2.15.6 (k1966k): D. Bewerbung Münchens für die Olympischen Spiele

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[D.] Bewerbung Münchens für die Olympischen Spiele

Bundesminister Lücke teilt mit, daß der Präsident des Deutschen Sportbundes, Daume, eine schriftliche Erklärung der Bundesregierung erwartet, wonach die bei den Olympischen Spielen 1972 geltenden Regelungen des Internationalen Olympischen Komitees vorbehaltlos beachtet werden sollen. Bundesminister Lücke ist der Auffassung, daß die Bundesregierung nicht über ihren bereits erklärten Standpunkt hinausgehen kann, daß sie bereit ist, die Wünsche des Internationalen Olympischen Komitees auf der Grundlage der derzeit geltenden Bestimmungen, d. h. der Madrider Bestimmungen, zu erfüllen 13.

Bundesminister Dr. Mende teilt diese Auffassung. Er erklärt, daß er nicht bereit sei, in München etwa zwei deutsche Mannschaften mit zwei verschiedenen nationalen Flaggen und Emblemen auftreten zu lassen, auch wenn daran die Bewerbung Münchens scheitere 14.

Nach einer weiteren Erörterung, an der sich der Bundeskanzler und die Bundesminister Lücke, Dr. Dahlgrün und Dr. Gradl beteiligen, lehnt das Kabinett die von Herrn Daume gewünschte vorbehaltlose Erklärung ab. Bundesminister Lücke wird die bayerische Landesregierung und den Oberbürgermeister Münchens unterrichten 15.

Fußnoten

13

Siehe 6. Sitzung am 2. Dez. 1965 TOP E (Kabinettsprotokolle 1965, S. 420-423). - Im Oktober 1965 hatte das IOC auf seiner Konferenz in Madrid für die Winterspiele in Grenoble und die Sommerspiele in Mexiko-Stadt 1968 beschlossen, dass zwei getrennte deutsche Mannschaften unter gleicher Flagge einziehen und die gleiche Hymne verwenden werden. Vgl. 8. Sitzung am 15. Dez. 1965 TOP 3 (Kabinettsprotokolle 1965, S. 446-448), Abdruck der sogenannten Madrider Beschlüsse in DzD IV 11/2, S. 867 f., zu Lückes Position vgl. sein Schreiben an das IOC vom 23. März 1966 in B 106/36167 und B 136/5555. - Willi Daume hatte Erhard nun um eine persönliche Erklärung gebeten, dass die Bundesregierung auch künftig Beschlüsse des IOC akzeptieren werde (Schreiben vom 20. April 1966 in B 136/5566).

14

Zu Mendes Haltung in der Frage des Alleinvertretungsanspruchs der Bundesrepublik vgl. den Vermerk des Bundeskanzleramts vom 21. April 1966 in B 136/5566.

15

Fortgang 24. Sitzung am 26. April 1966 TOP 3.

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