
Unsere Dauerausstellung zeigt das jahrhundertelange Ringen der Deutschen um Freiheit, Demokratie
und einen geeinten Verfassungsstaat. Den Besucher erwartet eine lebendige Ausstellung von
der Frühen Neuzeit bis 1989, wobei der Schwerpunkt auf der Revolution von 1848/49 liegt.
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Im 16. Jahrhundert wird Deutschland durch Kirchenspaltung und politische Konflikte erschüttert. Hinzu kommt eine landwirtschaftliche Krise. Durch Überproduktion sinken die Agrarpreise, und die Bauern müssen hohe Abgabe zahlen. Deshalb erheben sie sich gegen ihre adligen und kirchlichen Herren. Sie kämpfen für religiöse und persönliche Freiheiten und fordern Verbesserungen ihrer rechtlichen und sozialen Lage.
Die Jahrzehnte vor dem Ausbruch der Revolution von 1848 sind geprägt vom Beginn der Industriellen Revolution und ihren Folgen: Maschinen ersetzen die menschliche Arbeitskraft, Menschen verlieren ihre Arbeit und Existenzgrundlage. Die Bevölkerung wächst sehr schnell. Missernten, steigende Preise und Hunger verschärfen die sozialen Konflikte in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Diese Forderungen der Französischen Revolution finden auch in Deutschland überzeugt Anhänger. Sie verlangen nach dem Sieg über Napoleon von ihren Fürsten persönliche Freiheit, politische Teilhabe und nationale Einheit. Ihre Erwartungen werden enttäuscht.
Freiheit und nationale Einheit sind die zentralen politischen Forderungen im Vormärz. Die Oppositionellen in den deutschen Einzelstaaten bündeln ihre Kräfte. Sie formulieren ihr politisches Programm und kämpfen für ihre Ziele. Fast überall in Deutschland werden Barrikaden errichtet. Insbesondere in Berlin sind nach Straßenkämpfen viele Opfer zu beklagen.
Am 18. Mai 1848 tritt die freigewählte Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Die Abgeordneten wollen die verfassungsrechtlichen Grundlagen eine einigen, freiheitlichen Deutschlands schaffen.
Die Grundrechte des Deutschen Volkes, die von den Abgeordneten beschlossen und am 27. Dezember 1848 in Kraft gesetzt werden, sind Vorbild für die Weimarer Reichsverfassung von 1919 und das Grundgesetz von 1949.
Die Mehrheit der deutschen Fürsten lehnt die Verfassung ab. Im Ruhrgebiet, in Sachsen, in der Pfalz und in Baden erheben sich die Demokraten, um für die neue Verfassung zu kämpfen. Preußische Truppen schlagen die Aufständischen nieder.
Die Reichsgründung von 1871 erfüllt die nationalen Wünsche von 1848. Die Forderungen nach mehr Demokratie kann aber erst die Revolution von 1918 verwirklichen.
Zahlreiche Freiheitskämpfer fliehen aus Deutschland. Besonders in den Vereinigten Staaten finden sie die ersehnte Freiheit. Viele von ihnen kämpfen später im amerikanischen Bürgerkrieg.
Die aus der Revolution von 1918 hervorgegangene Weimarer Republik zerbricht an innenpolitischen Krisen. Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft von 1933-1945 lehnen sich die Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und weltanschaulicher Grundüberzeugung gegen Diktatur, Terror, Rassenpolitik und verbrecherischen Krieg auf. Den Kampf für die Freiheit müssen viele mit dem Leben bezahlen.
In der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR wird der Kommunismus zur Staatsdoktrin erhoben. Von Beginn an regt sich Widerstand gegen den Allmachtsanspruch der herrschenden Staatspartei SED. Selbst der Berliner Mauerbau 1961 kann Fluchtbewegungen nicht gänzlich verhindern. Gesellschaftliche Ausgrenzung, Haft und sogar Tod drohen denjenigen, die sich für die Freiheit einsetzen.