Retrokonversion der 1,5 Millionsten Verzeichnungseinheit im Bundesarchiv
Im Rahmen der Retrokonversion von Findmitteln wurde dem Bundesarchiv am 12.4.2010 der 1,5 Mio. Datensatz übergeben. Die Akte DK1/26880 gehört zum Bestand Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft und beschreibt die Organisation von Hasenjagden im Rahmen der Staatsjagden.
Seit 2003 beauftragt das Bundesarchiv einen externen Dienstleister mit der Retrokonversion von Findmitteln, um diese möglichst zeitnah für die Benutzung im Internet zur Verfügung stellen zu können. Der derzeitige Rahmenvertrag läuft seit April 2008 und ist auf vier Jahre festgelegt. Mit seinem Abschluss werden die in Frage kommenden Findmittel der Abteilungen des Bundesarchivs retrokonvertiert sein. Eine Zwischenetappe wurde jetzt erreicht: Am 12. April 2010 übergab die Firma Editura GmbH & Co. KG dem Bundesarchiv die 1,5 Millionste Verzeichnungseinheit mit der Signatur DK1/26880.
Sie gehört zum Bestand Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR (DK 1). Dieser Bestand umfasst 745 laufende Meter Archivgut, von der Deutschen Verwaltung für Land- und Forstwirtschaft (1945-1948) bis zum Ministerium für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft der DDR (1990).
Zu den einzelnen Teilen des Bestandes gab es jeweils separate Findbücher, verschiedene Karteien sowie Abgabeverzeichnisse. Recherchen am Gesamtbestand waren daher sehr zeitaufwendig. Alle vorhandenen Findmittel des Bestandes sind nun als ein Gesamtfindbuch im Internet bzw. der Suchmaschine ARGUS verfügbar. Damit ist es möglich, zielgerichteter und umfassender zu Sachthemen zu recherchieren. Die Benutzer erhalten darüber hinaus einen besseren Einblick in die Vielfalt der Aufgaben des Ministeriums.
Im Bestand sind interessante Dokumente zur Entwicklung der Landwirtschaft in der SBZ und der DDR enthalten. So finden sich u.a. Unterlagen zu den Bauernkonferenzen, zur Bodenreform, zum Aufbau von Neubauernwirtschaften und zur Entwicklung der MAS und MTS sowie zur Bildung von Organisationen, Genossenschaften und volkseigenen Gütern darin. Dokumentiert wird die Verbesserung der Bodennutzung und der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, die Herausbildung sozialistischer Großbetriebe, der Übergang zu industriellen Produktionsmethoden sowie die Spezialisierung, Arbeitsteilung und Kooperation in der Agrarproduktion.
Daneben finden sich Dokumente zu einer Vielzahl an Einzelaufgaben. So gibt die Akte DK1/26680 Einblicke in die Vorbereitung und Durchführung der jährlich stattfindenden Hasenjagden, zu denen der Vorsitzende des Staatsrates und Generalsekretär der SED, Erich Honecker, die Vertreter des Diplomatischen Corps und führende Funktionäre aus Staat und Partei einlud. An der Organisation war das Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft maßgeblich beteiligt.
