
Dr. Rehm, Prof. Dr. Weber, Dr. Thalhofer, Prof. Kaufmann, Prof. Dr. Hochbruck (v. l.) vor dem Ahnensaal des Rastatter Residenzschlosses
Quelle:
Rainer Wollenschneider
die künftig als Vortragsreihe jährlich wiederholt werden soll.
Den gelungenen Auftakt lieferte Professor Dr. Wolfgang Hochbruck vom Englischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, der sich in seinem Vortrag mit Carl Schurz und "dessen Bedeutung im 21. Jahrhundert" befasste.
Zuvor würdigte der Geschäftsführer des Fördervereins, Dr. Clemens Rehm, Carl Schurz (1829-1906) als einen Mann, der in Übersee seine alte Heimat nie vergessen habe. "Der Wahlrastatter Schurz ist aufgebrochen, Weltgeschichte zu schreiben", fügte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch in seinem Grußwort hinzu. Der Vorsitzende des Fördervereins, Professor Gunter Kaufmann meinte, Carl Schurz sei als Zeitzeuge wichtig, da er die Stadt an der Murg zum authentischen Erinnerungsort werden lasse.
Carl Schurz war nach der Revolution 1849 in die USA emigriert. Dort wurde er Senator von Missouri und schließlich Innenminister (1877-1881). Als Mittler zwischen der amerikanischen Siegermacht und Deutschland wurde Schurz nach dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt. Fast 40 Straßen, zwei Bundeswehrkasernen und drei Briefmarken sind dem Demokraten und Freiheitskämpfer gewidmet.
Vor den ca. 100 erschienenen Gästen wies Hochbruck in seiner kurzweiligen Vorlesung im Ahnensaal des Rastatter Schlosses auch auf "Merkwürdigkeiten" in der Vita von Schurz hin. So seien weder die abenteuerliche Flucht aus der von preußischen Truppen eingeschlossenen Festung durch den Rastatter "Abwasserkanal" noch sein angebliches Offizierspatent belegbar.
"Wirkliche Erinnerung braucht Lebensgeschichten" fasste der Präsident des Bundesarchivs, Professor Dr. Hartmut Weber, die erste Carl-Schurz-Vorlesung zusammen. Man müsse hinter tradierte Mythen blicken. Wolfgang Hochbruck habe nicht nur den idealisierten Carl Schurz gezeigt, sondern auch einen Menschen, dessen Leben überwiegend vom Freiheitskampf geprägt worden sei.
Im Erdgeschoss wird in neun Stationen an Errungenschaften und Niederlagen der Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert erinnert.
Das Thema Opposition und Widerstand in der DDR gliedert sich in fünf Kapitel. Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss und wird im Obergeschoss fortgesetzt.
Für Gruppen werden thematische Führungen durch beide Ausstellungsbereiche angeboten.
Dieses Angebot können Schulklassen ebenfalls nutzen. Zusätzlich gibt es ein Geschichtspuzzle, ein Kreuzworträtsel und andere Arbeitsmaterialien.