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Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte

Internet: http://www.bundesarchiv.de/erinnerungsstaette/aktuelles/01372/index.html

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Im Kampf gegen die Wahlfälschung

Am 19. März 2010 begrüßten der Förderverein Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte und das Bundesarchiv die Zeitzeugin Frau Evelyn Zupke.

Evelyn Zupke zeigt ihren Ausweis, der sie als Angehörige der Überwachung der Volskammerwahl am 18. März 1990 legitimierte

Evelyn Zupke zeigt ihren Ausweis, der sie als Angehörige der Überwachung der Volskammerwahl am 18. März 1990 legitimierte

Quelle:
Rainer Wollenschneider

Frau Evelyn Zupke trug wesentlich dazu bei, die staatliche Wahlfälschung vom 7. Mai 1989 in der DDR nachzuweisen. Politisch engagiert im oppositionellen Weißenseer Friedenskreis in Berlin, schrieb die damals 27-Jährige Eingaben und Briefe an verschiedene staatliche Institutionen, in denen sie den Wahlbetrug anprangerte. Regelmäßig wurde sie vor geplanten Protestaktionen gegen die Wahlfälschung von der Stasi zu "Gesprächen" und "Belehrungen" abgeholt und unter Hausarrest gestellt. Ihr wurde verboten, die Berliner Innenstadt zu betreten.

Mit der Drohung, ihr Kind nicht mehr sehen zu dürfen, wenn sie nicht zur Zusammenarbeit bereit wäre, versuchte die Stasi, Evelyn Zupke zu erpressen. "Das war natürlich das Schlimmste, was es für mich geben konnte", erinnert sich die Bürgerrechtlerin. Am 7. September 1989 gelang es ihr, zur Protestaktion auf dem Berliner Alexanderplatz zu erscheinen. An diesem Tag schlugen die Sicherheitskräfte brutal zu. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Weißenseer Friedenskreises wurde sie ins Untersuchungsgefängnis Berlin-Rummelsburg gebracht.

Frau Zupke war 1989/90 Mitglied am "Runden Tisch" in Berlin-Weißensee  und arbeitete im Komitee zur Auflösung des ehemaligen "Amtes für nationale Sicherheit" mit. Sie  hatte  in Rastatt  den Ausweis dabei, der sie als Angehörige der Kommission zur Überwachung der ersten und letzten demokratischen Wahl zur Volkskammer in der DDR  am 18. März 1990 legitimierte.    

Die Kämpferin gegen die Scheinwahlen und für demokratische Rechte machte bei ihren  Ausführungen im  Ahnensaal deutlich, welches Gut das demokratische Wahlrecht darstellt.

Das sechste Zeitzeugengespräch seit der Eröffnung  der Ausstellung "Wir sind das Volk! Freiheitsbewegungen in der DDR 1949-1989"  wurde von der Stiftung "Aufarbeitung der SED-Diktatur" finanziell gefördert.

 


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Kontakt

Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte

Herrenstrasse 18 (Schloss)
76437 Rastatt

Tel. 07222/77139-0
Fax 07222/77139-7
E-Mail: erinnerung@bundesarchiv.de

Dauerausstellung

Im Erdgeschoss wird in neun Stationen an Errungenschaften und Niederlagen der Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert erinnert.

Das Thema Opposition und Widerstand in der DDR gliedert sich in fünf Kapitel. Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss und wird im Obergeschoss fortgesetzt.


Pädagogische Angebote

Für Gruppen werden thematische Führungen durch beide Ausstellungsbereiche angeboten.

Dieses Angebot können Schulklassen ebenfalls nutzen. Zusätzlich gibt es ein Geschichtspuzzle, ein Kreuzworträtsel und andere Arbeitsmaterialien.