worden. Der Präsident habe sich über verschiedene Schwankungen und Unsicherheitsfaktoren in einigen europäischen Ländern besorgt gezeigt. Kennedy sei wohl auch davon überzeugt, daß Deutschland und Frankreich die stabilsten Faktoren im freien Teil Europas darstellten, daher begrüße er den deutsch-französischen Ausgleich und den engen Kontakt zwischen diesen beiden Ländern. Es sei ferner von der möglichen politischen Entwicklung in England und von gewissen Sorgen, die Amerika beträfen, gesprochen worden 2.

Der Bundesminister der Finanzen erklärt auf eine Frage des Bundeskanzlers, daß der Berliner Senat dem Präsidenten Kennedy ein Memorandum zu der Frage überreicht habe, wie die an Berlin gewährten Steuerpräferenzen auch im Verhältnis zu den USA voll wirksam bleiben könnten 3.

Fußnoten

2

Siehe 80. Sitzung am 19. Juni 1963 TOP A. - Bei seinem Besuch vom 23. bis 26. Juni 1963 hatte Kennedy Köln, Bonn, Frankfurt und zuletzt Berlin besucht. Seine Rede vor dem Schöneberger Rathaus mit einem deutlichen Bekenntnis zu Berlin hatte den Höhepunkt seines Aufenthaltes gebildet. Text der Reden in Bulletin Nr. 112 vom 29. Juni 1963, S. 1008-1010, weitere Texte von Ansprachen und Reden anlässlich des Besuchs in B 136/2083. - Am 24. Juni 1963 hatten in Bonn die politischen Gespräche zwischen Adenauer und Kennedy stattgefunden. Themen waren der Prozess der europäischen Integration, die Beziehungen der EWG zu anderen Staaten, atlantische Fragen, Ost-West-Beziehungen und die Wiedervereinigungs- und Berlinfrage. Vgl. dazu das Kommuniqué in Bulletin Nr. 106 vom 26. Juni 1963, S. 971, die Konferenzmappe in AA B 130, Bd. 3940, sowie die Aufzeichnung des Bundeskanzleramtes über das Gespräch Adenauers mit Kennedy am 24. Juni 1963 in AAPD 1963, S. 661-670.

3

Vgl. dazu eine undatierte und nicht unterzeichnete Fassung des Memorandums in B 126/51679. - Der Berliner Senat hatte eine fiktive Anrechnung der in Berlin geltenden Steuerpräferenzen auf in den USA zu zahlende Gewerbe- und Umsatzsteuern vorgeschlagen, um so Anreize für die Niederlassung amerikanischer Unternehmen in Berlin zu schaffen.

Extras (Fußzeile):