Der Ball ist rund - Ausschnitte aus Wochenschauen des Bundesarchiv-Filmarchivs von 1919-1974
Der Ball ist rund (DVD)
Quelle: Bundesarchiv
Fußball stand seit jeher im Zentrum der Sportberichterstattung. Im Vorprogramm deutscher Kinos oder in eigenen Wochenschaukinos rollte der Ball seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre in Wochenschauen, zunächst als Vorläufer der Fernsehnachrichten, dann in Konkurrenz zu ihnen und schließlich von ihrer größeren Aktualität und Farbigkeit verdrängt. Sie sind mit Tausenden von Ausgaben ein Sammlungsschwerpunkt im Filmarchiv des Bundesarchivs. Von 1939 an sind sie praktisch vollständig, für die Zeit vorher in unterschiedlicher Dichte überliefert.
Ihre Gestaltung in der vorliegenden Rückschau spiegelt den jeweiligen Stand der Technik: Zunächst stumm, mit starrem Kamerablick und langen Einstellungen belebt sich die Darstellung zusehends in Ton, Bild und Schnitt und zeigt auch, dass oft weniger das Sportereignis selbst als seine Inszenierung Spannung zu erzeugen vermag.
Nicht immer verrät der Ausschnitt den historischen Zusammenhang, in dem er entstand, ist doch die Geschichte der Wochenschauen ein Spiegel der deutschen Geschichte. Die Messter-Woche als eine der ältesten deutschen Wochenschauen gründete in der Kriegsberichterstattung des Ersten Weltkrieges. Die Ufa-Tonwoche, publizistisches Flaggschiff des Hugenberg-Konzerns, wurde 1940 von Joseph Goebbels mit den anderen deutschen Wochenschauen verschmolzen und als Die Deutsche Wochenschau im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda eingesetzt. Flankiert wurde sie von ziegruppenorientierten Auslandsausgaben wie Belga Actualités - Die Welt im Film schließlich widmete sich unter Kontrolle der britischen und US-amerikanischen Besatzung zunächst der Re-education und Demokratisierung der deutschen Bevölkerung und lebte nach Gründung der Bundesrepublik fort unter maßgeblicher Beteiligung des Bundespresseamtes. Die Neue Deutsche Wochenschau in bewusstem Rückgriff auf den aus der NS-Zeit belasteten Namen, war ursprünglich der gewerkschaftlich orientierte Gegenentwurf zur allierten und regierungsamtlichen Berichterstattung, wurde später freilich ebenfalls mit finanzieller Beteiligung der Bundesregierung hergestellt, ebenso wie die Ufa-Wochenschau oder die Zeitlupe. In der sowjetischen Besatzungszone war Der Augenzeuge zunächst ein vergleichsweise unabhängiges und ausgewogenes Organ, diente der SED-Führung der DDR aber schließlich in wechselnder Intensität als Propagandainstrument.
Als DVD und VHS erhältlich.
Kontakt:
Gisela Müller, Tel.: 0261/505 221, g.mueller@bundesarchiv.de
Weitere Informationen
Inhalt
- Der Ball ist rund: Inhalt(pdf, ~42.89KB)
Filmausschnitte
- Kapitel 02-Berlin-Stadion: Pokal-Fußball-Wettspiel Süddeutschland gegen Norddeutschland, 1919(wmv, ~746.08KB)
Bilder aus den Filmen
Kapitel 11 - Motoball 1953 Frankreich gegen Deutschland
Motoball 1
Quelle: Bundesarchiv
Motoball 2
Quelle: Bundesarchiv
Motoball 3
Quelle: Bundesarchiv
Motoball 4
Quelle: Bundesarchiv
Kapitel 17 - Benefizspiel Deutscher Bundestag - Film & Funk
Bundestagspräsident Gerstenmaier beim Anstoß
Quelle: Bundesarchiv
Minister Ernst Lemmer beim Anpfiff
Quelle: Bundesarchiv
Willy Millowitsch
Quelle: Bundesarchiv
Erich Mende und Fritz Walter
Quelle: Bundesarchiv
"Bundes-Sepp" Herberger schießt Elfmeter
Quelle: Bundesarchiv
Postminister Stücklen feuert an
Quelle: Bundesarchiv
