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Auffinden der Schiffswracks der HMAS "Sydney II" und des HSK "Kormoran" vor der Australischen Küste

Aufnahme von einem deutschen Unterseeboot, 1940/41

Hilfskreuzer "Kormoran" auf See, Aufnahme von einem deutschen Unterseeboot, 1940/41

Quelle: BArch Bild 146-1985-074-27

Australische Kommission untersucht in der Abteilung Militärarchiv Untergang der HMAS "Sydney".

Während eines viertägigen Aufenthaltes in Freiburg im Juni und Juli 2008 benutzten zwei Vertreter der vom australischen "Chief of Defence Force" eingesetzten "Commission of Inquiry into the loss of HMAS Sydney II (COI)" Akten aus der Abteilung Militärarchiv, die zur Erhellung der näheren Umstände des Untergangs der "Sydney II" im November 1941 im Indischen Ozean beitragen.

Zahlreiche Mythen ranken sich um die "Sydney II": Unter anderem ist bis heute ungeklärt, wie das Gefecht verlief und warum die "Sydney II" spurlos versank. Sogar von der Existenz eines japanischen U-Bootes, das den australischen Kreuzer versenkt haben soll, ist die Rede.

Der Kommandeur des Leichten Kreuzers "Sydney II", Captain Burnett, stellte am 19. November 1941 den als Frachtschiff getarnten deutschen Hilfskreuzer "Kormoran" etwa 170 sm westlich Sharksbay (West-Australien). Dem Kommandeur des HSK "Kormoran" gelang es dennoch, sich bis auf 900 m der "Sydney II" zu nähern und sie zu versenken. Der Untergang der "Sydney II" war der größte australische Einzelverlust im 2. Weltkrieg: Die komplette Crew von 645 Personen ertrank im Indischen Ozean.


Vertreter der australischen Kommission bei der Arbeit in der Abteilung MA

Vertreter der australischen Kommission bei der Arbeit in der Abteilung MA

Quelle: Bundesarchiv

Aber auch der HSK "Kormoran" wurde schwer getroffen. Ein durch das Gefecht entstandener Brand veranlasste den Kommandeur, Korvettenkapitän Detmers, die Selbstversenkung des Schiffes anzuordnen. Der größte Teil der deutschen Besatzung erreichte die australische Küste oder wurde von alliierten Schiffen aufgenommen. Von den 397 Seeleuten der "Kormoran" überlebten 317. Sie wurden im australischen Perth interniert. Ein auf der "Kormoran" stationierter Offizier, der den Untergang überlebt hat, berichtet über die Selbstversenkung und seine Erfahrungen im australischen Kriegsgefangenenlager.

Hintergrund der Recherche durch die kürzlich eingesetzte Untersuchungskommission ist das Auffinden des Wracks des HSK "Kormoran" und des leichten Kreuzers "Sydney II" am 12. und 16. März diesen Jahres, nachdem die vom Staat unterstützte Stiftung "HMAS Sydney Foundation" zum Aufspüren der "Sydney II" seit Februar mit dem Forschungsschiff "Geosounder" in der Region unterwegs gewesen war.

Christiane Botzet, Stephanie Jozwiak


BArch RM 100/176 Fol. 173 r,v

Bericht eines Offiziers des HSK "Kormoran", Seite 1

Quelle: BArch RM 100/176 Fol. 173 v

BArch RM 100/176 Fol. 173 r, v

Bericht eines Offiziers des HSK "Kormoran", Seite 2

Quelle: BArch RM 100/176 Fol. 173 r