2.5.14 (k1963k): G. Olympische Spiele 1968; hier: Austragungsort Berlin (Ost und West)

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Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 16. 1963Schreiben Adenauers zur Anwesenheit in KabinettssitzungenDas Kabinett Erhard bei Bundespräsident Lübke am 17. Oktober 1963Hans Krüger, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und KriegsgeschädigteDDR-Propaganda gegen die Strafrechtsreform

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[G.] Olympische Spiele 1968; hier: Austragungsort Berlin (Ost und West)

Der Bundesminister des Innern bittet mit Rücksicht auf die Eilbedürftigkeit der Angelegenheit noch heute eine Entscheidung des Kabinetts darüber herbeizuführen, ob es dem Vorschlag des Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees, Daume, zustimme, die Olympischen Spiele 1968 in beiden Teilen Berlins durchzuführen 27. Die Entscheidung des Kabinetts sei dringend, da sich das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees am 6. Februar 1963 mit dieser Frage befassen werde. Als Ergebnis der anschließenden Erörterung, an der sich insbesondere der Bundeskanzler, der Bundesminister des Innern, der Bundesminister der Justiz, der Bundesminister für Verkehr, der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen, der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen beteiligen, stellt der Bundeskanzler unter Zustimmung des Kabinetts fest, daß es untunlich sei, heute bereits einen Beschluß herbeizuführen. Die Frage müsse vielmehr vor einer Entscheidung des Kabinetts sehr behutsam von den beteiligten Ressorts geprüft und in ihren politischen Aspekten sehr sorgsam abgewogen werden 28.

Fußnoten

27

Vgl. dazu Daumes Schreiben vom 23. Jan. 1963 an den BMI in B 106/109441, weitere Unterlagen in B 136/5555. - Danach hatte Daume seinen Vorschlag am 7. Jan. 1963 dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Avery Brundage unterbreitet. Dieser habe positiv reagiert, so dass Daume in seinem Schreiben bereits eine Reihe von Schritten zur Verwirklichung seiner Idee, insbesondere hinsichtlich der einzuholenden Bereitschaft der Stadtbehörden Ost-Berlins, angeregt hatte. Vor dem Hintergrund der schwierigen Verhandlungen zur Bildung einer gesamtdeutschen Mannschaft für die Olympischen Spiele 1964 (vgl. dazu 55. Sitzung am 28. Nov. 1962 TOP 3: Kabinettsprotokolle 1962, S. 512) hatte Daume seinen überraschenden Vorschlag vor allem als nachdrückliches Bekenntnis des westdeutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) zur Unteilbarkeit Deutschlands und Berlins sowie zum gesamtdeutschen Sportgedanken verstanden.

28

Am 5. Febr. 1963 fand unter Vorsitz Krones eine Besprechung zwischen Höcherl, Mischnick, Barzel und Staatssekretär Lahr statt. Dabei konnte man sich lediglich auf eine mögliche Bewerbung West-Berlins einigen, plädierte jedoch dafür, dass am folgenden Tag noch keine Entscheidung des IOC herbeigeführt werden sollte (vgl. den Vermerk vom 5. Febr. 1963 in B 136/5555). - Fortgang 71. Sitzung am 3. April 1963 TOP C.

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