
Ulrike Poppe (links) mit Frau Müller, Leiterin der Erinnerungsstätte, in der Ausstellung
Quelle:
Rainer Wollenschneider
Zu Gast war Ulrike Poppe, ab 1. März 2010 "Stasi-Beauftragte" des Landes Brandenburg. Zu DDR-Zeiten galt sie eine "Staatsfeindin". 13-mal wurde sie von der Staatssicherheit festgenommen und mehrere Male inhaftiert. Nach Rastatt kam die Zeitzeugin zum ersten Mal und nutzte den Aufenthalt zu einem Rundgang mit der Leiterin der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte, Frau Gisela Müller, durch die neue Ausstellung. Dabei kam es zu Wiedererkennungseffekten. So war die Bürgerrechtlerin beim Erklettern der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor dabei. Im Stasi-Raum erkannte sie denselben Typ von Abhörwanzen, wie er auch in ihrer Wohnung gefunden wurde.
In ihrem fesselnden Vortrag vor dem zahlreich erschienenen Publikum im Ahnensaal des Schlosses entfaltete Poppe ihre Biografie. Aufgewachsen in Hohen Neuendorf bei Berlin, brach sie 1973 ihr Studium der Kunsterziehung und Geschichte an der Ost-Berliner Humboldt-Universität ab. 1976 erhielt sie eine Assistentenstelle am Museum für Deutsche Geschichte. In ihrer Wohnung traf sie sich regelmäßig mit Oppositionellen. Poppe eröffnete 1980 den ersten unabhängigen Kinderladen in Ost-Berlin, war Mitbegründerin des Netzwerkes "Frauen für den Frieden" und der Initiative "Frieden und Menschenrechte". Sie gehörte 1989 zu den Erstunterzeichnern der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt".
Für Ihren Einsatz um die Menschenrechte wurde Ulrike Poppe mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreis geehrt.
Der thematische Bogen spannt sich von den Freiheitsbewegungen der Frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert. Inhaltlicher Schwerpunkt sind der Vormärz und die Revolution von 1848/49.
Unter dem Motto "Geschichte lebendig gestalten" setzen sich Schüler und junge Erwachsene kreativ und eigenverantwortlich mit der deutschen Freiheitsgeschichte auseinander.