
Dr. Clemens Rehm, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Fördervereins Erinnerungsstätte, dankt Freya Klier für ihre engagierten Ausführungen
Quelle:
Michael Stock
waren zahlreiche Zuhörer am 14. Oktober 2009 abends im Ahnensaal des Rastatter Schlosses erschienen. Der Förderverein Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte und das Bundesarchiv hatten gemeinsam eingeladen zum Zeitzeugengespräch, einer Veranstaltungsreihe rund um die Eröffnung der neuen Ausstellung "Wir sind das Volk! - Freiheitsbewegungen in der DDR 1949-1989", die ab 5. November 2009 für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.
Klier sorgte 1988 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Liedermacher Stefan Krawczyk, in den Medien für Schlagzeilen, als beide als "Staatsverhetzer" aus der DDR ausgebürgert wurden. Schon früh im Leben geriet die 1950 in Dresden geborene Schauspielerin und Regisseurin in Konflikt mit der SED-Diktatur. 18-jährig wurde sie wegen "Republikflucht" zu 18 Monaten Haft verurteilt. Aufgrund kritischer Theaterinszenierungen und ihres Engagements in der DDR-Friedensbewegung erhielt sie 1985 Berufsverbot. Rund um die Uhr von der Staatssicherheit beschattet, dachte Klier dennoch zu keiner Zeit ans Aufgeben.
In Rastatt trug sie ihr Rundfunkessaye mit dem Titel "Das Beste an der DDR war ihr Ende" vor. In der anschließenden Diskussion gab sich Klier kämpferisch. Immer noch gebe es zu wenig Menschen, die sich einmischen und nach der Wiedervereinigung das "mafiotische Netzwerk der Linken" demaskieren.
Freya Klier lebt in Berlin und arbeitet als freischaffende Autorin, Regisseurin und Filmemacherin. Sie ist Mitinitiatorin des 1996 gegründeten Bürgerbüros e. V., einem Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur, und engagiert sich in der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Der thematische Bogen spannt sich von den Freiheitsbewegungen der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert. Inhaltlicher Schwerpunkt sind der Vormärz und die Revolution von 1848/49.
Unter dem Motto "Geschichte lebendig gestalten" setzen sich Schüler und junge Erwachsene kreativ und eigenverantwortlich mit der deutschen Freiheitsgeschichte auseinander.