
Professor Peter Steinbach charakterisierte den Widerstand in beiden deutschen Diktaturen
Quelle:
Bundesarchiv
Als Forscher und zugleich als Zeitzeugen referierten
Prof. Dr. Rainer Eckert, Direktor des Zeithistorischen Forums Leipzig,
Prof. Dr. Rainer Elkar, Universität der Bundeswehr München,
Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Ruhr-Universität Bochum,
Enrico Heizer, Universität Potsdam,
Dr. Ehrhart Neubert, Vorsitzender von Bürgerbüro e. V. – Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur,
Dr. Maria Nooke, stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer,
Dr. Jens Schöne, Humboldt-Universität Berlin, und
Prof. Dr. Peter Steinbach, Universität Mannheim.
Ihre Referate, z.B. über die Analogien zwischen den Revolutionen von 1848/49 und 1989, die Charakteristika des Widerstands in beiden deutschen Diktaturen, die Dynamik der Friedlichen Revolution und ihre europäische Dimension sowie Fallbeispiele einzelner Widerstands- und Oppositionsgruppen, wurden vom anwesenden Publikum lebhaft diskutiert.
Dr. h. c. Joachim Gauck bei seinem Vortrag im Ahnensaal des Rastatter Schlosses
Quelle:
Bundesarchiv
Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung war der Abendvortrag von Dr. h.c. Joachim Gauck im Ahnensaal des Rastatter Schlosses, an dem ca. 150 Zuhörer teilnahmen. Gauck, der von 1990-2000 Beauftragter der Bundesregierung für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewesen war, rechnete in seinem Vortrag mit der kommunistischen Diktatur ab und unterstrich seine Analyse mit Erzählungen aus seinem eigenen Leben. In den 1980er Jahren leitete Gauck die Kirchentagsarbeit in Mecklenburg. Im Herbst 1989 organisierte er regelmäßig Großdemonstrationen in Rostock. Als Mitglied und Sprecher der Bürgerbewegung " Neues Forum" trat er für demokratische Reformen und eine Umgestaltung der Gesellschaft ein. Den Sturz des SED-Regimes bezeichnete Gauck als einzigartiges Erlebnis. "Da musste ich fünfzig Jahre alt werden, um zum ersten Mal an freien Wahlen teilnehmen zu können", erklärte Gauck seinen Zuhörern und ermahnte sie, die Errungenschaften der Demokratie auch in Zukunft lebendig zu halten und sich an der Ausgestaltung der freiheitlichen Gesellschaft aktiv zu beteiligen.
Dr. Maria Nooke berichtete von der eigenen Oppositionsarbeit in der ehemaligen DDR
Quelle:
Bundesarchiv
Der Förderverein Erinnerungsstätte und das Bundesarchiv danken der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die zweitägige Veranstaltung ermöglicht hat.
Der thematische Bogen spannt sich von den Freiheitsbewegungen der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert. Inhaltlicher Schwerpunkt sind der Vormärz und die Revolution von 1848/49.
Unter dem Motto "Geschichte lebendig gestalten" setzen sich Schüler und junge Erwachsene kreativ und eigenverantwortlich mit der deutschen Freiheitsgeschichte auseinander.