2.5.14 (k1967k): D. Getreidehilfe für Indien

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[D.] Getreidehilfe für Indien

Bundesminister Brandt berichtet, nach Mitteilung des amerikanischen Botschafters McGhee habe der US-Staatssekretär Eugene Rostow als Ergebnis seines jüngsten Besuchs den Vorschlag unterbreitet, zur Deckung des indischen Getreidebedarfs im Umfang von 10 Mio. t ein internationales Konsortium zu bilden; die USA würden es begrüßen, wenn sich nach Italien, Frankreich und Japan auch Deutschland an diesem Konsortium beteiligen würde. Dabei würde auf Deutschland ein Anteil von 35 Mio. $ entfallen. 48 Bundesminister Brandt fügt hinzu, wenn die Angaben über die Beteiligung anderer Staaten zutreffen sollten, dann werde sich Deutschland dieser Verpflichtung wohl nicht entziehen können. Bezüglich der Zusage Frankreichs hätten sich aber bereits Zweifel ergeben; nach anderen Informationen wolle Frankreich angeblich nur Naturalleistungen (z. B. Milchpulver) zur Verfügung stellen. 49 Auch Bundesminister Schmücker rät zur Zurückhaltung. Staatssekretär Dr. Hein teilt mit, in seinem Hause werde bereits eine Kabinettvorlage in dieser Angelegenheit vorbereitet. Wenn Hilfe geleistet werde, so sei zunächst zu entscheiden, ob deutsche Maßnahmen innerhalb oder außerhalb eines Konsortiums angebracht seien. Auch im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit lägen Informationen vor, die die amerikanischen Angaben über die Zusagen anderer Länder in dieser Form nicht bestätigten. 50

Hierauf beschließt das Kabinett auf Vorschlag des Bundeskanzlers,

von dem amerikanischen Wunsch Kenntnis zu nehmen und weitere Erkundigungen einzuziehen. 51

Fußnoten

48

Siehe 34. Sitzung am 6. Juli 1966 TOP 4 (Kabinettsprotokolle 1966, S. 287). - Rostow hatte bei seinen Gesprächen in Bonn am 22. und 23. Jan. 1967 ein Memorandum der amerikanischen Regierung zur Welternährungssituation überreicht und um eine zusätzliche Hilfe zur Linderung der Hungersnot in Indien gebeten. Der deutsche Beitrag könne in Weizenkäufen in den USA angelegt und im Rahmen des Devisenausgleichs angerechnet werden. Vgl. den Vermerk des BMZ vom 25. Jan. 1967 in B 213/1449 und B 136/2985, zu Brandts Gespräch mit McGhee am 27. Jan. 1967 vgl. die Aufzeichnung des AA vom 27. Jan. 1967 in AA B 130, Bd. 10089, und AA B 150, Bd. 95.

49

Vgl. das Fernschreiben der deutschen Botschaft in Paris an das AA vom 27. Jan. 1967 in B 213/1449.

50

Nach Berichten der deutschen Botschaften begegneten Italien, Großbritannien, die Niederlande und Japan dem Vorschlag kritisch oder abwartend. Vgl. die Fernschreiben der deutschen Botschaften an das AA aus Rom und London vom 26. Jan. 1967 sowie aus Tokio und Den Haag vom 27. Jan. 1967 in B 213/1449.

51

Fortgang 65. Sitzung am 8. Febr. 1967 TOP 6.

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